Ein Titel, der nicht viel zählt

Seit 2001 gibt es nun schon den Fußball-Großkreis Heinsberg. So recht angekommen ist sein Pokalwettbewerb indes noch nicht – und wird es wohl auch nicht mehr. Das liegt in erster Linie an den „Großen“. Für die zählt seitdem in erster Linie die Qualifikation für den Mittelrheinpokal – und die war spätestens mit der Finalteilnahme definitiv geschafft (im günstigsten Fall so wie jetzt bereits mit dem Erreichen des Halbfinals). Einen relevanten Stellenwert hat der Cupsieg für diese Clubs aber nicht – dieser Titel taugt zur Schmückung des Vereins-Briefkopfs nur bedingt.

Daher ist man beispielsweise in Beeck auch nicht gerade in Tränen ausgebrochen, als der FC zu Oberliga-Zeiten automatisch für den Mittelrheinpokal qualifiziert war – auf den Titel des Kreispokalsiegers konnte man gut verzichten, entfielen in der Vorbereitung so doch einige „lästige“ Pflichtspiele, die das Team nicht weiterbrachten.

Andere Vereine dachten ähnlich. Beispielsweise der FSV Geilenkirchen. Kein Trainer hat auf einen Endspielsieg im Kreispokal jemals so emotionslos reagiert wie 2002 in Erkelenz der damalige FSV-Coach André Sieberichs nach dem 3:0 gegen Dremmen – diese absolute Nicht-Reaktion sprach Bände und ist in Erinnerung geblieben.

In diese Tradition reiht sich nun Teverens Coach Hermann Kraut mit seiner Aussage nahtlos ein, dass für ihn alles schon aufs nächste Punktspiel ausgerichtet sei. Das ist auf alle Fälle zumindest ebenso konsequent wie ehrlich.

Übrigens: Prickelndes Endspielfieber hatte sich auch schon im Altkreis Erkelenz zuletzt nicht mehr eingestellt – genau gesagt schon seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr. Da begann Beecks Höhenflug, schwang sich der FC zum Kreispokal-Seriensieger auf und war in erster Linie nur noch die Frage interessant, wer denn im Finale den Prügelknaben abgeben durfte. Wirklich reizvoll war das auch nicht – auch wenn sich da nur der Sieger für den FVM-Pokal qualifizierte . . .

MARIO EMONDS

(RP)