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FC Wegberg-Beeck in der Mittelrheinliga: Remis macht Bergisch-Gladbach zum Meister

Fußball : Beecks Remis macht SV vorzeitig zum Meister

Fußball-Mittelrheinliga: Der FC verabschiedet sich mit einem 1:1 in Düren aus der Saison. In Bergisch Gladbach knallen die Sektkorken.

Nicht wenige Tribünenbesucher unter den insgesamt 320 Zuschauern in der altehrwürdigen Dürener Westkampfbahn rieben sich beim Abpfiff verwundert die Augen. „Jaaa!“, brüllte da ein junger Mann aus der hintersten Reihe euphorisch und jagte nach unten. Dabei war die Partie zwischen dem 1. FC Düren und dem FC Wegberg-Beeck unspektakulär mit einem 1:1 zu Ende gegangen. Doch die unbändige Freude dieses Besuchers hatte seinen guten Grund. Denn der war Helge Hohl, der Trainer des SV Bergisch Gladbach – und der war durch das Beecker Remis soeben vorzeitig aufgestiegen. Unsere Redaktion fing Hohl dann doch noch ein. „Das fühlt sich einfach unfassbar gut an“, sprudelte es aus Gladbachs Coach heraus – quasi auf dem Sofa gelang dem SV so Meisterschaft und Aufstieg in die Regionalliga.

Die Enttäuschung über den dadurch nun amtlichen Nichtaufstieg hielt sich bei Friedel Henßen in seinem letzten Spiel als Beecker Trainer aber in engen Grenzen. „Unsere Chance war ja ohnehin nur noch sehr gering. Platz zwei ist für uns sicherlich auch kein Weltuntergang. Und die heutige Partie war irgendwie ein Spiegelbild der Rückrunde. In der zweiten Halbzeit haben wir es durch eine Quasi-Eigentor und eine Rote Karte doch mal wieder selbst verdaddelt.“

Dabei legten die Kleeblätter eine sehr ordentliche erste Hälfte hin, zeigten da, dass sie die kleine theoretische Aufstiegschance unbedingt noch nutzen wollten. „Wenn Beeck zur Pause 2:0 führt, hätten wir uns nicht beschweren können. Das 0:0 zur Pause hat uns unser Torhüter Kevin Jackmuth gerettet“, räumte denn auch Dürens Interimscoach und Sportlicher Leiter Frank Rombey vorbehaltlos ein.

Zunächst parierte Jackmuth gegen den frei vor ihm auftauchenden Shpend Hasani (16.), dann lenkte er einen Freistoß Hasanis noch an die Latte (27.). Kurz darauf versemmelte Musashi Fujiyoshi aus kurzer Distanz (31.). Wenige Sekunden zuvor hatte Henßen einen ersten Wechsel vornehmen müssen, brachte für den akut gelb-rot-gefährdeten Riad Chak­roun den Japaner Sakae Iohara. Auf den hatten vor der Saison so große Hoffnungen geruht – gerecht werden konnte der Offensivmann diesen aber bei weitem nicht.

Eine Art Slapsticktor verhalf Düren kurz nach dem Seitenwechsel zur Führung: Beecks Keeper Stefan Zabel und sein Abwehrkollege Yannik Leersmacher waren sich nach einem langen Ball in den Strafraum nicht einig, lachender Dritter war Dürens Dennis Dreyer und schob den Ball ins leere Tor (50.). Der Ausgleich ließ aber nicht lange auf sich warten: FC-Kapitän Maurice Passage schickte Aleksandar Pranjes in die Gasse, dessen präzises Zuspiel von der Grundlinie drückte Hasani über die Linie – sein 20. Saisontor (57.).

Doch dann sah Nils Hühne nach einem Notbremsen-Rempler gegen Timo Braun Rot (75.) – bereits Hühnes zweiter Platzverweis der Saison. Danach zeichnete sich immer mehr ab, dass Beeck den Sieg wohl nicht mehr schaffen würde. Sekunden nach dem Abpfiff sah dann auch noch Pranjes wegen Beleidigung eines der beiden Assistenten Rot. „Ihr habt gepfiffen wie ein Müllhaufen“, hatte er zu dem gesagt.

Nach der Heimfahrt wurde der scheidende langjährige Co-Trainer Dirk Ruhrig (insgesamt zehneinhalb Jahre im Verein) im Beecker Schützenfestzelt offiziell von Geschäftsführer Thomas Klingen verabschiedet. „Lieber Dirk, du bist der erste Abgang in Beeck, der mir wirklich richtig nahegeht. Denn du bist nicht nur ein herausragender Trainer, sondern auch ein klasse Mensch.“

Beeck: Zabel – Passage, Leersmacher, Hühne, Post – Chakroun (30. Iohara), Mandt – Thelen, Pranjes, Fujiyoshi (89. Zayton) – Hasani