80 Jahre Mitgliedschaft : Emotionale Versammlung beim TV Erkelenz

Josef Krahe wird bei „Gänsehautstimmung“ für 80 Jahre im Verein geehrt. Der ETV hat nun erstmals in seiner Geschichte die Marke von 1500 Mitgliedern geknackt. Künftig geht er mit einem neuen Leitbild voran.

Ein Leben lang ETV: Als Josef Krahe Ende der 1930er Jahre dem TV Erkelenz beitrat, waren die allermeisten seiner Mitglieder noch lange nicht geboren. Auf der Jahresversammlung des größten Vereins im Stadtgebiet wurde der 92-Jährige nun für 80 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. „Das war richtig emotional. Ein Gänsehautmoment“, sagt Petra Zittrich, Geschäftsführerin des ETV.

Schließlich hätte der Vorsitzende Peter Peidl in seiner Lobesrede genau die richtigen Worte getroffen. „Herr Krahe war damals mit ein Grund dafür, dass ich im ETV als Trainer aktiv geworden bin“, sagte Peidl. Krahe prägte den Verein unter anderem in der Schwimmabteilung und war früher Handballer. Seine ganze Familie war und ist im Verein aktiv, auf der Versammlung war auch sein Enkel anwesend. Die Ehrung hätte Krahe laut Zittrich sehr bewegt: „Das war rührend und richtig schön. Da macht es richtig Spaß, in einem Verein zu sein.“

Viel gelacht sei bei der Ehrung des Ehepaars Dickert worden. Erika ist seit 70 Jahren Mitglied. Heinz heiratete vor 50 Jahre nicht nur seine Frau, sondern gleichzeitig auch in den Verein hinein.

Auf der Tagesordnung stand bei der Sitzung in der Oerather Mühle vor allem eine Satzungsänderung. „Das waren in erster Linie ein paar Wortklaubereien, nichts weltbewegendes“, sagt Zittrich. Zudem verfügt der Verein nun über eine Präambel, ein Leitbild für den Klub. Darin enthalten: Eine besondere Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen, eine Haltung gegen Intoleranz, Rassismus und politischen Extremismus sowie die Inklusion und Integration von Behinderten und Migranten. „Dieses Leitbild entspricht dem, was wir als Verein gerne vorleben wollen. Das kam bei den Mitgliedern sehr gut an“, sagt Zittrich. Erfreulich für sie: „Es ist richtig, richtig friedlich geblieben bei den Diskussionen. Sonst hat man ja immer solche Mitglieder dabei, die sich nur ein Mal pro Jahr blicken lassen, um ihre Meinung kundzutun.“

Was die Mitgliederzahlen angeht, kann der Verein einen neuen Rekord vermelden: Zum Jahreswechsel war der TV Erkelenz erstmals in seiner Geschichte mehr als 1500 Menschen stark. „Das war für uns immer die magische Grenze. Wir sind richtig stolz, dass wir die jetzt überschritten haben“, sagt Zittrich. Knapp die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. „Dabei wurde doch immer gesagt, dass die Zahlen dort einbrechen werden.“

Probleme sieht die Geschäftsführerin hingegen beim Finden von Übungsleitern: „Wir mussten deshalb vor Kurzem zwei Gruppen stilllegen. Das ist echt frustrierend, Menschen, die sich bewegen wollen, nicht bewegen zu können.“ Sie sucht dringend nach geeignetem Personal, denn die Nachfrage sei hoch: „Vor allem bei den Kindern haben wir eigentlich in jedem Kurs Wartelisten.“

Bei den Vorstandswahlen ließen sich alle bisherigen Vertreter in ihren Posten bestätigen. So sind Gaby Mohrhenn und Norbert Böbel weiterhin stellvertretende Vorsitzende, der geehrte Heinz Dickert bleibt Sozialwart.

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