Fußball : Hochmut kommt vor dem Fall

Mittelrheinliga: Blau-Weiß Friesdorf nahm Tabellenführer FC Wegberg-Beeck drei Punkte ab. Die 1:3-Niederlage war letztlich verdient.

Überraschend, aber keinesfalls unverdient verlor Tabellenführer FC Wegberg-Beeck beim Tabellenachten BW Friesdorf mit 1:3 (1:2). Am Ende gestand Gäste-Trainer Friedel Henßen unumwunden zu: „Friesdorf hat völlig verdient gewonnen.“

Beecks Trainer ärgerte sich über die Einstellung seiner Akteure. „Da hatten einige schon vor der Begegnung die Nase ein wenig zu hoch.“ Kein Wunder im Angesicht einer völlig umgekrempelten Gastgeberriege. „Wir hatten in der Winterpause den halben Kader verloren“, bekannte Friesdorfs Trainer Thomas Huhn. Aber die Gastgeber legten nach dem Anpfiff richtig los. Auf dem für Beecker ungewohnten Kunstrasenplatz begann Friesdorf mit einem aggressiven Spiel, tief gestaffelt und auf Konter bedacht. Zu Beginn hielten die Gäste mit, nach einer Viertelstunde war noch nichts passiert. Der erste Friesdorfer Angriff jedoch brachte gleich die Führung durch Daito Terauchi (19.), der Tabellenführer geriet in Rückstand.

Doch Aleksandar Pranjes (26.) entwischte seinem Gegenspieler und traf zum Ausgleich. Die Gäste schöpften Hoffnung. Nicht lange allerdings, denn nur vier Minuten später lief Beeck in einen Konter. Ein eigener Freistoß in der Friesdorfer Hälfte entwickelte sich um Schnellangriff für die Gastgeber. Fabian Djmail hatte wenig Mühe, Torhüter Stefan Zabel das Nachsehen. Zum Pausentee verabschiedeten sich die Friesdorfer mit 2:1.

Die Standpauke von Friedel Henßen schien zu wirken, denn der FC kam mit guten Vorsätzen aus der Kabine. Die Gäste übernahmen mehr und mehr das Spielgeschehen auf dem Rasen, Henßen sprach hinterher von einem dreiviertel Ballbesitz. Tore fielen allerdings nicht. „Wir hatten uns akribisch auf Beeck vorbereitet“, erklärte Huhn. „Mit langen hohen Bällen war der Beecker Hintermannschaft nicht beizukommen, das wussten wir. Also haben wir flach gespielt und damit einige Chancen kreiert.“

Wenige Chancen machte Henßen bei der Betrachtung aus, vor allem aber monierte er: „Wir haben schlecht verteidigt. Das hat der Gegner natürlich eiskalt ausgenutzt.“ Der Trainer vermisste die Umsetzung einfacher Mittel, die Bereitschaft sich zu quälen und die notwendige Einstellung, um der Partie noch eine Wende zu geben. Gegen Ende musste der FC Wegberg-Beeck die Reihen lockern, um überhaupt noch eine Gelegenheit zum Ausgleich zu bekommen. Aber die Gastgeber ließen sich nicht überlisten, im Gegenteil. In der Nachspielzeit traf Daito Terauchi zum 3:1 (90.+1). Die Überraschung war perfekt.

„Ich hatte in der Winterpause bei den zahlreichen Abgängen erklärt, es mit der Mannschaft versuchen zu wollen“, bekannte sich Friesdorfs Trainer Thomas Huhn zum „neuen“ Friesdorfer Kader. Mit dieser Mannschaft gelang dann auch gleich zum Auftakt nach der Winterpause der Beleg, dass Friesdorf die vielen Wechsel doch ganz gut verkraftet hat. „Für uns gilt es nun, im nächsten Spiel wieder in die Spur zu kommen und die Ambitionen zu untermauern“, forderte FC-Trainer Friedel Henßen eine Reaktion der Mannschaft.

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