Fußball : Böses Déjà-vu-Erlebnis, dazu Schirischelte

Déjà-vu-Erlebnis der unliebsamen Art: Wie das Auftaktspiel gegen Worringen verlor Beeck in Hürth auch sein erstes Auswärtsspiel der Saison mit 1:2, und erneut resultierten die Gegentore aus einem Elfmeter und einem Freistoß. Dazu mussten die Kleeblätter fast die komplette zweite Halbzeit nach der Ampelkarte für den erneuten Torschützen Martin Blaas in Unterzahl spielen – ab diesem Zeitpunkt war es ein völlig anderes Spiel.

Auf drei Positionen geändert

Doch der Reihe nach: Beeck begann gegenüber der Anfangself der Vorwoche auf drei Positionen verändert – bei einer nicht freiwillig: Innenverteidiger Danny Fäuster hatte sich beim Freitagtraining eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen, verfolgte das Spiel daher nur als Tribünengast. Für ihn rückte Johannes Walbaum von der "Zehn" ins Abwehrzentrum, Arian Berkigt lief für ihn als Zehner auf. Dazu tauschte Interimscoach Friedel Henßen seine linke Flanke aus: Dominik Bischoff (offensiv) und Sebastian Wilms (defensiv) rotierten rein, Thomas Lambertz und Okan Dikenli raus.

Und wie gegen Worringen war Beeck zu Beginn die spielbestimmende Elf mit der eindeutig reiferen Spielanlage – und hatte in Minute 13 Pech: Ein Blaas-Kopfball nach Berkigt-Flanke prallte an die Lattenunterkante und von dort wohl auf die Linie und nicht dahinter – so hatte es zumindest der Assistent gesehen. Dazu verfehlte ein wuchtiger Bischoff-Freistoß aus 30 Metern nur knapp das Ziel (19.).

Quasi aus dem Nichts ging Hürth in Führung: Standardspezialist Fabio Dell'Era brachte eine Ecke scharf nach innen, im Getümmel sprang Maurice Passage der Ball an die Hand, Schiri Sascha Weirich (Bergisch Gladbach) zeigte umgehend auf den Punkt. Was Henßen erstmals den Kamm schwellen ließ: "Maurice hatte den Arm vor der Brust, der Pfiff war lächerlich." Yousef Keshta war's egal, verwandelte mit Glück zum 1:0 – der Ball flutschte unter dem Körper Sascha Rodemers', der in die richtige Ecke getaucht war, soeben noch durch (37.). Ebenfalls mit einem "Krümeltor" glich Beeck unmittelbar vor der Pause aus: Nach Berkigt-Ecke ließ Hürths Keeper Dennis Akyol einen Walbaum-Schuss nach vorne abprallen, Blaas stocherte den Ball über die Linie zum 1:1 (45.+1). Erneut Blaas setzte auch nach dem Wechsel die ersten Ausrufezeichen. Zunächst verpasste er aus kurzer Distanz nach Bischoff-Ecke die Führung (47.), dann sah er die Ampelkarte (51.). Was Henßen zum zweiten Mal auf die Palme brachte: "Die erste Karte war wegen Meckerns, und für sein erstes Foul sieht Martin gleich Gelb-Rot." Blaas selbst war reichlich geknickt: "Ich hab' der Mannschaft geschadet."

In der Tat. Denn fortan war's mit Beecks Dominanz vorbei, Hürth drängte, operierte bevorzugt mit langen Bällen, ohne wirklich gefährlich zu werden. Ein perfekter Freistoß aus 25 Metern genau in den Knick, erneut von Keshta getreten, brachte Hürth dennoch in Front (78.). Kurz zuvor hatte es Aufreger Nummer drei gegeben: Berkigt wurde im Strafraum von zwei Hürthern kräftig bearbeitet – der Pfiff blieb aus. "Der eine hat den Ball gespielt, der andere aber nicht", merkte "Ari" süffisant an. Hürths Max Dornbusch traf dann noch die Lattenunterkante (81.).

Henßens' Fazit: "Wir haben Spiel und Gegner lange Zeit kontrolliert. Der Schiri hat diese Partie dann entschieden." Hürths Coach Christian Orofi meinte: "Die erste Hälfte ist nicht nach unseren Wünschen gelaufen. Am Ende ging der Sieg aber in Ordnung."

Beeck: Rodemers – Scheulen, Walbaum, Ajani, Wilms – Küppers, Knübben – Passage, Berkigt (79. Dagistan), Bischoff – Blaas

(emo)
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