Fußball-Mittelrheinliga : 4:1 – am Ende dreht Beeck mächtig auf

Lange Zeit deutete in Deutz nicht gerade viel auf einen klaren Sieg des Tabellenführers hin. Bis zur 74. Minute stand es 1:1, auch die Gastgeber hätten in Führung gehen können. Binnen neun Minuten traf der FC dann aber noch dreimal.

Stürmischen Applaus sowohl vor als auch nach dem Spiel gegen den FC Wegberg-Beeck erhielt vom Gros der Zuschauer David Marti Alegre, Kapitän und Stoßstürmer der Sportvereinigung Deutz 05. Das hatte seinen guten Grund: Nach sechs erfolgreichen Jahren beim SV geht der Spanier im Winter in seine Heimat zurück, bestritt gegen Beeck also sein letztes Heimspiel für den SV. Deutz’ Stadionsprecher platzte fast vor Stolz, als er die Eckdaten des Goalgetters nannte: 132 Tore in 148 Punktspielen für Deutz in der Mittelrhein-, Landes- und Bezirksliga.

Im Spiel selbst gab’s für den Deutzer Anhang aber nicht so viel zu jubeln, auch wenn es lange Zeit nach einer Punkteteilung aussah. Doch dank eines energischen Schlussspurts siegten die Kleeblätter noch 4:1 und verteidigten damit die Tabellenführung vor dem großen Rivalen 1. FC Düren, der seinerseits beim Dritten SV Siegburg 2:0 gewann. Womit das Meisterschafts- und Aufstiegsrennen endgültig zu einem Zweikampf geworden ist. Auf Siegburg hat Beeck nun zwölf Punkte Vorsprung – auf Düren drei.

„Meine Mannschaft hat die gewünschte Reaktion auf die Pokalschlappe in Friesdorf gezeigt. Spielerisch war es lange Zeit zwar ein wenig verkrampft, war die Partie von Abnutzungskämpfen geprägt. Doch wir haben uns auch vom Rückstand nicht beeindrucken lassen, sind zurückgekommen und haben über den Kampf dann auch zum Spiel gefunden. Ich hoffe, das war heute daher der Knotenlöser“, resümierte FC-Coach Michael Burlet zufrieden.

Gegenüber der Anfangself von Friesdorf hatte Burlet drei Änderungen vorgenommen: Der erkrankte André Mandt sowie Thomas Lambertz und Marc Kleefisch rotierten heraus, der wiedergenesene Kapitän Maurice Passage, Tom Geerkens und Edson herein.

Auf kuriose Art ging Deutz in Führung: Als Chris Massamba zu einem Solo ansetzte, bildeten gleich drei Beecker Spalier, Massamba hatte so freie Bahn (18.). Nach einem Pfostenschuss von Joy-Slayd Mickels im Anschluss an eine Ecke stand dann Beecks Innenverteidiger Sebastian Wilms genau da, wo ansonsten der Goalgetter steht, und staubte zum 1:1 ab (35.). Generell blieb beim FC vieles Stückwerk, schaffte es der Gast nur selten, in die Gefahrenzone zu kommen. Nach dem Wechsel änderte sich daran zunächst nicht viel. Edson, der schon zu Beginn der ersten Halbzeit eine der wenigen klaren Chancen auf dem Fuß hatte, verdaddelte auch am Anfang der zweiten Hälfte eine aussichtsreiche Situation (48.). Umgekehrt besaß auch der SV die Chance zur Führung – speziell beim Schuss von Lukas Kremer reagierte Keeper Stefan Zabel hervorragend (57.).

Absolut erstklassig spielte der Gast dann aber das 2:1 heraus: Nach einem Deutzer Ballverlust spielte Shpend Hasani ruckzuck genau in den Lauf von Edson. Dessen präzise Hereingabe drückte Mickels über die Linie – ein Kontertor aus dem Bilderbuch (74.). Hasani selbst nach Mickels-Pass (78.) und Wilms per von Hannes Viehweger an Edson verursachtem Foulelfmeter (83.) erhöhten noch auf 4:1. Mickels (66.) und Geerkens (76.) hatten für die am Ende deutlich dominierenden Gäste weitere gute Chancen. „Wir haben lange Zeit gut mitgehalten. Das entscheidende 2:1 hat Beeck sehr gut herausgespielt. Danach war für uns nicht mehr viel drin“, urteilte SV-Coach Raimund Kiuzauskas.

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