Rettungsschwimmen : Rettungsschwimmerin auf Topniveau

Nina Holt gehört zu den besten Rettungsschwimmerinnen Europas. Bei der EM in Italien gewann das 16-Jährige Talent aus Erkelenz insgesamt 13 Medaillen.

Wenn Nina Holt von ihrem Sport erzählt, blickt sie nicht selten in fragende Gesichter. Denn die 16-jährige Schwimmerin steigt nicht nur für die SG Mönchengladbach ins Wasser, sondern tritt auch für die DLRG Erkelenz als Rettungsschwimmerin in sportlichen Wettkämpfen an. „Wenn die Leute DLRG hören, dann denken sie oft direkt an die klassische Wasserrettung oder ihr Seepferdchen, das sie dort gemacht haben“, erklärt Nina Holt. „Aber kaum jemand hat dabei Rettungsschwimmen auf Wettkampfbasis im Kopf.“ Manchmal zückt die Schülerin dann ihr Smartphone und zeigt Aufnahmen, wie ein Wettkampf in der abwechslungsreichen Sportart aussieht.

Seit kurzem kann die 16-Jährige dabei auf Aufnahmen aus dem italienischen Riccione zurückgreifen. Dort fand nun die vom Kontinentalverband „International Life Saving Federation of Europe“ ausgetragene Europameisterschaft im Rettungsschwimmen statt. Und die gebürtige Erkelenzerin sorgte bei den Junioren-Wettkämpfen mit insgesamt 13 Medaillen für Furore. Drei Goldmedaillen sicherte sich Nina Holt in den Einzeldisziplinen, drei weitere Europameistertitel ließ sie mit den Staffeln folgen. Nach ihrer ersten Teilnahme 2018 in Irland, war das für die junge Nachwuchsschwimmerin bereits die zweite Europameisterschaft im Rettungssport. „Es gibt dabei insgesamt weniger Disziplinen als beim klassischen Schwimmen, dafür sind die Wettkämpfe abwechslungsreicher“, sagt sie.

Die Wettkämpfe finden im Schwimmbecken oder im Meer statt. Im Becken kommt dabei oft eine etwa ein Meter große und 50 Kilo schwere Hartplastikpuppe zum Einsatz. Mit ihr wird auf sportlicher Wettkampfbasis eine Rettung simuliert. So müssen die Sportler bei einer Disziplin zunächst 25 Meter Freistil schwimmen, dann zu der Puppe tauchen, um sie weitere 25 Meter an Land zu bringen. Im Vergleich zu den typischen Disziplinen im Schwimmen kommt es bei den Rettungswettkämpfen auf weitere wichtige Faktoren an. „Man muss die Rennen viel taktischer angehen, da es schwieriger ist, sich die Kraft richtig einzuteilen. Insgesamt ist es anstrengender und technisch anspruchsvoller“, erklärt Nina Holt.

Die Schülerin, die für die SG Mönchengladbach auch an Schwimmwettkämpfen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) teilnimmt, hat 2014 bei der DLRG Erkelenz mit dem Rettungssport angefangen. Bereits ein Jahr später hat sie die ersten Wettkämpfe bestritten. Dass ihr der Rettungssport besonders liegt, bewies sie zuletzt nicht nur bei der EM in Italien, sondern auch bei den Deutschen Meisterschaft in Hagen, wo sie in den Disziplinen „50 Meter Retten“, „100 Meter Retten mit Flossen“ und „100 Meter Hindernisschwimmen“ jeweils deutsche Rekorde für ihre Altersklasse aufstellte.

Um dieses Leistungsniveau halten zu können, trainiert die Schülerin an sechs Tagen in der Woche. Jeden Samstag trifft sie sich mit ihrer Freundin Elaine Burdich, um die DLRG-Disziplinen zu üben. Die 14-jährige Burdich belegte bei den Deutschen Meisterschaften den dritten Rang und qualifizierte sich  erstmalig für den Bundeskader. Für Nina Holt ist das nächste Ziel schon klar gesetzt. 2020 findet die WM in Italien statt. Als eine der besten Rettungsschwimmerinnen Europas macht sie sich berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme.

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