Fußball : Beeck steht vor gewaltigem Meilenstein

Mittelrheinliga: Der FC spielt morgen beim Dritten TSC Euskirchen. Sollte der FC diese knifflige Partie gewinnen, würde er das Tor zur Regionalliga weit aufstoßen. Coach Friedel Henßen demonstriert Gelassenheit: "Ich bin ganz entspannt."

Seit Beginn dieser Woche erfreut sich der FC Wegberg-Beeck eines sprunghaft gestiegenen Interesses von Spieleragenten. "Ein gutes halbes Dutzend Anrufe von Leuten, die irgendwelche Spieler anbieten, bekommen wir seit Montag täglich - entweder ich selbst oder unsere Geschäftsstelle", bemerkt leicht amüsiert Cheftrainer Friedel Henßen. Das hat auch einen speziellen Grund: Seit Sonntag, 16.50 Uhr, sind die Chancen des FC, den Sprung in die Regionalliga zu schaffen, erheblich gestiegen.

Da verlor der große Konkurrent Bonner SC beim FC Hürth 0:2, hat nun vier Zähler Rückstand auf Beeck. Folge: Erstmals überhaupt kann der BSC nicht mehr aus eigener Kraft Meister werden, ist auf Schützenhilfe angewiesen - ein Sieg gegen Beeck im Gigantentreff am 31. Mai in Bonn würde dem SC alleine nicht reichen. Denn gewinnen die Kleeblätter ihre drei weiteren noch ausstehenden Partien, können sie sich in Bonn eine Niederlage erlauben, wären trotzdem Meister und Aufsteiger.

Das wohl schwerste dieser drei Spiele steht morgen an. Dann treten die Schwarz-Roten beim Tabellendritten TSC Euskirchen an - eine ganz harte Nuss. Das bekam beim letzten Euskirchener Heimspiel höchst schmerzhaft die Alemannia zu spüren: Eine Woche nach der starken Vorstellung beim verdienten 0:0 gegen Beeck bezog Aachens Reserve im Euskirchener Erftstadion mächtig Prügel, ging 0:7 unter.

Nicht zuletzt dank dieser Partie ist der TSC die Torfabrik der Liga, hat mit 76 Treffern noch drei Tore mehr auf dem Konto als Beeck - und stellt mit Benny Hoose auch den designierten Torschützenkönig der Liga: Der Standardspezialist und Zehner hat schon 23 Mal eingelocht. Sehr erfolgreich ist auch Stoßstürmer Sascha Engel (14 Tore). Fazit: Beeck steht morgen vor einem gewaltigen Meilenstein. Sollte der FC diese hohe Hürde überspringen, würde er das Tor zur Regionalliga weit aufstoßen. Henßen selbst demonstriert trotz der seit Sonntag ein gutes Stück wahrscheinlicher gewordenen Meisterschaft große Gelassenheit: "Vor dem Hinspiel gegen Bonn hatten wir fünf Punkte Rückstand auf den SC. Da meinten viele, dass wir diese Partie unbedingt gewinnen müssten, um noch ganz nach vorne zu kommen. Das Spiel ging 0:0 aus. Ich selbst konnte damit sehr gut leben. Und genauso entspannt bin ich auch jetzt. Den Druck hat Bonn - nicht wir."

Für morgen erwartet Henßen ein enges Spiel - so wie es die Partien gegen Euskirchen eigentlich immer waren. Da täuscht auch Beecks 4:1-Sieg im Hinspiel nicht drüber hinweg. Bis zur 80. Minute stand die äußerst intensive und temporeiche Partie, die einem Spitzenspiel vollauf gerecht wurde, auf des Messers Schneide, führte der FC nur 2:1. Dann schlug er noch zweimal zu.

Auch TSC-Coach Kurt Maus, mit 71 Jahren der "Trainer-Dino" der Liga (hat auch schon verlängert), erwartet eine höchst interessante Auseinandersetzung: "Gegen Beeck waren es fast immer sehr gute Spiele, trafen da zwei Teams aufeinander, die richtig Fußball spielen wollten - und dies auch taten. Und dass Beeck ganz oben steht, kommt nicht von ungefähr. 18 Spiele ohne Niederlage sprechen für sich."

Dem TSC, der sich nicht zuletzt wegen der hohen Sicherheitsauflagen und dem dafür nötigen Stadionumbau nicht für die Regionalliga beworben hat, könnte noch die Rolle des Züngleins an der Waage zufallen. Denn am letzten Spieltag muss Bonn nach Euskirchen. Maus: "Aus reinem Eigeninteresse werden wir die Spiele gegen Beeck und Bonn mit demgleichen Elan angehen. Schließlich wollen wir unbedingt als Dritter über die Ziellinie kommen. Dann hätten wir alle Erwartungen mehr als erfüllt."

(emo)
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