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Fußball-Kreisliga B: SF Uevekoven und SV Schwanenberg feiern A-Liga-Aufstieg​

Meisterschaften in der Kreisliga B entschieden : SF Uevekoven und SV Schwanenberg feiern A-Liga-Aufstieg

Nach vier Jahren in der Kreisliga B kehren SF Uevekoven und SV Schwanenberg ins Kreisoberhaus zurück. Beide Mannschaften sind vorzeitig Meister in ihren Staffeln geworden und haben damit den Aufstieg gefeiert. Kurios: Auch der SC Wegberg könnte noch aufsteigen.

Gerade einmal 2,7 Kilometer Luftlinie liegen die Sportplätze der Sportfreunde Uevekoven (Stadt Wegberg) und des SV Schwanenberg (Stadt Erkelenz) auseinander – die beiden Vereine sind also quasi Nachbarn. Als Tabellenletzter- und Vorletzter waren beide 2018 aus dem Kreisoberhaus abgestiegen. Und beide schafften nach vier Jahren B-Liga am vergangenen Wochenende nun die vorzeitige und so ersehnte Rückkehr in die A-Liga: die Sportfreunde als souveräner Meister der Staffel 1, die Schwäne ebenso unangefochten als Meister der Staffel 2. Beide konnten also die Sektkorken knallen lassen und die Meistersause starten – was beide dem Vernehmen nach auch kräftig getan haben.

 „A-Liga, wir kommen!“ – die Sportfreunde Uevekoven, Meister der B-Liga, Staffel 1, lassen ihren Trainer Daniel Marschalk buchstäblich hochleben.
„A-Liga, wir kommen!“ – die Sportfreunde Uevekoven, Meister der B-Liga, Staffel 1, lassen ihren Trainer Daniel Marschalk buchstäblich hochleben. Foto: nipko

Bereits am Freitagabend war das auf dem Uevekovener Sportplatz „En de Meer“ der Fall. Lange Zeit sah es aber nicht so aus, als ob die Grün-Weißen im Spiel gegen den SC 09 Erkelenz II auch rechnerisch den Aufstieg klarmachen würden. Denn bis zur 88. Minute stand es noch 0:0. Doch dann traf Lukas Köllermeyer mit seinem elften Saisontor zum stürmisch umjubelten 1:0. Dabei blieb es dann auch – der Aufstieg war eingetütet.

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„Das war ein tolles Drehbuch, quasi in letzter Minute aufzusteigen. Als Trainer hätte ich mir aber weniger Aufregung gewünscht. Aber so war es natürlich noch geiler“, erklärt Trainer Daniel Marschalk, ein echtes Uevekovener Urgestein. Seinen Zöglingen habe man die Anspannung im Spiel schon deutlich angemerkt. „Ich hatte zwar im Vorfeld versucht, den Jungs den Eindruck zu vermitteln, das sei ein ganz normales Freitagabendspiel, doch das hat nicht gezogen. Denen ging da schon ein bisschen der Kackstift“, sagt er schmunzelnd.

Am Ende behielten seine Schützlinge aber ihre noch blütenweiße Weste: Alle bisherigen 20 Spiele haben die Sportfreunde gewonnen. „Das soll nach Möglichkeit nun auch noch bis zum Saisonende so bleiben“, sagt der Meistercoach. Gelingt dies, wäre das wohl ein Rekord für die Ewigkeit.

Diese Siegesserie wackelte am 19. September 2021 einmal kräftig: Im Heimspiel gegen Dynamo Erkelenz lagen die Sportfreunde bis zur 89. Minute 1:2 zurück, ehe Sven Jansen und Jens Engert die Partie in den irren Schlussminuten noch komplett drehten – Endstand 3:2 für Uevekoven. „Das war das Schlüsselspiel“, meint auch Marschalk.

Vier Partien kann der Trainer dagegen gar nicht einordnen – gleich vier (!) Mal trat der Gegner nicht an, kam Uevekoven so jeweils kampflos zum Sieg. „Leider wurden diese Spiele ja immer nur mit 2:0 gewertet“, bedauert Marschalk. Aber auch so steht aktuell ein stattliches Torverhältnis von 95:11 zu Buche. „Zu unseren Stärken zählte, dass wir in fast allen Spielen schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse gesorgt haben“, sagt „Schalk“.

Im Kreisoberhaus wird er mit Niklas Siewert, der seine Karriere beendet, auch einen echten Co-Trainer haben. „Das Team bleibt ansonsten komplett zusammen“, sagt Mar­schalk. Als Zugänge stehen bislang Oguzhan Özdemir und Kaan Özdemir von Viktoria Katzem fest. Dazu kommen vier eigene A-Jugendliche.

Am Sonntag zogen dann die Schwäne nach, schlugen den SV Waldenrath/Straeten II sicher mit 4:1 und sind damit ebenfalls wieder A-Ligist. Für den SVS zahlte es sich also aus, mit der Ersten Mannschaft vor der Saison von der Staffel 1 in die Staffel 2 gewechselt zu sein – die ebenfalls in der B-Liga beheimatete Reserve nahm den umgekehrten Weg.

Bis auf drei Spiele (zwei Remis, eine Niederlage) haben die Schwanenberger alle weiteren Partien bislang gewonnen – in der Rückrunde sogar alle bisherigen neun Spiele. Architekt des Erfolgs ist Matthias Denneburg, der seit Januar 2020 bei den Schwänen auf der sportlichen Kommandobrücke steht – und den Hebel da ansetzte, wo es zuvor am meisten zwickte: in der Defensive. „Die Zahl der Gegentore haben wir erheblich reduziert. Aktuell sind es 13 nach 21 Spielen. Damit kann ich leben“, sagt Denneburg, der die Defensive als Grundstein des Erfolgs ansieht. „So hat Julian Nuth als unsere neue Nummer eins das Torwartproblem gelöst.“

Generell habe er ein sehr junges Team. „Zwölf Akteure sind unter 23, dazu kommen unsere drei Alterspräsidenten“, sagt Denneburg. Das sind Christian Theißen (34), Torjäger Pascal Hover (39) und Jens Körfer (38). Letzterer beendet auch wegen eines Bandscheibenvorfalls nun aber seine aktive Karriere. „Die beiden anderen machen aber weiter“, versichert Denneburg. Gut möglich daher, dass Theißen auch in der nächsten Vorbereitung angesichts des anspruchsvollen Programms wieder einige „Nahtoderfahrungen“ macht. „Bei der letzten Vorbereitung meinte Chris jedenfalls, dass er da auch zwei, drei Mal seinen Schöpfer gesehen habe“, erzählt Denneburg augenzwinkernd.

Auf Fitness legt „Matthes“ nun einmal großen Wert. Dafür ordnet er im Training gerne auch einen speziellen Lauf an: immer die 16 Meter von der Grundlinie bis zur Strafraumlinie und zurück – das nonstop fünf Minuten. „Das schlaucht ordentlich. Ich zähle dabei die absolvierten Bahnen und notiere diese auch“, sagt Denneburg – und versichert: „Ich habe aber auch eine sehr schnelle, dynamische und lernwillige Mannschaft. Wir kommen vom Kollektiv – ohne Starspieler.“