FC Wegberg-Beeck: Noch 14 Hürden bis zum großen Ziel Regionalliga

Fussball Mittelrheinligist FC Wegberg-Beeck startet in die Rückrunde : Noch 14 Hürden bis zum großen Ziel

Am Sonntag (15.30 Uhr) tritt der FC zum Nachholspiel beim VfL Vichttal an. Fakten und Einschätzungen zu Beecks Ligastart 2019.

Mit acht Punkten Vorsprung auf Aufstiegskonkurrent SV Bergisch Gladbach startet Beeck in die Rückrunde. Das Ziel ist klar: Nach 2015 und 2017 möchten die Kleeblätter zum dritten Mal in die Regionalliga West aufsteigen. Fakten und Einschätzungen zwei Tage vor dem Start in die Rückrunde.

Kommen und Gehen In der Winterpause hat der FC drei neue Spieler verpflichtet – quasi als Ersatz für die drei Langzeit-Ausfälle Kapitän Maurice Passage, Vize-Kapitän Danny Fäuster und Stürmer Tim Blättler. Von Regionalligist SC Wiedenbrück kam André Mandt (25). Der zentrale Mittelfeldspieler entpuppte sich bereits in den Testspielen als die erhoffte Verstärkung, hat seinen Platz im Team sicher – voraussichtlich auf der Zehn. Herausragende fußballerische Klasse und viel Erfahrung hat auch Offensiv-Außenbahnspieler Aleksandar Pranjes (zuletzt Oberligist Germania Ratingen). Der 28-jährige war jedoch in der Vorbereitung durch eine Schulterverletzung stark gehandicapt, kann daher noch gar nicht richtig beurteilt werden. Eher ein Wechsel auf die Zukunft ist Niklas Braun. Der 19-jährige Stürmer kommt schließlich vom A-Ligisten SV Birgden/Langbroich/Schierwaldenrath, muss sich daher erst einmal an die weitaus rauere Mittelrheinliga-Luft gewöhnen. Abgegeben hat Beeck in der Winterpause keinen Spieler.

Testspiele/Vorbereitung Viereinhalb Wochen hat sich Beeck auf die Rückrunde vorbereitet. Witterungsbedingt startete die Vorbereitung sehr schleppend. Nicht wirklich überzeugend verlief dann das Gros der fünf Testspiele. Was weniger an den zweitrangigen Resultaten lag (zwei Siege, ein Remis, zwei Niederlagen), sondern am generellen Auftreten – da ist noch viel Luft nach oben.

Stärken und Schwächen Beecks Prunkstück war in der Hinrunde die bärenstarke Defensive. In 14 Partien (13 Siege, ein Remis) kassierte der FC nur fünf Gegentore – darunter waren auch noch zwei Elfmeter. Aus dem Spiel heraus hat Beeck in 21 Stunden nur drei Gegentore kassiert, also alle sieben Stunden eines – eine Bestmarke wohl für die Ewigkeit. Großen Anteil daran hatte Keeper Stefan Zabel, der durchaus Arbeit bekam, wiederholt vor Beecks jeweiligem 1:0 mit einer Großtat den FC vor einem Rückstand bewahrte. Auch die Viererkette in der Stammbesetzung mit Passage, Fäuster, Zugang Nils Hühne und Sascha Tobor sowie nach Fäusters Ausfall Sebastian Wilms funktionierte blendend – ebenso Abräumer Armand Drevina.

Dazu beeindruckte Beeck mit einer geradezu brutalen Effizienz, nutzte nach verschlafener Anfangsphase häufig gleich die erste Chance zum 1:0 (wiederholt nach einem Standard) – und ließ fortan nur wenig anbrennen. Im ersten Saisondrittel fehlte nach vorne die Durchschlagskraft, doch rechtzeitig vor den Topspielen in Freialdenhoven (3:1) und Bergisch Gladbach (3:0) lief es dann auch in der Offensive rund. Manko: Beecks einziger echter Stürmer ist weiterhin Shpend Hasani – ihm darf wirklich nichts passieren. Spannend wird auch sein, ob auf der linken Außenbahn Beecks Senkrechtstarter Musashi Fujiyoshi, den vor der Saison kaum einer so richtig auf dem Zettel hatte, an seine formidable Hinrunde nahtlos anknüpfen kann – ebenso natürlich, ob die Defensive auch ohne Passage weiterhin so sicher wie die Bank von England steht. Der Ausfall des Kapitäns ist jedenfalls ein herber Verlust – auf und außerhalb des Platzes. Abzuwarten bleibt zudem, ob „Enfant terrible“ Pranjes die erhoffte Verstärkung wird. Das Potenzial dazu hat der etwas eigenwillige Routinier sicherlich.
Trainer/Umfeld Friedel Henßen und Dirk Ruhrig können weiterhin in völliger Ruhe arbeiten. Bezeichnend, dass vor kurzem das gesamte Funktionsteam verlängert hat – die Chemie stimmt einfach.

Der Auftaktgegner Der VfL Vichttal befindet sich laut Trainer Andi Avramovic in seinem „Mythosjahr“ – das zweite Jahr nach dem Aufstieg sei bekanntlich ja immer das schwierigste. Die Hinrunde schloss der VfL auf Rang zwölf ab – mit drei Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Einen Stammplatz beim Team aus dem Stolberger Stadtgebiet hat der frühere Beecker Nico Czichi, bis Juni 2018 beim FC.

Prognose Bleibt Beeck von weiteren schwerwiegenden Verletzungen und längeren Sperren verschont, steigt der FC in die Regionalliga auf.

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