Fußball : Fünf Tore für die gute Stimmung im Partybus

Mittelrheinliga: Beeck siegt in Walheim 5:1 und demonstriert über weite Strecken die hohe Kunst des Fußballs. Tore werden klasse rausgespielt.

In welcher Stimmung er die Rückfahrt vom ersten Auswärtsspiel der Saison bei Aufsteiger Hertha Walheim anzutreten gedachte, daraus machte Patrick Scheulen gestern Mittag keinen Hehl: "Auf geht's Männer - Partybus Beeck!", schrieb "Pato", fraglos der extrovertierteste Spieler des FC Wegberg-Beeck, kurz vor der Abfahrt in Beeck via Facebook. Coach Friedel Henßen dürfte über diesen Übermut gnädig hinweggesehen haben - ganz einfach, weil seine Schützlinge auf dem Walheimer Kunstrasen über weite Strecken in Galaform aufspielten. 5:1 gewann der FC gegen einen vor allem in der Abwehr überforderten Gastgeber und erklomm damit die Tabellenspitze, und dazu trug "Pato" mit einem Tor und einer Vorlage bei - nicht die schlechteste Bilanz für einen Außenverteidiger.

An der Beecker Vorstellung gab es aber auch kollektiv nicht viel zu bemängeln. Das Spiel lief flüssig und direkt - so flott, dass Walheims Verteidiger lange Zeit gar nicht in die Zweikämpfe kamen. "Wir haben uns gut durchkombiniert", bilanzierte Mittelfeldstratege Dominik Bischoff zufrieden. Ein Kompliment gab's dafür auch vom gegnerischen Trainer: "Beeck hat mit viel Tempo gespielt und klasse kombiniert. Für die Zuschauer war das sicher schön anzusehen", sagte anerkennend Alex Medina - und tröstete sich dann selbst: "Wir werden zum Glück nicht jede Woche so ein Team wie Beeck vor die Flinte kriegen."

Das erste Ausrufezeichen setzten aber die Gastgeber mit einem Pfostenschuss Sulayman Dawodus (4.). Danach übernahmen die Schwarz-Roten die Regie - gründlich. Johannes Walbaum traf auf Zuspiel Arian Berkigts zum 1:0 (14.). Umgekehrt war's beim 2:0: Berkigt jagte die Plastikkugel nach Doppelpass mit Walbaum abgezockt ins lange Eck (19.). Noch schöner war das 3:0: Fabio Ribeiros Steilpass leitete Bischoff von links sehenswert direkt in die Mitte weiter, Scheulen drückte den Ball über die Linie (35.). Sympathie für die Ex-Kollegen bewies dann der frühere Beecker Lucas Domgörgen: Einen von Walbaum an Heinz Putzier verursachten Elfmeter schoss der Standardspezialist links am Tor vorbei (40.).

Als Walheims Abwehr einen im Grunde etwas verunglückten Diagonalpass Patrick Ajanis durchflutschen ließ, war der Weg für Scheulen frei. Seine uneigennützige Hereingabe drückte Oskar Tkacz zum 4:0 über die Linie (51.). Dann spritzte Walbaum energisch in eine scharfe Bischoff-Flanke - 5:0 (67.). Speziell der eingewechselte Fitim Kaciku hätte in einigen Situationen zum einen noch etwas fürs Beecker Torekonto und zum anderen fürs persönliche Selbstvertrauen tun können. Stattdessen nutzte Dawodu eine Beecker Sorglosigkeit zum Ehrentor (86.). Was nicht nur die Jungs selbst, sondern auch Henßen ärgerte. "Generell haben wir aber ein gutes Spiel gemacht", sagte der Coach.

Beeck: Zabel - Scheulen, Wilms, Ajani, Jansen - Küppers, Ribeiro (77. Kruczek) - Tkacz (68. Müller), Bischoff - Berkigt (71. Kaciku), Walbaum

(emo)
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