Der FC Wegberg-Beeck schlägt im Testspiel Alemannia Aachen 3.2.

Fußball : Beeck schlägt die Alemannia im Test 3:2

Der FC spielt in der ersten Hälfte sehr ansehnlich, hätte zur Pause noch weit höher als 3:1 führen können. Weltenbummler Simon Küppers meldet sich zurück – und kann sich ein Comeback durchaus vorstellen.

Viele Hände musste Simon Küppers am Freitagabend beim Testspiel des Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck gegen Regionalligist Alemannia Aachen schütteln. Kein Wunder. Denn erstmals seit dem Ende seiner zehnmonatigen Weltreise, die ihn über Asien, die USA und Mexiko nach Südamerika geführt hatte, war der 27-Jährige, zuvor sechs Jahre lang einer der Leistungsträger in Beecks Team, zu Gast im Waldstadion.

Sein Kommen sollte der elegante Techniker auch nicht bereuen – so wie die offiziell 293 Zuschauer auch nicht. Denn sie sahen ein munteres und flottes Testspiel mit einer in der ersten Halbzeit bärenstarken Beecker Mannschaft. Am Ende siegten die Kleeblätter 3:2.

„Die erste Halbzeit war wirklich richtig gut. Da haben wir so gespielt, wie wir uns das auch vorstellen“, merkte FC-Coach Michael Burlet an. Mit viel Tempo und hoher Laufbereitschaft schaltete Beeck ruckzuck nach vorne um, nutzte weidlich die Räume, die ihnen der bis zur Pause freilich auch reichlich unsortierte Gast gönnte. „Auch wenn etliche Spieler zum Einsatz kamen, die zuletzt hinten anstanden: Da erwarte ich einfach mehr“, meinte Aachens Trainer Fuat Kilic.

Der überließ das Coachen seinem Co-Trainer Christian Mollocher, verfolgte das Spiel von der Tribüne aus gemeinsam mit Aachens guter Seele Jörg Laufenberg, seit 14 Jahren auf der Aachener Geschäftsstelle so etwas wie das Mädchen für alles und in diesem krisengeschüttelten Klub seitdem so ziemlich die einzige Konstante.

Bereits nach drei Minuten hätte der agile Marc Kleefisch Beeck in Führung schießen können, vielleicht sogar müssen. Auch danach entwickelte Beecks Zugang wenig Fortune im Abschluss, traf zur Krönung einmal den Innenpfosten. Umgekehrt nutzte die Alemannia ihre erste Chance gleich zur Führung: Eine feine Hereingabe von Manuel Glowacz drückte Florian Rüter über die Linie (7.). Beeck zeigte sich unbeeindruckt, und binnen 18 Minuten drehten die Hausherren die Partie gründlich. Shpend Hasani egalisierte auf sehenswerte Art (27.), nach einem Pressschlag flog der Schuss von André Mandt aus gut 20 Metern als Bogenlampe zum 2:1 ins Tor (41.), und Nils Hühne zeigte einmal mehr seine Freistoßqualitäten, zirkelte den ruhenden Ball genau unter die Latte zum 3:1 (45.) – ein äußerst sehenswerter Treffer.

Weniger sehenswert war aus Beecker Sicht die zweite Hälfte. Aachen nahm das Heft nun in die Hand, doch zu mehr als dem Anschlusstor durch Patrick Salata (63.) reichte es nicht – auch, weil weiteren Aachener Treffern Pfosten und Latte im Weg standen. „Am Ende wäre ein Remis für die Alemannia sicher auch nicht unverdient gewesen“, meinte Burlet, der per Einwechslung Edson de Oliveira da Conceicao und Danny Fäuster zu ihren Comebacks verhalf.

Angetan von der Beecker Vorstellung zeigte sich auch Simon Küppers. Aber nicht nur deswegen bekannte er auf Nachfrage, dass er sich ein Comeback beim FC durchaus vorstellen könne: „Ich habe schon richtig Lust, wieder auf hohem Niveau Fußball zu spielen. Und auf diesem Level ist Beeck der einzige Verein, zu dem ich eine Verbindung habe.“ Und weil Küppers während seiner Weltreise sichtlich dünner geworden ist, merkte eine Beecker Zuschauerin flachsend an: „Jung, wenn du hier wieder spielst, müssen wir dich erst mal wieder ein bisschen aufpäppeln.“

Beeck: Zabel – Passage, Hühne, Terzic, Thelen – Geerkens (46. Drevina), Wilms, Leersmacher (75. Post), Mandt (90. Fäuster) – Hasani, Kleefisch (66. Edson)

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