Der FC Wegberg-Beeck hat eine herausragende Hinrunde in der Mittelrheinliga gespielt.

Fußball : Eine Hinrunde fürs Geschichtsbuch

13 von 14 Spielen gewonnen, dazu noch ungeschlagen, mit 31 Toren die meisten geschossen und mit fünf Gegentreffern die mit Abstand wenigsten kassiert: Mittelrheinligist FC Wegberg-Beeck hat eine Halbserie der Superlative gespielt.

Verbal mächtig in die Offensive war Friedel Henßen im Sommer beim Trainingsauftakt gegangen: „Wir streben den direkten Wiederaufstieg an. Der ist kein Muss, aber wir werden es auf alle Fälle versuchen. Das gibt der Kader her. Wir sind sicher nicht schlechter aufgestellt als in der vergangenen Saison“, sagte da der Trainer des Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck. Einige Vorstandsherren zogen ob dieser ungewohnt forschen Henßenschen Töne kurzerhand die Augenbrauen ein wenig hoch.

Die Hinrunde sollte Beecks sportlich Verantwortlichen dann aber voll und ganz bestätigen – in einer Art und Weise, wie es Henßen wohl selbst in seinen kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten hätte: Mit 40 von 42 möglichen Punkten holten die Kleeblätter fast die Maximalausbeute. Lediglich am vierten Spieltag, beim 1:1 in Alfter, gingen sie nicht als Sieger vom Platz. Seitdem gelangen zehn Dreier in Serie. Nur noch einer fehlt zum eigenen Vereinsrekord aus der Saison 2013/14.

Weitere Bestmarken: Mit 31 Toren haben die Schwarz-Roten die meisten Treffer erzielt – und mit fünf Gegentoren die mit weitem Abstand wenigsten kassiert. Zieht man die zwei Elfmetertore ab, kassierte Keeper Stefan Zabel gerade mal drei Treffer aus dem Feld heraus – und das in 14 Spielen! Fürwahr eine Bestmarke wohl für die Ewigkeit, auf alle Fälle fürs Geschichtsbuch.

Die bärenstarke Abwehr war auch die Basis für diese Hinrunde der Superlative. Spielerisch knirschte es im ersten Drittel der Saison noch mächtig, doch die Defensive stand wie eine Eins, gerade im Zentrum. Angefangen vom famosen Keeper Zabel über die Innenverteidiger Danny Fäuster und Nils Hühne sowie die Sechser Sebastian Wilms und Armand Drevina. Und auf den Außenbahnen machten Maurice Passage und Sascha Tobor ihre Seite dicht. Alle zusammen ließen wenig bis gar nichts zu, reichte so häufig ein Tor zum Sieg – in den ersten Spielen in der Regel nach einem Standard.

Als sich Fäuster in Arnoldsweiler einen Kreuzbandriss zuzog, musste Henßen umstellen – auch das gelang. Wilms rückte eine Position nach hinten und versah dort ebenso zuverlässig seinen Dienst, und seinen Platz vor der Abwehr nahm Riad Chakroun ein, der kurz zuvor aus Spanien nach Mönchengladbach gezogen war und einfach mal zum Training in Beeck vorbeikam.

Von Verletzungspech blieb Beeck generell ganz und gar nicht verschont. So zog sich auch Zugang Tim Blättler schon früh einen Kreuzbandriss zu, fielen zudem immer wieder Akteure mit größeren oder kleineren Wehwehchen aus. Umso bemerkenswerter ist der phänomenale Erfolg. „Wir sind in der Breite so aufgestellt, dass wir das kompensieren konnten“, erläutert Henßen.

Und landauf, landab wurde Beeck als die „abgezockteste Truppe der Liga“ angesehen. Was Henßen gerne bestätigt: „Abgeklärtheit, Ruhe, Geduld, Selbstbewusstsein und die Gewissheit, irgendwann ein Tor machen zu können und hinten sicher zu stehen, haben uns sicherlich die gesamte Hinrunde ausgezeichnet.“

Das Team fand dann auch zunehmend zur spielerischen Form. Und rechtzeitig zu den Spitzenspielen im November war Beeck in Topform. Davon zeugten das 3:1 bei Borussia Freialdenhoven und vier Tage später das 3:0 im Gipfelduell beim SV Bergisch Gladbach, dem – wie von Henßen schon vor der Saison prognostiziert – größten (und wohl auch einzigen) Beecker Aufstiegskonkurrenten. Auf den haben die Kleeblätter zur Winterpause acht Punkte Vorsprung.

In der Rückrunde hat Beeck wieder 14 Spiele – der krisengeschüttelte FC Blau-Weiß Friesdorf kann mit einem abgespeckten Etat doch weitermachen. „Wir werden auch in der Rückrunde eine konkurrenzfähige Mannschaft stellen“, kündigt der neue Trainer Thomas Huhn an.

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