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Fußball: Einige Sprüche dürfen wir uns schon anhören

Fußball : Einige Sprüche dürfen wir uns schon anhören

Beecks Allrounder über verbale Gepflogenheiten in der Liga und über das Pokalspiel beim Ex-Klub.

Glückwunsch zu diesem phänomenalen Sieg! Erstmals hat der FC einen Großen geschlagen. Was ist das Beecker Erfolgsrezept?

SZYMCZEWSKI Bei uns rennt einfach jeder für jeden, das Team wächst immer weiter zusammen. Dazu kommt der absolute Wille bei jedem Einzelnen. Wir wissen alle, dass wir in dieser Liga in jedem Spiel ans Limit gehen müssen, um bestehen zu können. Die Bereitschaft, stets diesen inneren Schweinehund zu überwinden, bringen alle mit.

Gegen Rödinghausen hat das Team aber auch richtig gut Fußball gespielt - nicht nur Fußball gearbeitet.

Szymczewski Das ist richtig. Wir haben ein klasse Spiel gemacht. Die Zuschauer sind glücklich nach Hause gegangen - ein sehr schönes Gefühl.

Sie selbst kamen auf ungewohnter Position zum Einsatz - hinter Shpend Hasani als hängende Spitze. Das hat sehr ordentlich geklappt.

Szymczewski Danke. Ich spiele aber einfach da, wo ich am meisten gebraucht werde - und das war gegen den SV nun mal auf dieser Position. Klar bin ich nicht so kopfballstark wie Sahin Dagistan - und da man Shpend Hasani ja auch nicht unbedingt hoch anspielen sollte, haben wir mehr über den Boden gespielt. Das hat sehr gut geklappt, und ich glaube, dass Rödinghausen damit auch nicht gerechnet hat.

Kann gut sein. Auf alle Fälle wurden die SV-Akteure zunehmend unzufriedener. Was sich zum einen in einigen hässlichen Frustfouls bemerkbar machte - und zum anderen verbal. Was haben Sie davon mitgekriegt?

Szymczewski Eine Menge. Die waren in der Tat total unzufrieden, und wir durften uns einiges anhören - so zum Beispiel, dass wir Idioten und Bauern seien, die lieber arbeiten gehen sollen als Fußball spielen. Derartiges war aber kein Einzelfall. In Essen und jüngst gegen Dortmund bekamen wir auch solche Sprüche gesteckt.

Apropos Essen: Der Dorfverein Beeck steht nun auf Rang elf - drei Plätze vor dem Traditionsverein RWE. Können Sie das überhaupt fassen?

Szymczewski Wir haben nach 13 Spielen drei Punkte mehr als Essen - das hätten wir uns nicht träumen lassen. Nach dem Spiel habe ich darüber auch mit meinem Vater und meiner Freundin gesprochen - die können das auch nicht fassen. Und in der Kabine direkt nach dem Spiel haben wir darüber geredet, wie wohl einer reagiert hätte, wenn man ihm vor dieser Woche gesagt hätte, dass wir gegen Dortmund und Rödinghausen insgesamt vier Punkte holen. Die Antwort wäre wohl gewesen: "Du hast sie nicht mehr alle."

Welche Ziele stecken Sie sich nun bis zur Winterpause?

Szymczewski Das ist schwierig. Wir fahren einfach gut damit, stets von Spiel zu Spiel zu denken und möglichst viele Punkte zu sammeln. Jeder Punkt ist ein Punkt gegen den Abstieg.

Zu Beginn der Saison haben Sie Friedel Henßen gegenüber bekannt, dass Sie nicht gedacht hätten, dass der Unterschied zwischen Mittelrheinliga und Regionalliga so groß ist.

Szymczewski Allerdings nicht. Ich habe erfahren müssen, dass da sogar anderthalb Klassen zwischen liegen - mindestens. Der größte Unterschied ist für mich dabei, dass man deutlich merkt, dass in der Regionalliga die meisten Spieler nicht arbeiten müssen, somit keine Zweitbelastung haben.

Am Dienstag geht's im Mittelrheinpokal zu Ihrem Ex-Verein Borussia Freialdenhoven, für den Sie bis diesen Sommer fünfeinhalb Jahre spielten. Haben Sie da eigentlich ein bisschen Sorge, aus Macht der Gewohnheit in die falsche Kabine gehen?

Szymczewski Nein. Ich freue mich einfach aufs Wiedersehen. Ich hätte mir dieses Spiel freilich erst eine Runde später gewünscht. Und: In dieser Saison habe ich mir die Borussia bereits drei Mal angeschaut - zweimal daheim, einmal auswärts.

Mit welchen Erkenntnissen?

Szymczewski Dass sich die Freialdenhovener treu geblieben ist: Sie sind zweikampfstark und schalten schnell um.

Mario Emonds führte das Gespräch.

(emo)