Fußball-Kreisliga: Christian Grün macht SC 09 Erkelenz Hoffnung

Fußball : Aufbruchstimmung beim SC 09: Mit Grün endlich raus aus der B-Liga

Nach zehn Spieltagen und jüngst zwei 1:0-Siegen in den Topspielen gegen die direkte Konkurrenz steht der Erkelenzer Traditionsverein auf Platz eins.

Seit dieser Saison trägt Christian Grün (38) als Trainer die sportliche Verantwortung beim SC 09 Erkelenz. Der Nachname passt irgendwie gut zur Situation des Traditionsklubs, der seit dem Abstieg aus der A-Liga 2011 in der B-Liga sein Leben fristen muss. Denn Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung, und auf Christian Grün ruhen in der Tat große Hoffnungen, mit ihm endlich den ersehnten Sprung zumindest zurück ins Kreisoberhaus zu schaffen.

„Diesen Wunsch spürt man im Umfeld schon deutlich“, sagt Grün, der zuvor beim SV Helpenstein wirkte. Dort trat er aber Anfang des Jahres nach Differenzen mit dem Vorstand über die künftige sportliche Richtung zurück – und das trotz Platz eins. Guido Dürbaum, Sportlicher Leiter des SC 09, streckte daraufhin sofort die Fühler nach Grün aus – mit Erfolg: Im Sommer löste Grün den langjährigen Trainer Michael Brom ab, der nun als Teammanager fungiert. Ordentlich Stallgeruch bringt Grün auch mit: Den Großteil seiner Jugend kickte er für den SC 09. „Von daher ist das für mich schon eine Herzensangelegenheit“, sagt Grün. 13 neue Spieler kamen im Sommer – nicht wenige von ihnen dürften wegen Grün gekommen sein, der in der Szene einen sehr guten Ruf genießt.

Spektakulärster „Einkauf“ war mit Sicherheit David Godlevski, ein Spieler mit Erkelenzer Wurzeln und in der Vorsaison noch elffacher Torschütze für Landesligist 1. FC Mönchengladbach. Wegen einer hartnäckigen Außenbandzerrung verpasste der 22-Jährige, der die entscheidenden Jahre in der Jugend für den FC Wegberg-Beeck spielte, aber einen Großteil der Vorbereitung. „David bindet immer Gegenspieler, und als Typ ist er einfach pflegeleicht, ordnet sich unter“, lobt Grün.

Als Volltreffer erwies sich zudem die Verpflichtung von Marcel Merten von Sparta Gerderath: Der hat bereits neunmal getroffen. Und der Mann für die wichtigen Tore ist bislang eindeutig Malte Lütteke. Denn der erzielte in den beiden jüngsten Topspielen gegen die direkten Konkurrenten Dynamo Erkelenz und Sportfreunde Uevekoven jeweils das 1:0-Siegtor. Womit die 09er Platz eins erklommen – Uevekoven hat freilich noch ein Spiel mehr auszutragen, könnte den SC 09 also wieder überflügeln.

„Bis zum Ende dürfte es mit den Sportfreunden und Dynamo auch ein Dreikampf um den Titel werden“, sagt Grün. Der Aufstieg im ersten Jahr unter seiner Regie sei dabei keinesfalls ein Muss: „Im Sommer hatte es ja schon einen Umbruch gegeben.“ Die Defensive funktioniert aber schon mal prächtig, wie die bislang lediglich vier Gegentore unterstreichen. „Gegen unsere Abwehrspieler würde ich ehrlich gesagt auch nicht gerne spielen“, merkt Grün schmunzelnd an. Nach vorne ist freilich noch reichlich Luft nach oben: Die 09er haben bislang 23 Tore erzielt – Dynamo bereits 47 und damit mehr als doppelt so viel.

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