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Frauen-Mittelrheinliga: Wie Uevekoven die lange Corona-Pause geholfen hat

Frauen-Mittelrheinliga : Wie Uevekoven die lange Corona-Pause geholfen hat

Neues Spielsystem und eine nun wieder fitte Top-Torjägerin, die nach Belieben trifft: Für die Sportfreunde Uevekoven hatte die Corona-Pause auch ihr Gutes. Und im Pokalfinale steht das Team auch noch.

Die Corona-Pause. Rund acht Monate ohne Ligabetrieb im Amateurfußball. Für die meisten Mannschaften eine unerträgliche Zeit. Auch bei den Sportfreunden Uevekoven wird man den Fußball gewiss vermisst haben. Und doch kam der Damen-Mannschaft in der Mittelrheinliga die Auszeit womöglich gar nicht so ungelegen. Das hat zwei Gründe. Der eine: das Spielsystem. Hoch anlaufen, hoch stehen und Druck ausüben – das war der Fußball, den Uevekoven noch in der abgebrochenen Vorsaison gespielt hat. „Das war nicht mehr zeitgemäß für den Kader“, sagt Trainer Patrick Arand. Also nutzte man die Pause, um sich Gedanken zu machen, auch mit den Spielerinnen zusammen. Nun besteht die neue Spielidee aus einer tieferen Grundordnung, anderen Abläufen.

Und mit den ersten Eindrücken dazu auf dem Spielfeld zeigt sich Trainer Arand zufrieden. „So eine Umstellung geht nicht innerhalb von acht Wochen. Von daher bin ich ziemlich positiv gestimmt nach der Vorbereitung“, sagt er. Allerdings gab es zum Ligastart gleich einen Dämpfer in Form einer 2:4-Niederlage bei Eintracht Kornelimünster. „Denen haben wir quasi durch individuelle Fehler die vier Tore geschenkt, das ist ein Thema, an dem wir arbeiten müssen“, sagt Arand.

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Aber da gab es ja noch den zweiten Grund, weshalb die lange Pause Uevekoven entgegenkam: Joana Herrmann. Die Stürmerin hatte sich kurz vor dem coronabedingten Saisonabbruch im Vorjahr einen Kreuzbandriss zugezogen. Nun konnte sie die lange spielfreie Zeit nutzen, um wieder fit zu werden – und das ist ihr laut Trainer Arand bemerkenswert gut gelungen. „Sie war extrem fleißig, hat extrem an ihrem Körper gearbeitet“, sagt er und fügt an: „Sie ist aktuell eine richtige Granate, hat eine tolle Form.“

Die Zahlen dazu: Vier Tore beim 7:0 vor zwei Wochen im Pokalviertelfinale gegen Schwanenberg, dazu beide Tore beim 2:0-Erfolg am 2. Spieltag gegen Ippendorf, einer für Arand deutlich besseren Leistung seiner Mannschaft. Die 24-Jährige hat entsprechend großen Anteil daran, dass Trainer Arand durchaus zufrieden mit den ersten Saisonwochen ist. Besonders der Einzug ins Kreispokalfinale freut ihn, das seine Mannschaft unter der Woche mit einem 1:0-Sieg gegen Viktoria Waldenrath-Straeten erreichte: „Das ist ein super Erfolg. Jetzt wollen wir den Pokalsieg klarmachen.“ Das Finale ist für den 28. September terminiert, es geht gegen den Bezirksligisten Selfkant.

In der Liga strebt er mit seinem Team einen Platz im Mittelfeld an – möglichst ohne Abstiegssorgen. Am Wochenende steht die Partie gegen Jüngersdorf an, derzeit punktloses Schlusslicht – unter anderem mit einer 0:10-Klatsche gegen Fortuna Köln. Arand warnt jedoch: „Fortuna ist der absolute Topfavorit in der Liga. Vergangene Woche hat Jüngerdorf nur knapp mit 2:3 gegen Braunweiler verloren, eine andere Top-Mannschaft. Wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen.“ Er hofft, dass sein Team dann die positiven Ansätze aus der vergangenen Ligapartie gegen Ippendorf sowie im Pokal gegen Waldenrath aufgreifen kann. Und vielleicht trifft ja auch Joana Herrmann wieder.