Fußball in Heinsberg: Ein mageres Jahr für die Bezirksligisten

Fußball-Saisonbilanz : Ein mageres Jahr für die Bezirksligisten

Vier der letzten fünf Teams kamen aus dem Kreis Heinsberg. Trotzdem sehen die Trainer auch viel Positives.

Der Abstiegskampf in der Fußball-Bezirksliga lief in der abgelaufenen Saison nur über den Kreis Heinsberg. Vier der letzten fünf Teams der Tabelle stammen aus dem heimischen Fußballkreis. Den abgeschlagenen Tabellenletzten VfJ Ratheim hat es am Ende ebenso erwischt wie den TuS Germania Kückhoven: beide müssen runter in die Kreisliga A. Zum Saisonabschluss ziehen die Trainer der Heinsberger Klubs ein größtenteils versöhnliches Fazit.

VfJ Ratheim Unverhofft waren die Ratheimer als Tabellenzweiter doch noch in die Bezirksliga aufgestiegen – dort mussten sie dann aber schnell einsehen, dass es einfach nicht reicht. „Sechs oder sieben Leistungsträger aus dem Aufstiegsjahr haben uns fast die ganze Saison gefehlt“, sagt Trainer Stanislav Makarov, der am zehnten Spieltag für Sebastian Birwe übernahm. Der 35-jährige kann sich noch genau an jedes einzelne Spiel erinnern: „Als ich kam, hatte die Mannschaft alle neun Spiele verloren. Dann fahren wir nach Kückhoven, spielen nach guter erster Halbzeit nur 1:1. Dann holen wir gegen Oidtweiler einen Punkt und schlagen Lieck 2:0. Danach herrschte zwar keine Euphorie, aber wir waren drin in der Saison.“ So sollte es allerdings nicht weiter laufen, nur noch drei Pünktchen sollten bis zum Saisonende hinzukommen. Makarov sieht es positiv: „Wir waren in dieser Saison eine Kreisliga-Mannschaft, die in der Bezirksliga Erfahrung gesammelt hat. Die Jungs mussten auch charakterlich viel schlucken, haben Klatschen kassiert. Daran kann eine Mannschaft kaputtgehen. Aber wir sind nicht zusammengebrochen.“ In der A-Liga will der Coach nun „eine gute Rolle spielen“. Ein direkter Wiederaufstieg sei aber „ganz klar“ nicht das Ziel des VfJ.

TuS Germania Kückhoven Drei Punkte fehlten dem TuS zum Klassenverbleib. Dabei war Trainer Dirk Valley bis zuletzt optimistisch, das Ruder rumreißen zu können. Letztlich konnte Kückhoven die schwache erste Saisonhälfte aber nicht mehr ausgleichen. Da half auch eine starke Serie im Frühjahr (16 Punkte aus acht Spielen) nicht. Nach zehn Spielzeiten in der Bezirksliga muss Kückhoven wieder in die Kreisliga.

TuS Rheinland Dremmen Des einen Leid, des anderen Freud. Dremmen „überlebte“ knapp vor Kückhoven – dabei sah es vor der Winterpause nicht gut aus, als der TuS sechs Spiele in Folge verlor. Auch die Rückrunde lief durchwachsen. Als der TuS im Endspurt dann aber Punkte brauchte, bewies die Mannschaft Charakter und war beim 2:2 in Eicherscheidt, beim 1:1 in Brand und beim 5:0 gegen Huchem-Stammeln zur Stelle.

FC Wegberg-Beeck II Auch Beeck musste lange zittern, landete schließlich drei Zähler vor Kückhoven. „Die Mannschaft war schon verunsichert. Es sind ja auch sehr viele junge Spieler dabei, die anfangen, nachzudenken, wenn sie unten drin stehen“, sagt Coach Mark Zeh, der sieben Spieltage vor Saisonende übernahm. Trotzdem holte Beeck unter seiner Führung drei Siege und ein Remis, zurrte den Ligaverbleib mit zwei Erfolgen zum Abschluss fest. Zeh erinnert sich an den vorletzten Spieltag, als sein Team 2:1 gegen Vaalserquartier gewann: „Als wir da in Rückstand gehen, standen wir mit dem Rücken zur Wand. Das war eine riesen Drucksituation. Aber die Jungs haben das Spiel super gedreht.“ Er ist sich sicher: „Das gibt uns Kraft für die neue Saison.“

SG Union Würm-Lindern Völlig sorgenfrei kam die Union durch die Saison, überraschte als Tabellensechster. „Wir wollten uns in unserer zweiten Saison in der Liga etablieren, das ist uns gelungen“, sagt Coach Jo Lambertz. „In der Rückrunde haben wir 29 Punkte geholt und waren das zweitbeste Team. Ich bin mehr als zufrieden.“

1. FC Heinsberg-Lieck Der Aufsteiger wurde Fünfter, vielleicht wäre sogar noch mehr drin gewesen. „Hätten wir gegen die Teams von unten nicht Punkte liegen lassen, hätten wir ganz oben angreifen können“, sagt Jürgen Heinrichs, der in der Rückrunde als Spielertrainer übernahm. Er meint aber auch: „Vielleicht war es ganz gut so. Wir sind als Verein noch nicht reif für die Landesliga. Und auch für die Jungs ist es ganz gut, noch eine zweite Saison Bezirksliga zu spielen.“ In der neuen Spielzeit, das klingt bei Heinrichs durch, soll es nach ganz oben gehen. Trainer wird dann Edin Durakovic.

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