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FC Wegberg Beeck: Rolf Göttel sieht gegen Rödinghausen nur ein Eigentor

Fußball-Regionalliga : Rolf Göttel sieht von Beeck nur ein Eigentor

„Die Stimme vom Bökelberg“, sprang gegen Rödinghausen als Stadionsprecher ein. Yannik Leersmacher unterlief ein Missgeschick.

Die „Stimme vom Bökelberg“ war da: Rolf Göttel, 30 Jahre lang Stadionsprecher im berühmten Gladbacher Stadion, in dem er hunderte Treffer der stürmischen Fohlen ansagte mit dem Slogan „Tor für die Borussia“. Weil der etatmäßige Sprecher Romulus Timar nicht zur Verfügung stand und seine vorgesehene Vertreterin Lisa Tellers krankheitsheitbedingt am Spieltag absagen musste, musste Beeck kurzfristig improvisieren – und wurde bei Göttel fündig.

„Rolf ist ein guter Bekannter von mir, er hat sofort zugesagt unter der Bedingung, keinen Firlefanz machen zu müssen“, erläuterte Beecks Geschäftsführer Thomas Klingen. Glück brachte der Prominente am Mikrofon den Beeckern aber nicht: Göttel konnte kein Tor für den FC Wegberg-Beeck ansagen. Am Ende stand im Regionalliga-Spiel gegen den SV Rödinghausen eine verdiente 0:2-Niederlage.

„Nach vorne lief nicht viel, das muss man akzeptieren. Dann darf man aber hinten nicht so viele Fehler machen. Und das haben wir gerade beim ersten sehr frühen Tor getan. Das haben wir gleich doppelt vorbereitet – und dann schießen wir es auch noch selbst“, grantelte Beeck Coach Michael Burlet.

In der Tat: Nach einem Ballverlust gab es ein überflüssiges Foul, und der folgende Freistoß von Nico Buckmaier rutschte Yannik Leersmacher, der für den verletzten Shpend Hasani neu ins Team gekommen war, beim Klärungsversuch über den Fuß – der Ball schlug im Beecker Gehäuse ein (4.).

Die frühe Führung spielte dem Gast natürlich in die Karten. Beeck zeigte Wirkung, leistete sich im Aufbau viele leichte Ballverluste und durfte sich zweimal bei Keeper Stefan Zabel bedanken, gegen die in Halbzeit eins deutlich überlegenen Gäste, die konsequent sehr früh störten, nicht höher in Rückstand geraten zu sein. Umgekehrt stand nur eine nennenswerte Offensiv-Aktion der Gastgeber: Eine scharfe Hereingabe von Tom Geerkens nach einem Doppelpass verfehlte Justin Hoffmanns denkbar knapp – vielleicht hätte dieser da aber auch mit dem Kopf hingehen sollen (32.).

Zur Pause wechselte Burlet doppelt. Mit wesentlich mehr Schwung starteten die Gastgeber in die zweite Halbzeit, setzten sich in der gegnerischen Hälfte fest. Nach einer schönen Kombination scheiterte Manuel Kabambi an SV-Keeper Alexander Sebald (57.). Fünf Minuten später folgte aber die kalte Dusche: Einen blitzsauberen Konter vollendete Jannik Mause zum 2:0 (62.).

„Mit diesem Tor war die Messe gelesen“, räumte Burlet vorbehaltlos ein. Immerhin feierte dann noch Kapitän Maurice Passage nach einer für ihn persönlich sehr durchwachsen gelaufenen Vorbereitung mit gleich drei Verletzungsunterbrechungen sein Comeback. „Es hat gutgetan, mal wieder auf dem Platz gestanden zu haben“, sagte Passage.

Vor diesem Spiel hatte Rödinghausen aus vier Spielen nur zwei Punkte geholt, feierte nun also seinen ersten Saisonsieg. „Uns allen sind 100.000 Steine vom Herzen gefallen“, bekannte SV-Geschäftsführer und Macher Alexander Müller. Zuvor hatte auf dem Platz das letzte Ausrufezeichen Enzo Wirtz gesetzt: Der Ex-Beecker köpfte eine scharf hereingegebene Ecke an die Unterkante der Latte (78.). Im Spiel bekam es der Stürmer vor allem mit seinem früheren Kollegen Sebastian Wilms zu tun – dieses Duell endete unentschieden.

Das Spiel konnte im Internet auf besondere Art geschaut werden: Das Streaming-Portal sporttotal.tv, das seit längerem schon die Spiele im Waldstadion mittels einer vollautomatischen Kamera live überträgt, war diesmal mit einer bemannten Einheit vor Ort. In Höhe der Mittellinie auf der Gegengerade stand ein Gerüst, auf dem der Kameramann das Spiel filmte, das auch mit Kommentar übertragen wurde – für 2,99 Euro war man dabei.

Insgesamt war das Spiel nebst des Ergebnisses passend zur Verkehrssituation am Waldstadion. Die Zufahrt ist derzeit erschwert – zumindest für Anreisende aus Richtung Erkelenz: Weil die Fahrbahndecke auf dem Grenzlandring zwischen Uevekoven und Beeck komplett erneuert wird, muss das Stadion voraussichtlich bis zur Winterpause über die B57 angesteuert werden.

Armand Drevina wird das nicht mehr stören. Der Sechser, seit 2016 beim FC tätig, bat überraschend um Vertragsauflösung, dem der Verein dann auch entsprach. „Armand ist deswegen nach dem Bonn-Spiel auf mich zugekommen, sah für sich keine Einsatzmöglichkeiten mehr“, erläuterte Beecks Sportlicher Leiter Friedel Henßen die Personalie. In den ersten beiden Saisonspielen war Drevina nicht zum Einsatz gekommen.