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Fußball: Doppelschlag vor der Pause bricht FC das Genick

Fußball : Doppelschlag vor der Pause bricht FC das Genick

Regionalliga: Beeck hält in Verl 40 Minuten lang sehr ordentlich mit, kassiert dann binnen fünf Minuten zwei Tore. Am Ende steht's 0:3.

Es waren gerade einmal gut zwei Minuten im schmucken Verler Stadion an der Poststraße gespielt, da rieben sich die 340 Zuschauer ein wenig verwundert die Augen. Denn die erste ganz große Chance im Spiel besaß nicht etwa ihr SC Verl, sondern der FC Wegberg-Beeck: Sahin Dagistan verlängerte den Ball zu dem in die Gasse spurtenden Arian Berkigt. Beecks Kapitän schob den Ball mit seinem schwächeren linken Fuß durch die Beine von Keeper Sebastian Lange, der aber noch die Innenseiten seiner Unterschenkel an den Ball kriegte und diesem so die Geschwindigkeit nahm. Der Ball trudelte Richtung Torlinie, wo ihn der zurückhechtende Lange kurz vor der Linie unter sich begrub und so Beecks erste Führung in der Regionalliga vereitelte. "Schade, dass der Keeper da noch drangekommen ist", bemerkte Berkigt.

Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn dem FC da ein wenig mehr Glück beschieden gewesen wäre. Überhaupt hielten die Kleeblätter beim Liga-Urgestein eine knappe Halbzeit lang mehr als ordentlich mit, gestalteten die Partie sehr ausgeglichen, standen hinten sicher und setzten auch wiederholt Akzente nach vorn. Beecks Teamchef Friedel Henßen hatte gegenüber den vergangenen Spielen eine Änderung vorgenommen: Für Thomas Lambertz begann Dagistan, der den Platz im Sturm einnahm - Berkigt rückte dafür auf die Lambertz-Position nach rechts.

Nach einer halben Stunde intensivierten die Gastgeber den Druck. Das erste richtige Ausrufezeichen setzte Matthias Haeder, dessen Schuss aus kurzer Distanz Beecks wieder sehr sicherer Keeper Patrick Nettekoven per Reflex noch aus dem Eck holte (29.). Ein Doppelschlag kurz vor der Pause brach Beeck dann aber das Genick. Zunächst spielte Verls Innenverteidiger Julian Schmidt einen präzisen 40-Meter-Diagonalball auf Haeder. Der vernaschte an der Grundlinie Fabio Ribeiro, passte nach innen, Torjäger Hamadi Al Ghaddioui traf im Fallen zum 1:0 (40.). "So einfach darf sich Fabio da aber nicht ausspielen lassen", monierte Henßen. Danach veredelte Nico Hecker ein Zuspiel Jannik Schröders auf sehenswerte Art: Elegante Ballannahme, blitzschnelle Körperdrehung und präziser Abschluss waren eine Bewegung - 2:0 (45.). "Auch wenn der das gut gemacht hat: Da muss Johannes Walbaum einfach energischer hingehen", grantelte Henßen.

Von diesem Doppelschlag erholten sich die Kleeblätter nach der Pause nicht mehr. Fortan hatten die Gastgeber alles im Griff, verhinderte Nettekoven einige Male weitere Gegentore - und bei einem Schuss von Verls sehr quirligem Jonas Erwig-Drüppel assistierte ihm der Pfosten (50.). Beeck kam nur noch einmal gefährlich vors Tor: Danny Richter scheiterte an Lange (65.). Drei Minuten später war der Drops endgültig gelutscht: Ein Hecker-Zuspiel lochte Haeder zum 3:0 ein (68.) - da machte Patrick Ajani keine gute Figur. "Wir hätten die Situation vorher längst klären können", merkte Henßen an. Danach plätscherte die Partie ihrem Ende entgegen.

"Unter dem Strich geht das 3:0 für Verl völlig in Ordnung. Wir haben uns in den entscheidenden Zweikämpfen eben nicht gut angestellt. Die beiden ersten Tore sind viel zu einfach gefallen. Danach war es für uns sehr schwer, dem Spiel noch eine Wende zu geben", fasste Henßen zusammen. "Wir haben viel Laufbereitschaft und Geduld gezeigt. Wir wussten, dass es gegen einen defensiven Gegner wie Beeck schwer werden würde - zumal unser Platz ja recht klein ist. Der kommt uns beim Bemühen, einen Abwehrriegel zu knacken, sicher nicht gerade entgegen", resümierte Verls Coach Andreas Golombek - und kam auch noch einmal auf die Szene in der dritten Minute zu sprechen: "Da haben wir sicher auch ein wenig Glück gehabt. Ich finde, dass Beeck es generell nicht schlecht gemacht hat. Dass der FC defensiv spielt, kann ich absolut nachvollziehen. Schließlich hat er in den ersten Spielen eine Menge Lehrgeld zahlen müssen."

Reichlich frustriert war freilich Beecks Kämpfer Marko Karamarko: "Wir haben 40 Minuten richtig gut gespielt, standen sehr konzentriert. Doch mit dem Doppelschlag war es vorbei. In der zweiten Hälfte haben wir nicht mehr ins Spiel gefunden."

(emo)