FC Wegberg-Beecks neuer Platz Der neue Kunstrasen bekommt den letzten Schliff

Fußball · Der rund 300.000 Euro teure neue Beecker Kunstrasen steht vor der Vollendung: Bis Samstag wird noch der Sand eingearbeitet, dann ist er fertig. Auch sonst tut sich auf dem Gelände gerade einiges.

 Mitarbeiter der Firma Polytan arbeiten den Sand in den neuen Beecker Kunstrasen ein. Am Samstag werden auch diese Arbeiten beendet sein.

Mitarbeiter der Firma Polytan arbeiten den Sand in den neuen Beecker Kunstrasen ein. Am Samstag werden auch diese Arbeiten beendet sein.

Foto: Schnieders/Michael Schnieders

Werner Tellers ist bekannt dafür, dass er bei Projekten Termine gerne exakt einhält – sowohl im Beruf als Leiter einer Straßenbaufirma als auch im Fußball als Geschäftsführer, Hauptsponsor, Vordenker und Macher des Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck. Von daher überrascht es nicht, dass auch Tellers‘ größtes Bauprojekt beim FC nun wie geplant vollendet wird: Am Freitag und Samstag arbeiten Mitarbeiter des Kunstrasen-Herstellers Polytan noch den Sand in die Kunsthalme ein, dann ist der neue Beecker Kunstrasenplatz neben dem Waldstadion fertig.

„Mit dem flammneuen Kunstrasen sollten wir in der Hinsicht die nächsten 15 Jahre aber wirklich auch Ruhe haben“, sagt Tellers. 15 Jahre beträgt die durchschnittliche Haltbarkeitsdauer einer Kunstrasen-Oberschicht – und exakt diese Zeitspanne hat der im Sommer 2009 errichtete alte Beecker Kunstrasenplatz, seinerzeit der erste überhaupt im Kreis Heinsberg, nun überschritten. Weil der Platz aber extrem bespielt wurde, war er im Grunde schon vor zwei Jahren hinüber – die Erneuerung jetzt also überfällig.

Rund 300.000 Euro kostet dieses Projekt den Verein – ohne nennenswerte Zuschüsse der öffentlichen Hand. Die Finanzierung hat der FC auf mehrere Säulen gestellt. „Zum einen sind wir an unsere Sponsoren herantreten. Dazu haben wir die Verlosungsaktion mit dem symbolischen Verkauf von Quadratmetern gestartet. Diese Aktion läuft ja auch noch weiter. Des Weiteren hat der Verein in den vergangenen Jahren ein Eigenkapital erwirtschaftet. Auch das werden wir für dieses Projekt einsetzen“, hatte Tellers angekündigt. Für den großen Rest – Tellers kalkuliert mit rund 150.000 Euro – nimmt der Verein ein langfristiges Darlehen bei der Kreissparkasse auf. „Die hat uns dazu ein akzeptables Angebot gemacht“, sagt Tellers.

Auf die für solche Projekte ansonsten gern in Anspruch genommene KfW-Bank wollte Tellers dabei aber nicht zurückgreifen. „Da ist der Zinssatz vielleicht ein halbes Prozent günstiger, doch dafür ist bei denen der bürokratische Aufwand riesengroß. Da muss man erst einmal zig Formulare ausfüllen und danach ständig Rechenschaft über die Baufortschritte abgeben“, erläutert Tellers. Dafür stehe er aber auch als Bürge für den aufzunehmenden Kredit parat – ohne Bürge gibt es nun mal keinen Kredit.

Kreativ war der Verein dafür bei der Entsorgung der (granulatfreien) alten Kunstrasenoberschicht. „Die haben wir in Ebay zum Nulltarif an Selbstabholer angeboten“, erläutert Tellers. Ein Großteil des Rasens sei so auch schon abgeholt worden – in erster Linie von Reithallenbetreibern. „Die können das Material als Untergrund sehr gut gebrauchen“, sagt Tellers.

Der neue Platz wird aber eben nicht mit Kork befüllt, wie es mittlerweile bei vielen Kunstrasenplätzen Standard ist. Das zuvor überwiegend verwendete Granulat besteht aus Mikroplastik – und das hat die EU ab 2031 auf Sportplätzen verboten. Warum Beeck nun aber nicht auf Kork, sondern buchstäblich auf Sand baut, begründet Tellers: „Unser Kunstrasenplatz liegt ja unten in einem Loch. Da haben wir Angst, dass bei heftigem Regen der Kork zu rasch ausgeschwemmt wird. Mit Sand sind im Mönchengladbacher Stadtgebiet zuletzt schon rund ein halbes Dutzend Kunstrasenplätze gefüllt worden – und die Stadt hat damit gute Erfahrungen gemacht.“ Auch die grundlegende Überarbeitung des Stadion-Naturrasens ist so gut wie abgeschlossen. „Zurzeit muss der Platz nun noch ruhen. Anfang Juli, wenn die Erste Mannschaft das Training aufnimmt, wird er wieder nutzbar sein. Er sieht jetzt schon sehr gut aus“, bekräftigt Beecks Boss.

Doch nicht nur an den Spielflächen selbst wird rund ums Waldstadion gerade kräftig gewerkelt – das gilt auch für den Kabinenbereich, der gerade komplett überarbeitet wird. So ist speziell Trainer Stephan Houben gerade schwer mit dem Umzug der Heimkabine beschäftigt. Die war bislang im alten Vereinsheim. Die Anfang des Jahres von Tellers angeschafften und links vom Vereinsheim aufgestellten vier Container mit einer Gesamtfläche von 60 Quadratmetern waren in der Regionalliga-Rückrunde den Gastteams vorbehalten – in diese zieht nun Beecks Erste Mannschaft um.

Dafür haben Houben und einige Helfer auch die alte Küche im Vereinsheim abmontiert und am neuen Platz wieder aufgestellt. Im neuen Domizil ist nun auch Platz für zwei Waschmaschinen und zwei Trockner, die Tellers zur Verfügung gestellt hat. „Nach jedem Training werden die Maschinen nun auch direkt angeworfen“, sagt Tellers.

Dazu steht in der neuen Heimkabine nun auch eine Couch-Rundecke. „Diese Räume sind für die Spieler ab jetzt die neue Chilloase, wo sie nach dem Training auch mal ein Bier trinken können – aber bitte nicht mehr im Physioraum“, stellt der FC-Boss klar. Den Physioraum hat Houben zusammen mit seiner Frau erst mal komplett entrümpelt und frisch gestrichen, dazu wurde dort auch ein neuer Fußboden verlegt. Und um neues Fitness-Equipment hat sich Houben auch selbst gekümmert. „Dafür fährt der Stephan an diesem Wochenende nach Friesland. Da hat er was Gutes aufgetan. Das bringt er dann mit“, sagt Tellers.

Ein wenig stolz ist er schon darauf, was unter seiner Regie in den vergangenen fünf Jahren rund ums Waldstadion alles in die Infrastruktur investiert wurde. So wurde das neue große Zelt errichtet, der Parkplatz asphaltiert, die vier zusätzlichen Container aufgestellt, eine neue Heizungsanlage samt Wärmespeicher eingebaut – und nun zur Krönung der neue Kunstrasenplatz errichtet.

„Insgesamt hat der Verein dafür rund 600.000 Euro in die Hand genommen. Wir haben – im Unterschied zu einigen anderen Vereinen auf diesem Niveau – also wirklich auch gehörig in Steine investiert. Und ich kenne keinen anderen Verein in der gesamten Region, der dafür so viel selbst bezahlt hat“, sagt er, gibt aber zu bedenken: „Für den Unterhalt des Stadions wird jährlich eine sechsstellige Summe benötigt. Die muss aber auch erst einmal irgendwie erwirtschaftet werden. Vieles ist in Beeck zu selbstverständlich geworden.“