FC Wegberg-Beeck gastiert in der Mittelrheinliga zum ersten Mal beim SV Deutz

Fußball : Premierenbegegnung vor großer Kulisse

Mittelrheinliga: Morgen bekommt es der FC Wegberg-Beeck mit einem ganz neuen Gegner zu tun: Gegen Aufsteiger SV Deutz 05 hat der FC noch nie gespielt. Anstoß in Deutz ist um 19.45 Uhr. Der Gastgeber erwartet rund 800 Zuschauer.

Ungewöhnlicher Spieltermin, ungewöhnlich viele Zuschauer und dann auch noch eine Premierenbegegnung: Beecks zweites Auswärtsspiel in Folge verspricht mächtig interessant zu werden. Zum überhaupt ersten Mal misst sich der FC mit dem SV Deutz, dem souveränen Aufsteiger aus der Landesliga, Staffel 1 – und das aller Voraussicht nach vor einer außergewöhnlichen Kulisse auf dem recht kleinen Kunstrasenplatz des BB- Bank-Sportparks an der Dr.-Simons-Straße: „Wir hatten in den vorherigen Heimspielen ja auch schon sehr viele Zuschauer. Gegen Beeck erwarten wir nun rund 800. Der Samstagabend ist für uns sehr günstig, und dann ist es auf dem Papier ja auch noch ein Spitzenspiel: Der Vierte spielt gegen den Ersten“, erklärt Deutz’ Trainer Raimund Kiuzauskas. Der freut sich wie alle im Lager der rechtsrheinischen Kölschen mächtig auf morgen Abend: „Auch wenn Beeck sicher der Favorit ist: Chancenlos sind wir nicht.“

Die ersten drei Spieltage grüßte das Team von der „Schäl Sick“ nach lauter Siegen gar von der Spitze, drehte dabei gegen Hürth einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg. Aus den folgenden drei Spielen holten die Rechtsrheinischen aber nur noch einen Punkt, sind so etwas zurückgefallen. Wirklich sauer ist Kiuzauskas aber nur über die vergangene Partie beim 1. FC Düren (0:3): „Da sind wir nicht an einem überragenden Gegner gescheitert, sondern an uns selbst. Diese Niederlage haben wir uns voll uns ganz selbst zuzuschreiben. Wir haben sowohl im Aufbauspiel als auch in der Rückwärtsbewegung viele Fehler gemacht und uns so selbst geschlagen. Das hat uns richtig wütend gemacht, und daher kommt uns Beeck nun wie gerufen. Gegen den Tabellenführer können wir zeigen, dass wir es wesentlich besser können.“

Buchstäblich gut in Schuss ist Deutz auf alle Fälle: Der SV hat bislang schon zehn Mal eingelocht, umgekehrt aber genauso viele Tore auch schon kassiert – ein deutlicher Hinweis, wo beim Aufsteiger die Stärken und Schwächen liegen. Ungeheure Angriffswucht hatten die Kölschen auch schon in der Aufstiegssaison demonstriert. Da erzielten sie in 30 Spielen 91 Tore – im Schnitt also drei. Dazu holte er 68 Punkte, stand schon Anfang Mai als Aufsteiger fest. Am Ende hatte der SV vor Vizemeister TuS Oberpleis satte 18 Punkte Vorsprung.

Maßgeblich dazu beigetragen hat ein „Ibero-Duo“: Der Spanier David Marti Alegre erzielte sage und schreibe 37 Tore (dazu auch noch sieben Torvorlagen), ordentlich unterstützt vom Portugiesen Telmo Pires Teixera (14 Tore, 13 Assists). Auch in der Mittelrheinliga hat sich dieses Duo rasch akklimatisiert. Alegre fehlte zuletzt zwar verletzt, kommt in drei Spielen aber immerhin auf zwei Tore und ein Assist, und für Teixera stehen schon vier Treffer und drei Vorlagen zu Buche.

Auf Beecks Abwehr dürfte morgen also einige Arbeit zukommen. Für längere Zeit verzichten muss der FC aber auf seinen Abwehrchef: Vizekapitän Danny Fäuster hat sich in Arnoldsweiler wie befürchtet eine schwerwiegendere Knieverletzung zugezogen. „Zumindest der Meniskus ist kaputt. Genauen Aufschluss wird eine MRT am Freitag ergeben. Wir hoffen natürlich sehr, dass die nicht noch mehr ergibt“, sagt Beecks Coach Friedel Henßen. Weiterhin fällt Tim Blättler aus, der nächste Woche wieder ins Training einsteigen soll. Ein dickes Fragezeichen steht zudem hinter Sascha Tobor (Adduktorenprobleme).

„Dennoch fahren wir nach Deutz, um da zu gewinnen und auch spielbestimmend zu sein. Das wird aber eine schwierige Aufgabe, zumal in Deutz auch noch richtig Stimmung sein muss. Ich erwarte ein offenes Spiel“, sagt Henßen.

Darauf hofft auch Kollege Kiuzauskas, der beim SV seit Januar 2016 auf der sportlichen Kommandobrücke steht und in schier aussichtsloser Lage in der Rückrunde noch den Klassenerhalt schaffte. Es folgte ein Jahr der Konsolidierung, ehe 2017/18 der souveräne Aufstieg gelang. „Der war aber nicht geplant. Generell sehen wir uns als Ausbildungsverein, setzen sehr auf junge Spieler“, erläutert Kiuzauskas, der zudem im Fußballkreis Köln auch noch als Stützpunkttrainer arbeitet.

„In der Mittelrheinliga stehen unsere Spieler im Schaufenster, können sich für noch höhere Aufgaben empfehlen. In Deutz leben wir sehr von der Begeisterung und dem Zusammenhalt. Unser Etat ist dagegen klein. Viktoria Köln ist nur drei Kilometer von uns weg. Da ist es eben schwer, an Sponsoren zu kommen“, sagt der Coach – und räumt dazu aber ein: „Es wäre sehr schön, wenn wir uns hinter dem 1. FC, der Fortuna und der Viktoria als vierte Kraft in Köln etablieren könnten. In dieser Saison streben wir aber einfach den Klassenerhalt an. Wir wollen zwischen Platz neun und zwölf landen.“