Fußball: Beecks 2:1-Sieg gegen Friesdorf bot Gesprächsstoff

Fußball: Viel Aufregung – Rot für einen flotten Spruch

Mittelrheinliga-Nachdreher: Beecks 2:1-Sieg gegen Friesdorf bot jede Menge Gesprächsstoff. Am Ende hing der Sieg am seidenen Faden.

Mit einem Großaufgebot war Blau-Weiß Friesdorf am Freitagabend zum Punktspiel beim FC Wegberg-Beeck ins Waldstadion gekommen: Sage und schreibe 22 Mann standen auf dem Spielberichtsbogen des Gastes. Doch nicht nur in puncto Quantität vermochte das Team aus Bonn zu überzeugen. Auch qualitativ hatten die Jungs von Coach Giuseppe Brunetto eine Menge zu bieten, hatten die Kleeblätter nah dran an den ersten Punktverlusten der Saison. Das galt zum einen für die Anfangs- und dann vor allem auch für die aufwühlende Schlussphase. Da spielten sich im Beecker Strafraum speziell in der Nachspielzeit wilde Szenen ab, war BW-Keeper David Weidner angesichts etlicher Standardsituationen da Dauergast in der Beecker Box.

„Dass wir den Sieg am Ende noch über die Zeit gebracht haben, war glücklich“, räumte Vize-Kapitän Danny Fäuster vorbehaltlos ein. Er selbst war maßgeblich an der Szene beteiligt, die nach einer Beecker 2:0-Führung und etlichen weiteren vergebenen Matchbällen wieder die Spannung in die Partie brachte: Als ihm der Ball an den Arm geschossen wurde, entschied Schiedsrichter Richard Geyer (Aachen) auf Elfmeter, den Friesdorf zum Anschlusstor nutzte. Fäuster: „Das war aber niemals ein Elfmeter. Ich hatte beide Arme direkt am Körper, werde angeschossen.“

Mit dem Schiri haderte wiederholt aber auch der Gast, der deswegen ab der 54. Minute auch in Unterzahl spielen musste. Denn da flog Etienne Kamm wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz. Wie Beecker Spieler als Ohrenzeugen berichteten, hatte Kamm den Unparteiischen aber nicht direkt beleidigt, sondern eher indirekt: „Der Tippschein vom Schiri läuft noch“, soll der Friesdorfer demnach gesagt haben.

„Bei so einem Spruch kann ein Schiri doch auch mal weghören“, merkte dazu Brunetto an, der an der Seitenlinie äußerst lautstark mitgegangen war – und dazu ja auch einigen Grund hatte. „Wir haben Beeck mit unserem Angriffspressing von Anpfiff weg wohl auch ein wenig überrascht. Doch genau das hatten wir auch die ganze Woche geübt. Ein fragwürdiger Handelfmeter zum 0:1 hat uns dann zurückgeworfen.“

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Dieser Analyse widersprach Beecks Coach Friedel Henßen in einem Punkt: „Wir waren nicht überrascht von Friesdorfs Spielweise, sondern haben die erste Viertelstunde unsererseits einfach verpennt.“ Mit der Führung im Rücken spielte Beeck in der schnellen und intensiven Partie weit gelöster, verpasste es nach dem 2:0 aber eben, Friesdorf den Blattschuss zu versetzen. „In dieser Phase hätte uns Beeck abschießen können“, konstatierte Brunetto.

Die größte Chance dazu ließ Thomas Lambertz aus, der im Duett mit Tim Blättler alleine aufs Tor zulief, dann aber nicht abspielte, sondern den Keeper anschoss. „Ich konnte nicht abspielen. Natürlich musste ich den aber reinmachen“, merkte „Lumpi“ dazu an. „Wenn wir das dritte Tor gemacht hätten, wäre auf alle Fälle nichts mehr angebrannt“, erklärte Fäuster.

So wurde es am Ende aber noch einmal richtig aufregend. Für Henßen ein wenig zu aufregend. „Da bin ich schon ordentlich gealtert. Da waren mir unsere beiden 1:0-Siege davor lieber.“ Da hatte Beeck jeweils wenig zugelassen, die Dreier sicher nach Hause gebracht, umgekehrt selbst aber auch nur wenige Chancen gehabt. Was gegen Friesdorf nun alles grundlegend anders war.

Mit der Leistung seiner Schützlinge war Brunetto – ganz im Gegensatz zum 1:2 in der Vorwoche gegen Arnoldsweiler – diesmal vollauf einverstanden. „Mit der Leidenschaft von heute hätten wir die Viktoria auf alle Fälle geschlagen. Doch das ist nun einmal so: Geht’s nach Beeck, sind die Jungs einfach motivierter als daheim gegen Arnoldsweiler.“ Und Henßen war einfach erleichtert: „Für die Schlussphase können wir getrost eine Kerze anmachen. Unser Abschluss war katastrophal. Jetzt atmen wir erst mal richtig durch. In der nächsten Woche haben wir dann einiges aufzuarbeiten.“