Fußball-Kreispokal: Der FC Wegberg-Beeck siegt nach Verlängerung 4:1 bei Germania Teveren

Fußball : Beeck im Zusatz 4:1 – mit Norman geht die Post ab

Kreispokal-Viertelfinale: Nach Verlängerung siegt der FC in Teveren noch deutlich. Zur Pause wechselt Burlet Matchwinner Post ein.

Richtig nett war im September 2018 das bis Dienstag letzte Gastspiel des Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck im Heidestadion bei Landesligist Germania Teveren: Die Kleeblätter gewannen vor der sehr guten Kulisse von 400 Zuschauern das Kreispokalfinale 4:0. Die ebenso entspannte wie einseitige Partie hatte Freundschaftsspielcharakter – um mächtig viel ging es ja auch gerade nicht. Beide Teams hatten mit dem Finaleinzug die Qualifikation für den Mittelrheinpokal schon in der Tasche. Beide Trainer warfen daher kräftig die Rotationsmaschine an.

Erneut viele Besucher kamen auch am Dienstagabend beim nächsten Aufeinandertreffen der beiden Teams ins Heidestadion – die Tribüne war rappelvoll. So entspannt wie vor elf Monaten ging es auf dem Platz aber ganz und gar nicht zu. Kein Wunder. Denn diesmal trafen die Kontrahenten schon im Viertelfinale aufeinander – der Verlierer musste also seine Mittelrheinpokalträume begraben. Folglich begannen beide Teams diesmal in der bestmöglichen Besetzung – und mächtig spannend sollte es auch werden. 1:1 stand es nach 90 Minuten. In der Verlängerung setzte sich der Favorit dann aber noch deutlich mit 4:1 durch.

„Es war das erwartet schwere Spiel. Bei uns hat nach den vielen Spielen die Frische gefehlt, und Teveren hat das aber auch gut gemacht. Am Ende haben wir aber sicher nicht unverdient gewonnen“, resümierte Beecks Coach Michael Burlet.

In der ersten Halbzeit war die Germania nicht nur gleichwertig, sondern sogar besser – einfach deswegen, weil sie mehr ins Spiel investierte. Beeck hatte zwar auch da schon deutlich mehr Ballbesitz, doch mangelte es an Tempo und Überraschungsmomenten. So konnten die Germanen relativ leicht immer wieder ihr dichtes Netz aufbauen, in denen sich Beecks Angriffe verfingen. Die Halbzeitführung durch einen Kopfball von Stoßstürmer Alex Back nach einer Ecke war für Teveren daher auch verdient (9.). Thomas Schmidt hatte sogar die ganz große Chance zum 2:0, ballerte den Ball aber übers Gehäuse (28.).

Keinen Gefallen an der Vorstellung seiner Schützlinge hatte bis dahin auch Burlet gefunden – bereits beim Schließen der Kabinentür zur Halbzeit polterte Beecks Coach gut vernehmbar für die dort postierten Zuschauer mächtig los. Die folgende wohl etwas deutlichere Ansprache zeigte Wirkung: Mit Wiederanpfiff nahm Beeck das Heft fest in die Hand, spielte sich die Partie nun fast nur noch in der Teverener Hälfte ab. Mächtig Anteil hatte daran auch Norman Post. Der war zur Pause für Tom Geerkens gekommen, sollte das Flügelspiel über links ankurbeln. Über rechts tat das nun ebenso vehement Kapitän Maurice Passage. Dazu stellte Beeck auf Doppelsechs um.

Ein Standard hielt dann zum Ausgleich her: Eine zunächst abgewehrte Ecke André Mandts beförderte Marc Kleefisch wieder in die Gefahrenzone – Yannik Leersmacher wuchtete den Ball unter die Latte (64.). Mit einem schnell ausgeführten Freistoß in Höhe der Mittellinie in bester Arian-Berkigt-Manier hätte Post um ein Haar dann Teverens Simon Wagner überrascht – der Keeper kam noch so gerade an Posts langes krummes Ding dran, beförderte den Ball über die Latte (64.). „Ich hatte gesehen, dass der Torwart gerade weniger mit dem Spiel beschäftigt war, dachte, ich versuche es daher einfach mal“, merkte Post zu seinem kecken Versuch an.

So drückend überlegen Beeck die zweite Halbzeit auch gestaltet hatte – den ganz großen Matchball hatte am Ende für Teveren erneut Back: Allein lief er aufs Tor zu, verzog aber denkbar knapp (88.). Es wäre ein Tor gewesen, das den Spielverlauf auf den Kopf gestellt hätte. „Schade, dass wir diese Chance nicht genutzt haben. Das wäre der Sieg gewesen“, kommentierte Teverens neuer niederländischer Coach Gerry Senden diese Schlüsselszene.

In der Verlängerung avancierte Post dann zum Helden. Nachdem ein Schuss Armand Drevinas in Teverens Abwehrwall hängengeblieben war, legte Leersmacher mit der Hacke für Post auf – der traf platziert ins lange Eck zur befreienden Führung (95.). Teveren hatte nichts mehr entgegenzusetzen. Erneut Post (109.) und der wie immer eifrig wühlende Shpend Hasani (113.) erhöhten auf 4:1. Am Ende hätte Beeck sogar noch deutlicher gewinnen können.

Aber auch so kostete Post, in puncto Einstellung und Einsatz immer ein Vorbild, das für ihn ungewohnte Gefühl des Matchwinners aus: „Das tut mal gut, ist freilich auch nur eine schöne Momentaufnahme.“ Und Kapitän Passage meinte: „Das war ein typisches Pokalspiel mit seinen Tücken. Doch wir haben den Kampf angenommen und stehen nun im Halbfinale – und nur das zählt.“

Beeck: Zabel – Passage, Terzic, Thelen, Geerkens (46. Post) – Mandt, Wilms, Leersmacher (114. Malekzadeh), Drevina – Kleefisch, Hasani

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