Der FC Wegberg-Beeck vor dem Start in die Mittelrheinliga

Fußball : Ziel: Zum 100-Jährigen zurück in die Regionalliga

Mittelrheinliga: Am Sonntag startet der FC Wegberg-Beeck bei der SpVg Frechen in die Saison 2019/2020. Fakten und Einschätzungen.

Den in der abgelaufenen Saison knapp verpassten Aufstieg nachholen und damit 2020 – passend zum dann anstehenden großen Vereinsjubiläum – wieder viertklassig spielen: Das ist der ganz große Wunsch aller Beteiligten rund ums Beecker Waldstadion. Mit diesem ambitionierten Ziel starten die Kleeblätter am Sonntag in Frechen in die Spielzeit (Anstoß 15.15 Uhr). Fakten und Einschätzungen zum Start.

Kommen und Gehen Zehn Akteure verließen im Sommer den Klub – die meisten davon waren freilich keine Stammspieler. Noch am ehesten fallen zwei Abgänge ins Gewicht: Musashi Fujiyoshi (nun 1. FC Düren) hatte schließlich eine überragende Hinrunde gespielt, ließ dieser aber eine deutlich schwächere Rückserie folgen. Und Riad Chak­roun (neuer Verein unbekannt) war ein brauchbarer, aber kein überragender Sechser – und auf dieser Position hat Beeck ein Überangebot.

Umgekehrt stieß ein halbes Dutzend Spieler neu zum FC. Drei davon dürften am Sonntag einen Platz in der Startelf sicher haben: Admir Terzic (kam vom TuS Erndtebrück) in der Innenverteidigung, Tom Geerkens (U 19 Alemannia Aachen) im Mittelfeld und Marc Kleefisch (SV Breinig) im Angriff. Für den Sturm wurde auch der kantige Deutsch-Brasilianer Edson (Spvg. Wesseling/Urfeld) verpflichtet. Der hat jedoch verletztungsbedingt einen beträchtlichen Teil der Vorbereitung verpasst, ist nun sicherlich noch nicht bei 100 Prozent. Noch ganz lange nicht ist das Joy-Slayd Mickels (SV Rödinghausen), der nach einem Patellasehnenanriss noch nicht einmal das Training wieder aufgenommen hat. Und Adrian Asani (U 19 Fortuna Düsseldorf) ist als Perspektivspieler verpflichtet worden, hilft erst einmal nicht weiter.


Testspiele/Vorbereitung Sechseinhalb Wochen lang hat Neutrainer Michael Burlet die Mannschaft auf den Ernstfall vorbereitet. Standen in der ersten Hälfte überwiegend Trainingseinheiten auf dem Programm, so setzte danach eine Spielflut ein – bedingt durch Rurdorfer Sommercup und Kreispokal. Einschließlich dieser Spiele absolvierte Beeck sage und schreibe 14 Testspiele. Die reine Ergebnisbilanz ist phänomenal: 13 Siege und ein Remis (1:1 gegen EVV Echt).

Highlights waren eindeutig zwei Begegnungen: das souveräne 3:0 im Rurdorfer Finale gegen den ewigen Kontrahenten Borussia Freialdenhoven und das 3:2 gegen Regionalligist Alemannia Aachen. Die dort absolvierte erste Halbzeit war sicherlich die beste der gesamten Vorbereitung. Trotz der permanenten Siege gab es jedoch auch einigen Schatten.

Großes Handicap: Weil zwischenzeitlich bis zu acht Spieler angeschlagen, verletzt, arbeits- oder urlaubsbedingt ausfielen, mussten häufig dieselben Spieler auflaufen. Kleefisch beispielsweise hätte eine Pause sicher auch mal gut getan – doch der musste fast immer ran, hat mit zwölf Toren auch die meisten Tore in diesen 14 Partien erzielt, gefolgt von Shpend Hasani (neun).

In der zweiten Hälfte der Vorbereitung avancierte zudem einer zum Torjäger, den man dafür gar nicht auf dem Zettel hatte: Linksverteidiger Norman Post, von Einstellung und Einsatz her immer ein Vorbild, war dabei sogar ein Mann für die wichtigen Tore, traf im Kreispokal im Viertelfinale beim hart erkämpften 4:1 nach Verlängerung bei Landesligist Germania Teveren doppelt und schoss diese Woche auch das Siegtor beim mühsamen 3:2-Halbfinalsieg bei Bezirksligist SG Union Würm/Lindern.

Taktisch ließ Burlet etliche Systeme spielen und probierte eine Menge aus – von Dreierkette über Doppelsechs und Raute bis zu Drei-Mann-Sturm.

Aktuelles Formbarometer Auch wenn sich bis auf Sascha Tobor (Kreuzbandriss) und eben Zugang Mickels rechtzeitig zum Punktspielstart alle Akteure zurückgemeldet haben: Richtig fit sind längst noch nicht alle – kein Wunder nach häufig wochenlangen Pausen. Auch das war eine Erkenntnis aus dem Spiel in Lindern. So dürfte auch Vizekapitän Danny Fäuster in der aktuellen Verfassung noch kein Kandidat für die Startelf sein.

Trainer/Umfeld Das neue Trainergespann Michael Burlet/Stefan Kniat hat sich rasch eingelebt, neue Ideen reingebracht und gibt den Ton vor – die Mannschaft folgt bereitwillig. Nach der siebenjährigen Ära Friedel Henßen/Dirk Ruhrig weht ein frischer Wind durchs Waldstadion – und genau das war ja auch mit diesem Wechsel beabsichtigt. Rund ums Waldstadion herrscht Ruhe – der Aufstieg ist das erstrebte Ziel, aber kein Muss.


Prognose Bleibt Beeck von größerem Verletzungspech und längeren Sperren verschont, spielt der FC ganz oben mit – das gibt der Kader einfach her. Ob es aber zum Aufstieg reicht, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz ist groß – vornehmlich in Form vom 1. FC Düren und FC Hennef, die beide ebenfalls mit der Regionalliga liebäugeln. Und die durchwachsene vergangene Rückrunde sollte nach der zuvor formidablen Hinrunde Warnung genug sein.

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