Fußball: Der neue Sportstudio-Chef

Seit gestern Mittag ist es offiziell: Oliver Schmidt (38) wird Redaktionsleiter vom Aktuellen Sportstudio des ZDF. Am 1. November tritt der Brachelener Jung den Job an. Vor kurzem moderierte er noch die 100-Jahr-Feier des SVB.

Vergangenen Dienstag kommentierte Oliver Schmidt fürs ZDF live das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft in Kasachstan. Auch bei der WM in Südafrika im Sommer war der 38-Jährige für die Mainzelmänner vor Ort im Einsatz, kommentierte zehn Partien. In Zukunft dürfte der bekennende Fan von Fortuna Düsseldorf ein paar Dienstreisen weniger absolvieren und statt dessen mehr in der ZDF-Zentrale auf dem Mainzer Lerchenberg zu tun haben. Denn am 1. November wird Schmidt, seit 1995 fürs ZDF tätig, Redaktionsleiter vom Flaggschiff aller ZDF-Sportsendungen: dem Aktuellen Sportstudio. Was sich schon seit längerem abgezeichnet hatte, ist seit gestern Mittag offiziell.

Mit dem SC 09 Erkelenz ging's los

Was das alles mit dem Erkelenzer Land zu tun hat? Eine Menge. Denn Schmidt ist gebürtiger Brachelener, hat am Erkelenzer Cusanus-Gymnasium sein Abitur gemacht und Anfang der 90er Jahre seine ersten journalistischen Sporen als Fußball-Reporter einer damals noch in Erkelenz ansässigen Lokalredaktion verdient. Mit Schwerpunkt auf den SC 09 Erkelenz, der in der Verbandsliga spielte, der damaligen 4. Liga. Heute kicken die 09er in der neuntklassigen Kreisliga A – mit Tendenz nach unten.

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Aus den Augen hat Schmidt den SC 09 aber nicht verloren. "Jeden Sonntagabend gehe ich auf fussball.de und schaue mir die Ergebnisse einiger Clubs aus dem Kreis Heinsberg an: Neben Erkelenz sind das FC Wegberg-Beeck, Germania Teveren – und natürlich mein Heimatverein SV Brachelen."

Dem ist er nach wie vor verbunden – nicht nur, weil er in seiner Jugend da selbst gespielt hat und sein Vater Karl-Heinz Schmidt in der zweiten Hälfte der 60er Jahre zur großen Landesliga-Mannschaft des SVB zählte. So war es für Oliver Schmidt auch eine Selbstverständlichkeit, vor zwei Wochen die Moderation des großen Festbanketts zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins zu übernehmen – ohne Gage. "Bereits 2009 hatte der 2. Vorsitzende Konrad Wilms mich gefragt, ob ich das machen würde. Ich habe direkt zugesagt und mir dafür auch einen Tag freigenommen."

Bleibt noch die Frage zu klären, woher seine Vorliebe für Fortuna Düsseldorf rührt. Schmunzelnd nennt Schmidt dafür einen äußerst pragmatischen Grund: "Das ist relativ einfach: Im Gegensatz zu den Spielen von Borussia Mönchengladbach auf dem Bökelberg gab's bei Fortuna im riesigen Rheinstadion nie Stress mit Karten. Da hat man immer problemlos ein Ticket bekommen – so richtig voll war's da ja selten. Und mit dem Zug ist man von Brachelen aus da auch problemlos hingekommen."

(RP)
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