Fußball : Ein Eigentor bringt kurz vor Schluss den Sieg

André Sieberichs flüchtete sich in beißende Ironie: "Wir bieten zurzeit Woche für Woche Erlebnisfußball pur", kommentierte Beecks Coach den 2:1-Erfolg gegen den designierten Absteiger TuS Oberpleis. Zu derartigem Sarkasmus hatte Sieberichs auch allen Grund. Denn nach dem 1:0-Würgesieg bei Schlusslicht Germania Dürwiß vor einer Woche durch ein spätes Tor Sahin Dagistans taten sich die Kleeblätter auch gegen den Vorletzten reichlich schwer, quälten sich zu einem weiteren Pflichtdreier – und hatte im Vergleich zum Dürwiß-Kick noch eine dicke Steigerung zu bieten: Bis zur 75. Minute lagen die drückend überlegenen Schwarz-Roten gegen einen tapferen, aber in seinen Möglichkeiten doch arg limitierten Gast sogar hinten.

Agiler Arian Berkigt

Dann erst gelang Macchambes Younga-Mouhani der Ausgleich: Der agile Arian Berkigt, an sehr vielen Beecker Chancen direkt beteiligt, schickte Max Warneke in die Tiefe, dessen scharfe flache Hereingabe drückte der Deutsch-Kongolese über die Linie. Und das Siegtor fiel gar erst in der 86. Minute – zum Kick trefflich passend durch ein Eigentor: Eine Berkigt-Hereingabe lenkte Sven Peppel ins eigene Gehäuse. Sieberichs: "Es war in der Tat wieder ein ziemliches Gewürge."

Die Partie wäre vermutlich ganz anders gelaufen, wenn Berkigts 20-Meter-Schuss nach 100 Sekunden statt an die Latte ins Tor gegangen wäre. Johannes Walbaum vergab mit einem Schlenzer die nächste gute Chance (9.), Dominik Bischoff die dritte (34.). Aus heiterem Himmel ging der TuS dann in Front: Kilian Limbach überraschte nach einem Abstoß den sehr weit vor seinem Tor postierten FC-Keeper Sascha Rodemers mit einem Heber aus gut 35 Metern. "Klar sehe ich da blöd aus. Aber ich bin nun mal ein mitspielender Torhüter, stehe bei einem Bodenabstoß des gegnerischen Keepers nicht im Fünfmeterraum", kommentierte Rodemers selbst die kuriose Szene. Ein weiteres Mal schoss Oberpleis im gesamten Spiel nicht mehr aufs Tor.

Stattdessen spielte sich das Geschehen ausnahmslos in der Hälfte des TuS ab. Berkigt vergab mit einem Freistoß, der haarscharf übers Tor flog, die erste Ausgleichschance (40.). Nach der Pause intensivierte Beeck den Druck. "Da haben wir einfach auch kräftemäßig abgebaut. Kein Wunder, schließlich haben wir in letzter Zeit immer nur sieben, acht Mann beim Training", erläuterte TuS-Coach Wolfgang Görgens, der unter dem Strich mit seinen Jungs aber sehr zufrieden war: "Auch wenn wir wieder verloren haben: Hut ab vor meiner Mannschaft."

Beeck hätte in der Schlussphase noch einen Kantersieg herausschießen können. Warneke (78.) und Berkigt (88.) trafen Latte und Pfosten, weitere gute Chancen ließen Walbaum (58.), Bischoff (60.), Danny Fäuster (74.), Dagistan (81.) und erneut Berkigt (90.) aus. Mit Verdacht auf Muskelfaserriss schied kurz vor Schluss Bischoff aus. Bereits vor dem Anpfiff musste Kristian Wurzer (Grippe) passen.

Mit Simon Küppers steht derweil der 17. Spieler des künftigen FC-Kaders fest. Der 19-Jährige (Heimatverein Union Schafhausen) absolviert zurzeit sein erstes Seniorenjahr beim Landesligisten 1. FC Mönchengladbach, ist ein vielseitig einsetzbarer Mittelfeldspieler.

Als FC-Physiotherapeut löst im Sommer Baptist Polman David Nix ab, der berufsbedingt kürzertreten muss. Nix spielt zudem selbst beim B-Ligisten SV Holzweiler. "Wenn wir aufsteigen, mache ich beim SV auf alle Fälle auch weiter", sagt der frisch gebackene 28-Jährige.

Beeck: Rodemers – Wilms, Fäuster, Younga-Mouhani, Dikenli – Knübben, Walbaum, Friedrich (46. Warneke) – Berkigt, Bischoff (87. Memenga) – Dagistan

(emo)
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