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Fußball-Regionalliga: FC Wegberg-Beeck holt ersten Heimpunkt

Fußball-Regionalliga : Beeck holt den ersten Heimpunkt

Gegen den SV Straelen spielt der FC Wegberg-Beeck 1:1. Brauweiler sorgt für die erste Führung im Waldstadion. Sorgen macht der Personalstand: Geerkens droht länger auszufallen – und auch um Wilms wird nun gebangt. Mittwoch geht’s nach Ahlen.

Prominenter Besuch weilte unter den 300 Zuschauern im Waldstadion: Martina Voss-Tecklenburg, Trainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Ihr Besuch war quasi privater Natur, ist sie doch die Frau von Straelens Macher Hermann Tecklenburg, den sie nach Beeck begleitete. Allzu gut gefiel ihr das Spiel freilich nicht: „Den Sieg hatte keines der beiden Teams verdient“, urteilte sie.

In der Tat trennten sich die Kontrahenten leistungsgerecht 1:1. „Die erste Halbzeit waren wir besser, die zweite ging an Beeck“, brachte es Straelens Coach Benedict Weeks auf den Punkt. „Nach unserem 1:0 hätten wir das 2:0 nachlegen müssen. Dann wäre der Deckel auf den ersten Heimsieg drauf gewesen“, sagte sein Beecker Kollege Michael Burlet – und hatte auch damit Recht.

Gegenüber dem Oberhausen-Spiel änderte er seine Anfangself auf zwei Positionen – einmal nicht freiwillig. Denn Tom Geerkens hat sich gegen RWO voraussichtlich einen Innenbandanriss im Knie zugezogen – eine MRT am heutigen Montag soll Gewissheit bringen. Für ihn rückte der zuletzt bärenstarke Marvin Brauweiler aus der Innenverteidigung eine Position nach vorne auf die Sechs, und Nils Hühne, gegen RWO erstmals Rechtsverteidiger, nahm wieder seine gewohnte Position im Abwehrzentrum neben Sebastian Wilms ein.

Dazu lief Shpend Hasani wieder von Beginn an auf, Jeff-Denis Fehr musste dafür erstmals auf die Bank. Fast schon traditionell verschlief Beeck aber die Anfangsphase, war Straelen zunächst die wesentlich aktivere Mannschaft. Der quirlige Aaram Abdelkarim forderte früh das Können von Keeper Stefan Zabel heraus (8.), und dann verzog Sinan Kurt am langen Eck vorbei (10.).

Sinan Kurt, da war doch was? Richtig, es ist jener Sinan Kurt, der 2014 als 18-Jähriger mit Gewalt seinen Wechsel von Borussia Mönchengladbach zu Bayern München forcierte, seinerzeit als eines der größten Talente im deutschen Fußball galt. Drei Millionen Euro war er damals den Bayern wert, obwohl er noch keine Minute in der Bundesliga gespielt hatte. Sechs Jahre später – und nach einem Jahr totaler Pause – kickt er nun in der Vierten Liga. Zumindest bei Standards deutete der schmächtige Akteur an, warum er einmal diesen Stellenwert genoss.

Nach der Pause intensivierte Beeck seine Bemühungen. Evangelos Skraparas, der bei hohen Bällen gegen Straelens baumlange Verteidiger einen sehr schweren Stand hatte, jagte den Ball aus der Drehung in die Wolken (48.). Der zweite Schuss saß dann aber – ein erstklassig herausgespieltes Tor zweier Akteure: Brauweiler bediente im Mittelfeld mit viel Übersicht Manuel Kabambi per klasse Diagonalpass – und lief direkt durch in den Strafraum. Was sich auszahlen sollte. Denn nachdem sich Kabambi energisch über rechts durchgesetzt hatte, zog der den Ball von der Grundlinie flach und hart nach innen – Brauweiler hielt den Fuß hin (58.). „Ich bin einfach mal durchgegangen in der Hoffnung, dass der Ball genauso reinkommt. Der Rest war für mich dann nicht mehr so schwer“, sagte Brauweiler.

Danach verpasste Beeck mehrfach die Entscheidung. Die Chancen dazu hatten Kabambi (71.), Skraparas (74.) und Hasani (77.). Stattdessen gelang dem SV der Ausgleich: Kaito Mizuta brachte von rechts eine scharfe, langgezogene Flanke herein, Abdelkarim traf gegen die Laufrichtung Zabels flach ins lange Eck (79.). Danach spielten beide Teams noch auf Sieg.

Zuvor war Sebastian Wilms verletzt ausgetauscht worden. Ob er bis Mittwoch wieder fit ist? Dann tritt Beeck beim westfälischen Mitaufsteiger und direkten Konkurrenten Rot-Weiß Ahlen an. „Ganz klar: Da wollen wir nicht erst mal abwarten, was passiert, sondern eindeutig die drei Punkte holen“, bekräftigte Brauweiler.