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Fußball-Regionalliga: Der Abstieg von Beeck ist besiegelt

Das Wunder bleibt aus : Der Abstieg von Beeck ist besiegelt

Nach dem 1:3 bei Rot-Weiss Essen ist der FC Wegberg-Beeck rechnerisch nicht mehr zu retten. Vor 11.450 Zuschauern hält der Gast aber gut mit. Beecks Einspruch gegen die Wertung der Ahlen-Partie wird am Donnerstag verhandelt.

Es war zweifellos ein Abstieg erster Klasse: Vor der Traumkulisse von 11.450 Zuschauern ist Beeck zum dritten Mal nach 2016 und 2018 aus der Regionalliga West abgestiegen. Rechnerisch war das zwar am Freitagabend nach dem 1:3 beim Topteam RW Essen noch nicht besiegelt, wohl aber einen Tag später nach den Spielen der Konkurrenz. Neun Punkte Rückstand und dazu noch das schlechtere Torverhältnis hat der FC zwei Spieltage vor Schluss gegenüber dem nun auf dem ersten Nichtabstiegsplatz stehenden SV Straelen.

Ein klitzekleiner Hoffnungsfunke bleibt aber noch. Denn am Donnerstag befasst sich in einer mündlichen Verhandlung das Sportgericht des Westdeutschen Fußball-Verbandes in Duisburg mit Beecks Einspruch gegen die Wertung des Spiels gegen Ahlen (0:1). Sollte das Gericht zum Beispiel auf ein Wiederholungsspiel  entscheiden, hätte der FC noch eine ganz kleine Chance, das Wunder Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Dafür müsste dann aber eine Menge zusammenkommen.

Das Spiel in Essen war ein Spiegelbild der Saison: Lange Zeit hielt ­Beeck sehr gut mit, beschränkte sich in der Höhle des Löwen beileibe nicht nur auf Defensivarbeit, sondern spielte mutig mit. Doch durch zwei individuelle Fehler brachte sich Beeck selbst auf die Verliererstraße, patzte bei gleich zwei Standards binnen vier Minuten und lag so plötzlich 0:2 zurück. „Wir haben 20 Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen, und dann haben uns zwei Standards sehr geholfen“, urteilte RWE-Coach Christian Neidhart.

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Standardspezialist Thomas Eisfeld, der mit einem direkten Freistoß Essens erste ernsthafte Torannäherung verzeichnet hatte (20.), bereitete per Freistoßflanke das 1:0 vor: Seine scharfe Hereingabe drückte Felix Herzenbruch aus sechs Metern über die Linie (28.). Beecks Coach Mark Zeh haderte: „Es gab da eine klare Zuteilung.“ Beim 2:0 verlängerte FC-Kapitän Maurice Passage einen weiten Einwurf von Oguzhan Kefkir per Kopf in die Mitte genau auf Isaiah Young – der nagelte den Ball von der Strafraumgrenze ins Tor (32.).

In der zweiten Halbzeit erwischte Beeck einen äußerst druckvollen Auftakt: Der zur Pause eingewechselte Marc Kleefisch traf 19 Sekunden nach Wiederanpfiff aus kurzer Distanz den Pfosten, wenige Sekunden später wurde ein Schuss Meik Kühnels noch zur Ecke abgewehrt. Kurz darauf gelang dem FC der verdiente Anschlusstreffer. Erst vergab Essens Sandro Plechaty aus bester Position das 3:0, im Gegenzug traf dafür Beeck: Nach einem weiten Abstoß von Keeper Stefan Zabel setzte Kleefisch Jeff-Denis Fehr in Szene, der lief darauf allein aufs Tor zu und traf abgeklärt (50.). „Den Beginn der zweiten Halbzeit haben wir völlig verschlafen“, monierte Neidhart.

Beeck blieb gut im Spiel – bis sich Kühnel mit der Ampelkarte verabschiedete: Nach einem ungenauen Kopfball-Zuspiel von Passage, der mit diesem Körperteil an diesem Abend nicht gerade zu glänzen vermochte (siehe auch das 2:0), kam Kühnel den berühmten Schritt gegen Eisfeld zu spät. „Mein Kopfball war schlecht, von daher habe ich eine Mitschuld an der Karte“, zeigte sich Passage gewohnt selbstkritisch.

Dazu muss allerdings auch angemerkt werden, dass sich Kühnel in der ersten Halbzeit die erste Gelbe Karte geradezu erbettelt hatte: Nach einem kleineren Foulspiel vermochte er sich überhaupt nicht zu beruhigen – so lange, bis Schiri Alexander Schuh die Nase davon voll hatte. Einige Minuten vor der Ampelkarte hätte Kühnel wegen Ballwegschlagens auch schon das zweite Mal verwarnt werden können – Zeh ließ ihn aber auf dem Feld. „Ich hatte gedacht, Meik kommt durch. Er ist ja auch nicht mehr so aggressiv in die Zweikämpfe gegangen“, merkte Beecks Coach dazu an. In Unterzahl hatte Beeck nicht mehr viel zu bestellen, und auf Vorlage von Plechaty traf Torjäger Simon Engelmann zum 3:1 – sein 22. Saisontor (84.).

„Wie so oft in dieser Saison hat ein Quäntchen für eine ganz große Überraschung gefehlt. Wir haben aber Charakter gezeigt, auch nach dem 0:2 nicht aufgegeben“, sagte Zeh. Der musste kurzfristig auf Innenverteidiger Nils Hühne verzichten, der nach starken Beschwerden in der Nacht (unter anderem klagte er über Herzschmerzen) am Freitag im Krankenhaus richtig durchgecheckt wurde. Danach konnte Hühne Teilentwarnung geben: „Am Herzen ist gottlob nichts, es ist wohl ein stärkerer grippaler Infekt.“