Frederik Ruppert hat sich in das Goldene Buch der Stadt Wassenberg eingetragen

Leichtathletik : Anerkennung für herausragende Leistung

Frederik Ruppert, der Leichtathlet des SC Myhl, hat sich nach seinem EM-Titel in das Goldene Buch der Stadt Wassenberg eingetragen.

Frederik Ruppert lächelt verlegen, als er im Büro des Bürgermeisters Manfred Winkens an dessen Schreibtisch sitzt. Vor ihm liegt das Goldene Buch der Stadt Wassenberg, hinter ihm stehen der Bürgermeister und sein Trainer Harald Eifert.

Er sei kein großer Redner, sagte Ruppert bei dem Termin am Dienstagvormittag. Daher war er froh, dass andere zunächst das Wort ergriffen. Es gebe keine Richtlinien, wer sich wann in das Goldene Buch der Stadt eintragen dürfe, sagte Winkens und würdigte die sportlichen Erfolge des Leichtathleten in den vergangenen Wochen und Monaten. Bei den deutschen U23-Meisterschaften in Wetzlar Mitte Juni hatte der Sportler nicht nur die Norm für die U23-Europameisterschaft gepackt, sondern sich im Endlauf auch noch den Meistertitel über die 3000 Meter Hindernis gesichert. Bei der EM im schwedischen Gävle setzte er noch einen drauf und wurde Europameister.

„Das waren herausragende Ereignisse. Die Stadt möchte ihre Anerkennung zeigen“, bewertete Winkens die Erfolge und begründet den Eintrag in das Goldene Buch. Die meisten, die sich dort eingetragen haben, seien Politiker. „Einige Sportler sind auch dabei, aber nur sehr wenige Europameister. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass Frederik Ruppert jetzt auch drin steht.“

Als der Bürgermeister schließlich das Wort an den Athleten richtete und fragte, was alles passen muss, um Europameister zu werden, kommt der nicht so große Redner dann doch ans Erzählen und berichtet, welche Rolle die Leichtathletik in seinem Leben einnimmt: „Mein persönlicher Alltag ist sehr durch den Sport geprägt. Ich trainiere jeden Tag.“ Tägliches Training, solange es der Körper denn zulässt. Das war bei Ruppert nämlich auch nicht immer der Fall. Rückenprobleme machten bei dem Myhler einen Start auf der Hindernisstrecke lange Zeit unmöglich. Erst vor dieser Saison waren die Probleme endlich ausgeräumt, so dass Ruppert auch über die Hindernisse seine Sprintstärke ausspielen konnte – und das mit Bravour.

„Erfolge kommen nicht über Nacht, das ist das Ergebnis von jahrelanger Arbeit“, sagte Ruppert. Zudem müssten viele Faktoren zusammenspielen, um ein optimales Resultat zu kreieren. Dazu gehöre neben dem Körper, der von Verletzungen verschont bleiben müsse, auch ein funktionierendes Umfeld aus Freunden, Familie und der Betreuung im Verein.

Damit meint der Sportler natürlich auch seinen langjährigen Trainer Harald Eifert, der die Leistungen seines Schützlings ebenfalls anerkennend würdigte. „Wenn Freddy sagt, dass er sieben oder acht Mal in der Woche trainiert, mag das erstmal nach viel klingen. Doch einige seiner Konkurrenten trainieren bis zu 13 oder 14 Mal in der Woche“, sagte er zur Einordnung. Besonders hob Eifert die Vorbildfunktion heraus, die Ruppert im Training automatisch einnehme: „Für die jüngeren ist das eine tolle Sache, mit einem Europameister zu trainieren.“

Dass Ruppert nicht an den Finals in Berlin teilgenommen hat, die dort am Wochenende ausgetragen wurden, war eine bewusste Entscheidung von Athlet und Trainer. „Als ich die Qualifikation für die Europameisterschaft sicher hatte, war schnell klar, dass das der Saisonhöhepunkt sein soll. Der Wettkampf, auf den in der Saison hingearbeitet wird“, sagte Ruppert. Und nach dem grandiosen Verlauf hätte ein mittelmäßiges Abschneiden bei den Finals nur dafür gesorgt, dass er mit einem negativen Gefühl aus der Saison gegangen wäre.

Denn im kommenden Jahr stehen viele spannende Wettkämpfe auf dem Plan, unter anderem die Europameisterschaft bei den Senioren in Paris. Und natürlich die Olympischen Spiele in Tokio.

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