Fußball-Mittelrheinliga : Beeck befindet sich auf einem guten Weg

Analyse Der Trainerwechsel hat dem Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck nichts ausgemacht. Das Team zeigt sich in exzellenter Verfassung. Dass es spielerisch Luft nach oben gibt, ist Jammern auf hohem Niveau.

Um den Aufstieg mitspielen und am liebsten das 100-jährige Vereinsbestehen im nächsten Jahr dann als Regionalligist feiern: So lautete beim FC Wegberg-Beeck die Zielsetzung vor der Saison. Gut zwei Drittel der Hinrunde hat der fußballerische Branchenführer des Kreises Heinsberg nun absolviert. Eine gute Gelegenheit, um vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (15 Uhr) beim Aufsteiger und Tabellenvierten FC Pesch eine Zwischenbilanz zu ziehen.


Ausgangslage In Michael Burlet kam im vergangenen Sommer ein neuer Trainer – der erste Wechsel auf dieser Position beim FC seit sieben Jahren. So lange amtierte zuvor Friedel Henßen, der nun als Sportlicher Leiter Verantwortung trägt. Der Wechsel glückte völlig geräuschlos. Mit Burlet und seinem Co Stefan Kniat hielt zwar zwangsläufig auch ein neuer Stil Einzug, am durchschlagenden Erfolg änderte das beim amtierenden Mittelrheinliga-Vizemeister aber nichts.
Abschneiden Elf Spiele, zehn Siege und eine Niederlage: So liest sich Beecks stolze Zwischenbilanz. Folge: Mit sechs Zählern Vorsprung auf den großen Rivalen 1. FC Düren führen die Kleeblätter die Tabelle an. Dazu kommt der Coup im Mittelrheinpokal. Da kegelten die Kleeblätter den formstarken Regionalligisten Bonner SC verdient mit 2:0 raus.

Stärken Basis des durchschlagenden Erfolgs ist wie in der ähnlich erfolgreichen Hinrunde der Vorsaison eine bärenstarke Abwehr samt mit Stefan Zabel ein ebensolcher Torhüter. Nur sechs Gegentore musste Beeck in den bislang elf Spielen schlucken – das ist mit weitem Abstand Ligabestwert. „Gegen den Ball arbeiten wir wirklich schon sehr gut“, lobt so denn auch Burlet.

Zwei blutjunge Neuzugänge erwiesen sich zudem als Volltreffer: Mittelfeldspieler Tom Geerkens (19) und Stürmer Marc Kleefisch (20) haben sich weit schneller als gedacht nicht nur akklimatisiert, sondern sind aus dem Team auch nicht mehr wegzudenken. Und Angreifer Shpend Hasani ist wieder der erhoffte Knipser, hat bislang achtmal eingenetzt – und arbeitet zudem stets enorm viel für die Mannschaft.

Dazu lief Beeck in den Topspielen auch zur Topform auf. Herausragend war dabei neben dem Bonn-Spiel jüngst das spektakuläre 4:1 in Düren. Speziell die erste Halbzeit war erste Sahne. Da spielte Beeck in allen Bereichen am oberen Limit – abgesehen von der Chancenverwertung. Herausragend waren zudem das 1:0 im weiteren Spitzenspiel in Hennef sowie das 4:1 im Clásico bei Borussia Freialdenhoven.

Und sehr wichtig: Die Truppe ist in einer konditionell äußerst zufriedenstellenden Verfassung. Einige Spieler moserten in der Vorbereitung hinter vorgehaltener Hand zwar über das harte Training, doch das zahlt sich nun eben aus. Ganz krass zeigte sich das im Pokal gegen Bonn: Da schaffte es Beeck in der zweiten Halbzeit, den Gegner fast die komplette Zeit über weit weg vom eigenen Tor zu halten - das muss man errst mal schaffen.


Schwächen Speziell in einigen Heimspielen knirschte es im Spiel nach vorne, war noch nicht der Kombinationsfußball zu sehen, der Trainer Michael Burlet vorschwebt. „Offensiv und spielerisch gibt es in der Tat noch einiges zu verbessern. Da sind wir noch nicht da, wo wir hin wollen“, räumt Burlet ein.

Fazit Da wohl alle anderen Teams in der Liga froh wären, solche Probleme wie Beeck zu haben, ist eines klar: Bleibt der FC von größerem Verletzungspech und längeren Sperren verschont, spielt er bis zum Ende um den Aufstieg mit.

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