Fußball : In Beeck grassiert mächtig das Pokalfieber

Der Mittelrheinpokal ist für den FC Wegberg-Beeck so interessant wie lange nicht mehr. Am kommenden Samstag steht die zweite Runde in Friesdorf an.

Klar: Jedes (Pflicht-)Spiel ist wichtig. Und dennoch gibt es einige Spiele, die noch ein bisschen wichtiger sind. Ein solches hat der FC Wegberg-Beeck am Samstag vor der Brust. Dann tritt der Tabellenführer der Mittelrheinliga beim Ligakollegen Blau-Weiß Friesdorf zum Zweitrundenspiel im als Bitburgerpokal gespielten Mittelrheinpokal an (Anstoß im Sportzentrum Friesdorf ist um 14 Uhr).

„Das ist in der Tat ein ganz, ganz wichtiges Spiel“, sagt auch Beecks Coach Michael Burlet. Vordergründig geht es „nur“ ums Erreichen des Viertelfinals und den damit verbundenen 2000 Euro Prämie, die jeder Viertelfinalist vom Fußball-Verband Mittelrhein aus den Fernsehgeldern für den DFB-Pokal sicher hat.

Eigentlich geht es aber um weit mehr. Denn lange war für Beeck die Konstellation im Verbandspokal nicht mehr so günstig wie diesmal. Was mit einigen sensationellen Ergebnissen der ersten Runde zu tun hat. Denn da verabschiedeten sich gleich drei der fünf Teams, die oberhalb der Verbandsebene spielen, alle eliminiert von Mittelrheinligisten. Die größte Überraschung schaffte dabei der FC Hennef. Der kegelte mit 1:0 den ranghöchsten Verein aus dem Wettbewerb, Drittligist Viktoria Köln. Der FC Pesch warf mit 2:0 Regionalligist Fortuna Köln raus, und Beeck selbst gelang auch ein großer Coup, schlug Regionalligist Bonner SC 2:0. Womit sechs der letzten sieben Pokalsieger nicht mehr dabei sind: Viermal gewann in dieser Zeit Viktoria Köln den Cup, je einmal Fortuna Köln, Bonn und Alemannia Aachen, der amtierende Pokalsieger.

Von den höherklassigen Teams schafften nur die Regionalligisten Aachen und SV Bergisch Gladbach den Sprung in Runde zwei – und die spielen nun gegeneinander. Folge: Im Viertelfinale wird von acht Teams nur eines sein, das höher als Beeck spielt. Was die Chancen, im Pokal weit zu kommen, natürlich mächtig erhöht.

Gesetzt den Fall, Beeck geht der Alemannia weiterhin aus dem Weg, wäre sogar die Endspielteilnahme ein völlig realistisches Gedankenspiel – es wäre die erste für Beeck seit 2014 (1:2 gegen Viktoria Köln). Allein die Finalteilnahme wäre weit attraktiver als noch vor fünf Jahren. Denn mittlerweile gibt es den „Finaltag der Amateure“, dann werden alle 21 Verbandspokalfinals in drei Konferenzschaltungen live in der ARD gezeigt. Dazu kommt der finanzielle Aspekt: Die Finalteilnahme ist mit 16.000 Euro dotiert – ganz zu schweigen von den 100.000 Euro für den Sieger und die damit verbundene Teilnahme am DFB-Pokal.

Fazit: Beecks Spieler sollten genügend Anreize haben, am Samstag in Friesdorf notfalls über die Schmerz­grenze zu gehen – eine Niederlage im Pokal ist nun mal nicht mehr wiedergutzumachen. Sorge, dass seine Jungs nach dem relativ lockeren 3:0-Sieg in der Meisterschaft vor gut einem Monat Friesdorf nun auf die leichte Schulter nehmen, hat Burlet nicht: „Damals haben bei Friesdorf einige gefehlt. Um erneut zu gewinnen, werden wir schon eine Topleistung abliefern müssen. Jeder bei uns weiß genau, um was es in Friesdorf geht.“

Einmal hat es Beeck bislang geschafft, den FVM-Pokal zu holen: 2008 gewann Beeck den Pott durch ein 3:2 in einem äußerst denkwürdigen Finale gegen den ewigen Rivalen Borussia Freialdenhoven, zog so in den DFB-Pokal ein. Dort traf der FC auf den damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen, unterlag nach großer Gegenwehr 1:4. Das Spiel fand vor 8500 Zuschauern im Gladbacher Borussia-Park statt. Es war für das 2004 eröffnete Stadion das erste DFB-Pokalspiel überhaupt – pokaltechnisch hat also nicht Borussia Mönchengladbach, sondern Beeck den Borussia-Park „eingeweiht“.