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FC Wegberg-Beeck: Maurice Passage mit Zaubertor gegen Wiedenbrück

Fußball-Regionalliga : Passages Zaubertor auf der letzten Rille

Beeck gewann das Sechs-Punkte-Spiel gegen Wiedenbrück 2:0. Die sehr intensive und giftige Partie war von vielen Nickligkeiten und Animositäten geprägt. Kapitän Passage gelang mit seiner finalen Aktion ein spektakuläres Tor.

70 Minuten lang hatte Maurice Passage, Kapitän des FC Wegberg-Beeck, gegen Mitaufsteiger SC Wiedenbrück alles rausgehauen, was der Körper noch hergab – eine schmerzhafte Rippenprellung machte „Mo“ immer mehr zu schaffen. Dennoch gehörte der 29-Jährige in der beiderseits ebenso hitzig wie verbissen geführten Begegnung zu Beecks besten Akteuren, war sehr präsent.

In der 72. Minute beim Stand von 1:0 für den FC schlug dann seine ganz große Stunde: Nachdem Wiedenbrück vergeblich ein vermeintliches Foul im Strafraum an seinem Stoßstürmer Viktor Maier reklamiert hatte, leitete André Mandt den schnellen Gegenangriff ein, bediente den durchstartenden Passage. Fast von der Seitenlinie aus löffelte der dann den Ball aus rund 40 Metern Entfernung über Wiedenbrücks herausgestürzten Torhüter Marcel Hölscher zum entscheidenden 2:0 ins Tor.

„Das war ein Juan-Arango-Gedächtnistor – genauso hat der mal gegen Mainz getroffen“, jubelte direkt danach lautstark Beecks Macher Werner Tellers, der den Geniestreich des Kapitäns aus nächster Nähe verfolgt hatte und ihm anschließend liebevoll den Kopf tätschelte. Der Kunstschuss war Passages letzte Aktion – direkt danach musste er ausgewechselt werden. „Die Schmerzen an der Rippe wurden immer stärker“, erläuterte Passage und schilderte sein spektakuläres Tor: „Im Fallen habe ich noch den Flug des Balles verfolgt und dachte mir direkt, das könnte hinhauen.“ So war es. Und was Arango angeht: Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldakteur hatte in der Tat so auch mal gegen Mainz getroffen – im Dezember 2012. Nur war’s bei ihm nicht von der rechten, sondern von der linken Seite.

„Das war von Mo ein echtes Tor des Monats“, befand auch Beecks Coach Michael Burlet und freute sich über den so wichtigen Dreier. „Es war ein verdienter Sieg. Denn nach einer Viertelstunde haben wir uns richtig in die Partie reingearbeitet. Jeder hat für jeden gekämpft, die Mannschaft hat die richtige Reaktion auf das 0:5 von Oberhausen gezeigt. Dazu haben wir zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht.“

Zugleich räumte er ein, dass es beim ersten Beecker Kunstrasen-Meisterschafts-Heimspiel der Vereinsgeschichte sicherlich keine spielerische Glanzleistung war. „Das können wir besser. Doch mit Tiki-Taka gewinnt man so ein intensives Spiel nicht.“ Nachdem Wiedenbrück deutlich die Anfangsphase gehört hatte, kam Beeck zunehmend besser ins Spiel, die Partie verlief völlig ausgeglichen – mit sehr wenigen Strafraumszenen.

Bezeichnend, dass zwei der drei nennenswerten Beecker Gelegenheiten der ersten Halbzeit Schüsse aus jeweils rund 35 Metern waren: einmal Sebastian Wilms (15.), einmal Mandt (45.+1). Und Shpend Hasani vergab Beecks einzige Chance im Strafraum: Sein Schuss nach einem schnell ausgeführten Mandt-Frei­stoß ging knapp am langen Eck vorbei (45.).

Beecks starker Taktgeber Mandt, der nach einer rüden Attacke in der ersten Halbzeit fast schon rausgemusst hätte, aber auf die Zähne biss, leitete nach dem Seitenwechsel gegen seinen Ex-Verein nicht nur das zweite, sondern auch das erste Tor ein: Sein klasse Zuspiel in die Tiefe fand Justin Hoffmanns, der frei vor dem Tor die Nerven behielt und traf (48.). Xhuljo Tabaku verpasste nach einem Sololauf kurz darauf den Anschlusstreffer (51.). Richtig in Gefahr geriet Beecks Tor danach erst wieder in der Nachspielzeit. Da schob Robin Twyrdy völlig freistehend Keeper Stefan Zabel den Ball aus zwei Metern in die Arme. Mehr ließ der FC nicht zu – auch dank der starken Innenverteidiger Wilms und Yannik Leersmacher

Doch nicht nur Passage und Mandt trugen bei Beeck ernsthafte Blessuren davon: Evangelos Skraparas erlitt einen Nasenbeinbruch.