Dagistans Doppelpack weist früh den Weg

Bereits nach 13 Minuten war für Rotts Trainer Jürgen Lipka sein runder Geburtstag (er wurde gestern 50) mächtig verhagelt. Da vollendete im Waldstadion Beecks Sahin Dagistan seinen Doppelpack zum 2:0. Womit der Weg für die Schwarz-Roten zur Eroberung der Tabellenführung (Konkurrent FC Hennef war spielfrei) geebnet war. Am Ende siegten die Kleeblätter 4:0.

"In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt. Entgegen kam uns dabei, dass Rott uns recht viel Platz gelassen hat. Nach der Pause haben wir uns ein wenig zu sehr darauf beschränkt, das Ergebnis zu verwalten", fasste FC-Coach André Sieberichs den unaufgeregten Kick zusammen.

Auch Fäuster nicht dabei

Dabei hatten sich gestern Vormittag seine Sorgenfalten noch einmal vergrößert: In die lange Liste der fehlenden Spieler ordnete sich auch noch Danny Fäuster ein. Der Innenverteidiger meldete sich mit einer Grippe ab. Folglich trat Beeck mit dem allerletzten Aufgebot an. Auf der Bank saßen nur noch Rekonvaleszent Pascal Friedrich, der A-Jugendliche Johannes Kohnen sowie als Ersatztorwart Co-Trainer Friedel Henßen.

Weil Fäuster ausfiel, musste Johannes Walbaum doch noch einmal in der Innenverteidigung aushelfen, und aus der personellen Not heraus rückte Sieberichs von seinem bevorzugten System mit zwei Sechsern ab, ließ im Mittelfeld mit Raute spielen – mit Stürmer Sahin Dagistan auf der Zehn. Die erstmalige Versetzung hinter die Spitzen minderte dessen Torgefahr aber keineswegs – im Gegenteil: Nach klasse Bischoff-Pass in die Tiefe lupfte Dagistan den Ball gefühlvoll zum 1:0 ins Tor (7.) und ließ schon sechs Minuten später seinen zweiten Streich folgen: Nach einer schnellen Kombination drang Arian Berkigt über rechts in den Strafraum ein, seine Hereingabe beförderte Rotts Lukas Kraß genau vor die Füße Dagistans, der sich nicht lange bitten ließ (13.) – seine Saisontore 16 und 17. Auch am 3:0 Sekunden vor der Pause war Dagistan maßgeblich beteiligt: Nach seiner präzisen Flanke brauchte der am langen Pfosten lauernde Macchambes Younga-Mouhani nur noch den Fuß hinhalten (45.). Der hatte zuvor mit einem Schlenzer ebenfalls schon einen Treffer auf dem Fuß (24.) wie auch Berkigt (18.), Max Warneke (19.) und Pascal Knübben per Kopf (35.). "Mit dem 0:3 zur Pause waren wir noch gut bedient", räumte Lipka vorbehaltlos ein. Der SV ließ in keinster Weise erahnen, wie er vor einer Woche Tabellenführer FC Hennef nach 0:2 noch 3:2 schlagen konnte – und das sogar in Unterzahl.

Apropos Unterzahl: In der war Rott kurz nach der Pause erneut: Sven Schalge sah für sein hartes Einsteigen von hinten gegen Sebastian Wilms in Höhe der Mittellinie Rot (52.). Danach passierte nicht mehr viel – bis zur 84. Minute: Da schaufelte Dominik Bischoff einen Freistoß aus 25 Metern herrlich in den Winkel zum 4:0. Und Jürgen Lipka? Der bewies in der Pressekonferenz noch Sinn für beißenden Sarkasmus: "Kompliment an meine Jungs für ihre Konstanz. Bei meinem letzten Geburtstag an einem Spieltag haben wir 1:5 gegen Nierfeld verloren, nun 0:4. Das ist doch schon mal ein Gegentor weniger."

Beeck: Rodemers – Wurzer (82. Kohnen), Walbaum, Memenga, Wilms – Berkigt, Knübben, Dagistan, Bischoff – Warneke (72. Friedrich), Younga-Mouhani

(emo)
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