Fußball : Mit Trauer in die Rückrunde

Am Sonntag beginnt für den FC Wegberg-Beeck, der den Tod seines Vorsitzenden Günter Stroinski zu verkraften hat, in Arnoldsweiler der zweite Saisonteil in der Mittelrheinliga. Fakten und Einschätzungen vor dem Auftakt.

Am heutigen Samstag vor einer Woche verstarb Günter Stroinski, Vorsitzender, Mäzen und Seele des FC Wegberg-Beeck. Acht Tage später, am morgigen Sonntag, startet der FC mit einer Woche Verspätung in die Rückrunde. Bei Viktoria Arnoldsweiler versuchen die Kleeblätter dann auch, nach einer Woche der Trauer wieder in den fußballerischen Alltag zurückzufinden. Eine Bestandsaufnahme kurz vor dem Start.

Vorbereitung Trotz Coronavirus: Der wirkliche Schock ereilte Beeck mit dem Tod des Vereinsbosses. „Das hat uns ins Mark getroffen, können wir auch jetzt nicht so einfach abschütteln“, räumt Coach Michael Burlet ein. Der bezeichnet die Vorbereitung ohnehin als „sehr, sehr durchwachsen“. Kein Wunder angesichts vieler verletzungsbedingter Ausfälle, witterungsbedingter Testspielabsagen und zur Krönung jüngst der einwöchigen Trainings-Zwangspause wegen des Coronavirus. „Ich kann nur hoffen, dass das nun nicht ins Gewicht fällt. Wir haben viel improvisieren müssen“, sagt der 55-Jährige.

Kommen und Gehen Die Fluktuation hat sich in der Winterpause in Grenzen gehalten. Meik Kühnel (Wuppertaler SV) und Yannick Filipovic (Fortuna Köln) kamen, Vize-Kapitän Danny Fäuster, der in der Hinrunde keine große Rolle mehr gespielt hatte, wechselte zu Germania Teveren. Einen Akteur mehr zur Verfügung hat Beeck deswegen vorerst aber nicht: Filipovic, ein gebürtiger Beecker, musste sich einer Meniskus-OP unterziehen und wird daher noch längere Zeit ausfallen.

Aktuelle Verfassung Eine richtig gute Vorbereitung hat Thomas Lambertz absolviert. „Thomas macht einen sehr guten Eindruck, ist eindeutig auf einem höheren Level als im Sommer nach seiner Verletzung“, lobt Burlet Beecks langjährigen Mittelfeldspieler (seit 2012). „Er wird in Arnoldsweiler zur Anfangself zählen“, sagt Burlet. Positiv ist auch, dass Marius Müller mal eine komplette Vorbereitung verletzungsfrei absolvieren konnte – das gab es in der Vergangenheit nicht so häufig.

Der Gegner Mit Arnoldsweiler hat der FC noch eine Rechnung offen. Denn das Hinspiel in Beeck gewann die Viktoria völlig überraschend 3:1. Dabei ist Beeck für die Dürener Vorstädter grundsätzlich so etwas wie ein Angstgegner: Vor dieser Partie hatte der FC gegen die Viktoria 15 von 16 Pflichtspielen gewonnen. Die Viktoria ist vergangenen Sonntag mit einer 1:3-Niederlage im Derby bei Beecks großem Rivalen 1. FC Düren in den zweiten Saisonteil gestartet.

Burlet war vor Ort: „Die Viktoria war für den 1. FC ein starker Gegner. Wir wissen, was auf uns zukommt.“ Das Spiel in Düren war für Arnoldsweiler, das weiterhin von Thomas Virnich trainiert wird und zurzeit knapp über dem Strich steht, aber bereits das zweite Pflichtspiel im neuen Jahr. Denn Aschermittwoch durfte die Viktoria im Viertelfinale des Mittelrheinpokals ran, spielte bei Landesligist Germania Windeck. Nach einem 0:0 in der regulären Spielzeit schoss Arnoldsweiler in der Verlängerung noch satte sechs Tore, siegte so 6:0 und steht nun im Halbfinale. In beiden Spielen stand Admir Terzic in der Anfangself – in der Hinrunde trug der noch den Beecker Dress.

Saisonprognose Gut möglich, dass das Aufstiegsrennen zwischen Beeck und Düren bis zum letzten Spieltag geht. Dass Düren mittel- und langfristig über ganz andere Möglichkeiten als der FC verfügt, ist unstrittig – so hat sich Düren auch nun schon profimäßig ein Winter-Trainingslager im türkischen Belek gegönnt und trainierte, von Weiberfastnacht abgesehen, wegen des Mittelrheinpokal-Viertelfinals bei Landesligist Viktoria Glesch-Paffendorf (2:1) am Aschermittwoch sogar über Karneval voll durch. Aktuell sind die Teams aber noch auf Augenhöhe. Größter Mutmacher sollte für Beeck das Hinspiel in Düren sein. Das gewann der FC nach einer Galavorstellung 4:1 – Beecks stärkste Leistung in einem Ligaspiel seit einigen Jahren.