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FC Wegberg-Beeck erwartet SV Bergisch Gladbach zum Mittelrheinliga-Topspiel

Mittelrheinliga-Topspiel : Aufstiegs-Showdown im Waldstadion

Am Sonntag (15 Uhr) steigt in Beeck das Topspiel gegen Bergisch Gladbach – Erster gegen Zweiter. Um weiterhin aus eigener Kraft aufsteigen zu können, benötigt der FC unbedingt einen Sieg.

13 Spiele, 13 Siege bei 35:3 Toren: Die Heimbilanz des FC Wegberg-Beeck ist vor dem letzten Spiel im Waldstadion in dieser Saison einfach makellos. In diesem letzten Spiel ist sie nun aber der größten Belastungsprobe überhaupt ausgesetzt: Am Sonntag (Anstoß 15 Uhr) kommt der SV Bergisch Gladbach zum absoluten Topspiel nach Beeck. Dann heißt es Erster gegen Zweiter, beste Heim- gegen beste Auswärtsmannschaft, bestes Hinrunden- gegen bestes Rückrundenteam – und die beiden herausragenden Torjäger der Liga stehen sich auch noch gegenüber: Beecks Shpend Hasani hat 19 Mal eingelocht, Gladbachs Metin Kizil gar 25 Mal.

„Das ist einfach das Spiel der Superlative. Mit einem Remis könnten wir dabei gut leben“, sagt SV-Coach Helge Hohl. Was seinen Grund in der Ausgangslage hat. Denn formell ist zwar Beeck mit einem Punkt mehr Tabellenführer. Doch da die Bergischen noch ein Spiel mehr auszutragen haben, ist Beeck im Grunde schon seit Wochen nicht mehr der Gejagte, sondern der Jäger. Um aus eigener Kraft noch aufsteigen zu können, benötigen die Kleeblätter also mit aller Gewalt einen Sieg. Bei einem Remis wäre der FC auf Schützenhilfe von Gladbachs noch folgenden Gegnern Breinig oder Freialdenhoven angewiesen. Gewinnt der SV, ist er zwar noch nicht rechnerisch, aber praktisch aufgestiegen.

Trotz dieser Brisanz bleibt Beecks Coach Friedel Henßen betont gelassen: „Keine Frage, es geht um viel. Dennoch bin ich entspannt, weil ich weiß, dass wir solche Spiele können.“ Denn beide bisherigen Regionalliga-Aufstiege hat Beeck erst jeweils ganz am Ende eingetütet: Vor zwei Jahren gelang die Meisterschaft am letzten Spieltag mit einem 4:1 gegen Viktoria Arnoldsweiler vor rund 1000 Zuschauern im Waldstadion. Noch weit mehr für diese These spricht jedoch der erste Aufstieg 2015: Da gewannen die Kleeblätter am vorletzten Spieltag vor über 2000 Zuschauern beim direkten Konkurrenten Bonner SC das „Endspiel“ um den Aufstieg völlig verdient mit 2:0 – ein Spiel, das rund um Beeck seitdem Kultstatus genießt.

Was Henßen im Detail zu seiner optimistischen Einschätzung verleitet, sind diese Fähigkeiten seines Teams: „Wir haben die Qualität, die Erfahrung und auch den notwendigen Willen, solche Spiele erfolgreich zu bestreiten – ebenso die notwendige Geduld. Wir werden sicherlich nicht offen Holland spielen. Das Spiel dauert schließlich 90 Minuten.“

Eines betont Henßen aber auch: „Der 4:0-Sieg in Merten war auch in psychologischer Hinsicht für den Saisonendspurt unheimlich wichtig. Endlich haben wir da auswärts den Bock umgestoßen, ist eine Last von allen Spielern abgefallen.“ Nach sehr zäher erster Halbzeit und dem folgenden erlösenden Doppelschlag zum 2:0 spielten die Schwarz-Roten in der Tat wie befreit auf, lief es auf einmal richtig flüssig. Stellvertretend für alle darf da getrost die Leistung von André Mandt gelten, der plötzlich wie aufgedreht spielte. Henßen; „Fußball ist nun mal auch Kopfsache.“

Was Kollege Hohl genauso sieht: „Mitentscheidend wird sein, ob wir es hinbekommen, weder zu überdrehen noch zu verkrampfen, sondern die richtige Balance zu finden. Kleinigkeiten werden entscheiden.“ Psychologisch sieht er sein Team im Vorteil: „Wir haben eher etwas zu gewinnen, Beeck eher etwas zu verlieren.“ Dennoch macht auch Hohl keinen Hehl daraus, dass er nach der bislang so formidablen Rückrunde (neun Siege, zwei Remis) aufsteigen möchte: „Wir würden gerne hoch gehen, es ist für uns aber kein Muss.“

Insgesamt ist der SV seit 13 Spielen ungeschlagen. Die zweite und bislang letzte Niederlage dieser Saison kassierte er am 18. November 2018. Da zeigte Beeck in der Gladbacher Belkaw-Arena eine Galavorstellung, siegte 3:0. Alle drei Tore schoss Hasani. „Da waren wir völlig chancenlos“, erinnert sich Hohl. Karnevalssamstag sah das beim zweiten Aufeinandertreffen dann aber ganz anders aus: Mit viel Glück und einem Last-Minute-Tor gewann Beeck das Viertelfinale im Mittelrheinpokal auswärts 2:1. Beide Treffer schoss erneut Hasani, der damit das personifizierte Bergisch Gladbacher Schreckgespenst ist. Auf ihn wird’s auch morgen ankommen.

Ebenso natürlich auf Maurice Passage. Beecks Kapitän freut sich wie alle mächtig auf den Hit: „Für solche Partien spielt man doch Fußball. Am Sonntag geht’s um alles.“