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Fußball: Der SV Breinig dreht den Favoriten eine lange Nase

Fußball : Der SV Breinig dreht den Favoriten eine lange Nase

Der Mittelrheinliga-Aufsteiger demontiert im Finale Regionalligist Alemannia Aachen vor gut 1500 Zuschauern mit 8:3. Titelverteidiger Beeck enttäuscht und holt nur einen Punkt. Den Clàsico gewinnt die Borussia 6:5 - mit zwei Toren von Leon Ruhrig. Papa Dirk Ruhrig bleibt gelassen.

AACHEN Die letzte Vorrunde des großen Aachener Sparkassen-Cups in der Halle an der Neuköllner Straße hatten Dirk Ruhrig, Trainer des Regionalligisten FC Wegberg-Beeck, und sein Sohn Leon, Spieler des Mittelrheinligisten Borussia Freialdenhoven, am Freitagabend gemeinsam geschaut - und waren danach auch zusammen nach Hause gefahren. 17 Stunden später standen sich Vater und Sohn an gleicher Stätte als Gegner gegenüber: Der FC und die Borussia bestritten wie im Vorjahr wieder das Eröffnungsspiel der Endrunde. Damals endete der Clàsico 5:5. Diesmal fiel ein Treffer mehr, und den erzielte Freialdenhoven. Das Pikante daran: Mit zwei Toren hatte Leon erheblichen Anteil am 6:5-Sieg. Womit Beecks Chancen auf eine erneute Titelverteidigung nach fünf Triumphen in Folge nur noch sehr gering waren.

Angst, vom Papa deswegen nun enterbt zu werden, muss der Filius aber nicht haben, wie Ruhrig senior auf Nachfrage schmunzelnd bestätigte: "Natürlich habe ich mich über seine beiden Tore gegen uns nicht gefreut. Doch wenn er nicht gegen uns spielt, habe ich den Vaterblick. Daher hoffe ich sehr, dass Leon nach seinem Muskelfaserriss in der Hinrunde, der ihn längere Zeit außer Gefecht gesetzt hat, im neuen Jahr nun bei der Borussia richtig durchstartet."

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Das tat im weiteren Turnierverlauf vor allem der SV Breinig. Der Mittelrheinliga-Aufsteiger startete mit einem 5:5 gegen Beeck, musste daher das abschließende Gruppenspiel gegen Freialdenhoven gewinnen, um ins Finale einzuziehen. Das gelang den Schützlingen von Coach Michael Burlet nach einem 0:1-Rückstand auch. Per Doppelschlag stellte der SV auf 2:1 - und erzielte in den Schlusssekunden per Konter auch noch das 3:1.

Zur Höchstform lief Breinig im Finale gegen Alemannia Aachen auf. Bereits nach den ersten 15 Minuten führte der Außenseiter 3:0. Und wer geglaubt hatte, dass der SV nach dem Seitenwechsel konditionell einbrechen würde, der wurde rasch eines Besseren belehrt. Dazu erwies sich Keeper Nisar Goraya als wahrer Meister seines Fachs und wurde im Anschluss daher auch völlig zurecht zum besten Torhüter des Turniers gekürt. Am Ende siegte Breinig 8:3.

Beecks Teamchef Friedel Henßen blieb trotz der missglückten Titelverteidigung gelassen: "Wenn man in zwei Spielen zehn Tore schießt, aber nur einen Punkt holt, dann weiß man, woran es gelegen hat." Was Danny Fäuster, der in Aachen als Kapitän auflief, präzisierte: "Wir sind sicherlich verdient ausgeschieden. Gegen Freialdenhoven haben wir praktisch aber auch drei Eigentore erzielt. Das Ausscheiden ist schon ärgerlich - gerade bei der Kulisse. Und auch das Preisgeld hier ist ja nicht zu verachten."

In der Tat kassierte Beeck gegen die Borussia einige Krümeltore - auch der junge Keeper Niklas Aretz gab bei einigen Treffern nicht gerade die beste Figur ab. Die Torfolge: 1:0 Norman Post, 1:1 Christian Kreutzer, 1:2 Poongbeom Lee, 2:2 Norman Post, 3:2 Shpend Hasani, 3:3 Simon Philipp, 3:4 + 3:5 Ruhrig, 4:5 Mark Szymczewski, 4:6 Lee, 5:6 Joshua Holtby. Letzterer war nach Spielschluss kaum zu beruhigen, da er nach einem derberen Foul gegen den freistehenden Hasani wenige Sekunden vor Schluss gerne eine Zweiminutenstrafe für den Sünder gesehen hätte. Generell war der Clàsico zunächst sehr von der Taktik bestimmt, nahm dann Fahrt auf.

Recht munter verlief Beecks zweites Spiel gegen Breinig. Die Torfolge: 0:1 Manfred Hannappel, 1:1 Post, 2:1 Thomas Lambertz, 2:2 Eric Morsch, 2:3 Jan-Henrik Rother, 3:3 Hasani, 4:3 Mark Szymczewski, 4:4 Andreas Simons, 4:5 Rother, 5:5 Eigentor. Dieses fiel mit der Schlusssirene. Aber auch ohne dieses Tor hätte Breinig für den Finaleinzug gegen die Borussia gewinnen müssen.

(emo)