Fußball-Mittelrheinligist Wegberg-Beeck steht vor Topspielen: heute in Freialdenhoven, Sonntag in Bergisch Gladbach.

Fußball : Beecker Woche der Wahrheit

Mittelrheinliga: Heute das Nachholspiel bei Borussia Freialdenhoven, am Sonntag beim Aufstiegskonkurrenten Bergisch Gladbach.

Maurice Passage wird entgegen seiner Gewohnheit ausnahmsweise feierlich: „Wir stehen vor einer entscheidenden Woche, die bei positiver Gestaltung großen Einfluss auf die Saison nehmen kann“, erklärt der Kapitän des FC Wegberg-Beeck. Zu dieser Einschätzung hat „Mo“ auch allen Grund, stehen die Kleeblätter in der Tat vor richtungsweisenden Spielen: heute (Anstoß 20 Uhr) das Nachholspiel beim ewigen Rivalen und Tabellendritten Borussia Freialdenhoven, am Sonntag dann das Topspiel beim Tabellenzweiten und voraussichtlich großen Aufstiegskonkurrenten SV Bergisch Gladbach – der FC steht vor knackigen Aufgaben.

Um Relativierung ist Beecks Coach Friedel Henßen bemüht: „Klar sind speziell diese beiden Spiele interessante Aufgaben. Doch selbst, wenn wir beide verlieren sollten, sind wir immer noch Tabellenführer.“ Dass sich Henßen aber ebenso wie alle im Beecker Lager mächtig auf diese Spiele freut, hat für Beecks sportlich Verantwortlichen einen besonderen Grund: „Rechtzeitig vor diesen Partien zeigt die Formkurve bei etlichen unserer Spieler deutlich nach oben. Dennoch erwarte ich in Freialdenhoven mehr denn je ein 50:50-Spiel, in dem Kleinigkeiten entscheidend sein können. So war’s ja auch schon im Sommer beim Rurdorf-Cup.“

Da gewann der FC den wieder mal hart umkämpften Clásico im Standard-Endspiel mit 2:1 durch einen Doppelschlag nach 70 Minuten, nachdem lange Zeit die Borussia geführt hatte. Eine Slapstick-Einlage von Borussias Keeper Tobias Werres leitete dann die Wende ein.

Mächtig heiß auf heute Abend ist auch Borussias Dauertrainer Wilfried Hannes: „Das ist kein Spiel wie jedes andere, sondern etwas ganz Besonderes. Und für Beeck ist es sicherlich die Woche der Wahrheit.“ Beeck sei angesichts der imponierenden Bilanz von zehn Siegen und einem Remis zwar Favorit. „Doch so einen Gegner wie wir haben die bislang auch noch nicht gehabt. An einem guten Tag können wir Beeck sicherlich schlagen und würden angesichts eines Spiels mehr, das wir noch auszutragen haben, dann auch an Beeck richtig rankommen.“

Eines stellt der langjährige Profi von Borussia Mönchengladbach, zum 100. Geburtstag des VfL im Jahr 2000 auch in Borussias Elf des Jahrhunderts gewählt, aber auch klar: „Egal, wie es läuft: Wir werden wieder nicht für die Regionalliga melden. Wir werden uns anders motivieren müssen.“

Was im ewig jungen Duell mit Beeck natürlich kein Problem ist – da will jeder unbedingt gewinnen. Beide Vereine pflegen seit jeher eine gesunde sportliche Rivalität, die aber stets im Rahmen von Anstand und Fairness ausgetragen wird. „Wir kennen und schätzen uns“, bringt es Friedel Henßen auf den Punkt. Vormachen können sich die Teams gegenseitig aber nichts – man kennt sich in- und auswendig.

Beide Teams können sich auf eine erstklassige Abwehr verlassen. Freialdenhoven hat erst sieben Gegentore kassiert, Beeck nur vier. Bis vor zehn Tagen war auch die Borussia noch ungeschlagen, verlor dann aber durch ein Last-Minute-Tor beim starken Aufsteiger SV Deutz 2:3. „Danach haben wir Veränderungen vorgenommen“, so Hannes.

Das Siegtor beim folgenden 1:0 gegen Siegburg erzielte Mark Szymczweski, der in der vergangenen Saison das Beecker Trikot getragen hatte. „Das war Marks bislang stärkstes Spiel seit seiner Rückkehr“, merkt Hannes an – auch Szymczewski dürfte heute richtig heiß sein. Das gilt auch für dessen Teamkollegen Marcus Weber: Der Innenverteidiger hat auch schon für Beeck gespielt, ist bei der Borussia neben Kapitän Christian Kreutzer in der Innenverteidigung gesetzt.

Und dann ist da noch Leon Ruhrig, Sohn von Beecks Co-Trainer Dirk Ruhrig. Auch der könnte heute in Borussias Anfangself stehen. Was das Spiel noch ein wenig pikanter als ohnehin schon machen würde. Papa Dirk versucht sich daher auch erst gar nicht in Unterstatement: „Ja, das ist auch für mich persönlich ein besonderes Spiel. Auch wenn auf der anderen Seite Leon spielen sollte: Natürlich möchte ich diese Partie nur zu gerne gewinnen.“

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