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Fußball-Regionalliga: 18-Jähriger Wille hält Wegberg-Beecks 0:0 fest in Münster

Fußball-Regionalliga : Beecker Coup mit Leidenschaft und Wille

Der FC Wegberg-Beeck holte ein erstaunliches 0:0 bei Preußen Münster. Dabei spielte der Aufsteiger nach dem Platzverweis für Keeper Denis Jansen über 50 Minuten in Unterzahl. Für ihn rückte der A-Jugendliche Eric Wille ins Tor – und hielt am Ende den Punkt fest.

Sechs Heimspiele hatte Preußen Münster in dieser Saison bis Samstag bestritten – und alle gewonnen. Damit diese weiße Weste die ersten Kleckse bekam, musste schon der im Münsterland weitgehend unbekannte Aufsteiger FC Wegberg-Beeck tief vom Niederrhein kommen. Die Wegberger nahmen nach dem ersten Pflichtspiel überhaupt gegen die Preußen, 1951 immerhin deutscher Vize-Meister und 1963 Gründungsmitglied der Bundesliga, ein 0:0 mit. Und das angesichts der ungünstigen Vorzeichen.

Denn zum einen hatte Beeck drei Tage zuvor beim 0:4 gegen die U 21 des 1. FC Köln die erste klare Niederlage bezogen und war da völlig chancenlos. Zum anderen musste Trainer Michael Burlet neben Kapitän Maurice Passage (Muskelfaserriss) kurzfristig Jeff-Denis Fehr (Muskelverhärtung) und Justin Hoffmanns (Grippe) ersetzen. Tom Meurer und Meik Kühnel rückten ins Team – Letzterer als zentraler Mann der Mittelfeld-Dreierreihe hinter der einzigen Spitze Shpend Hasani. Yannik Leersmacher spielte auf der für ihn ungewohnten Position rechts in Viererkette.

Bis auf eine gute Chance für Sturmführer Joel Grodowski, die Beecks Keeper Denis Jansen vereitelte (22.), kamen die Gastgeber nur selten wirklich gefährlich vors Beecker Tor. Beide waren dann auch die Hauptakteure in der 36. Minute: Nach einem Steilpass von Niklas Heidemann rannte Grodowski allein aufs Beecker Gehäuse zu, Jansen kam kurz vor dem Strafraum zu spät, erwischte nur noch den Fuß des Angreifers – Rote Karte wegen Notbremse. Für Jansen kann der erst 18-jährige Eric Wille aus dem U19-Team – und hätte kurz darauf fast ein Gegentor verursacht. Doch Preußens Jules Schwadorf nahm das Geschenk nicht an (42.).

Nach der Pause hatte Beeck in Unterzahl beim Drittliga-Absteiger zunächst sogar mehr vom Spiel. Der starke Marvin Brauweiler hätte den FC um ein Haar sogar in Führung gebracht: Nach einer weiten Meurer-Maßflanke setzte sich Brauweiler gegen zwei Münsteraner durch, sein Kopfball touchierte den Außenpfosten (55.). Drei Minuten später traf der unermüdliche Norman Post nach einem beherzten Sololauf das Außennetz. Danach drückten die Preußen auf die Tube, zwischen der 67. und 72. Minute vergaben sie drei glasklare Chancen. Ganz am Ende wurde dann Eric Wille zum Held: Da parierte er bravourös einen tücki­schen Kopfball-Aufsetzer Lukas Frenkerts und hielt so den Überraschungspunkt fest (88.).

Richtig glücklich war danach Burlet. „Wir haben taktisch äußerst diszipliniert gespielt – gerade auch in Unterzahl. Dazu hat man wieder gesehen, dass wir ein echtes Team sind, in dem jeder für jeden kämpft. Sensationell, was die Jungs geleistet haben. Wenn ich heute Einzelnoten geben müsste, würde ich jedem meiner Spieler eine Eins mit Sternchen geben – und Eric Wille dürfte das heutige Trikot wohl nicht mehr hergeben“, sagte er. „Wir freuen uns alle riesig. Hier in Unterzahl einen Punkt geholt zu haben, ist einfach überragend. Die Jungs können im Bus nun trinken, was sie wollen –  zahlen müssen sie nichts“, kündigte Geschäftsführer Thomas Klingen an.

Bedient war dagegen Preußens Kapitän Julian Schauerte: „Das ist eine gefühlte Niederlage.“ Der Münsteraner Boulevard fand das auch: „0:0-Niederlage in Überzahl: Preußen beißt gegen Wegberg auf Granit!“, hieß es da.