Fußball : Beeck siegt, und der TuS zeigt Fairplay

Regionalliga: Der FC gewinnt in Erndtebrück 4:1 und klettert damit noch auf Platz 16. Nach dem kuriosen Anschlusstor demonstriert der TuS bemerkenswerte Größe und gestattet Beeck im direkten Gegenzug ohne Gegenwehr das 3:1.

Versöhnliches Ende für den FC Wegberg-Beeck: Im Duell zweier Auf- und direkt wieder Absteiger gewannen die Kleeblätter beim TuS Erndtebrück zum Abschluss ebenso verdient wie souverän 4:1, sammelten damit die Punkte 26 bis 28 ein, kletterten auf Rang 16 und kamen so noch recht nah an die 30-Punkte-Marke an, die Teamchef Friedel Henßen vor der Saison mal vage angepeilt hatte.

Und der Gastgeber demonstrierte bemerkenswerte Größe, nachdem er soeben auf kuriose Art und Weise zu seinem Anschlusstor gekommen war. Denn als Beecks Kapitän Maurice Passage verletzt am Boden lag, wähnte sein Torhüter Stefan Zabel, der nach auskurierter Verletzung zwischen die Pfosten zurückgekehrt war, das Spiel unterbrochen, ließ den von Erndtebrücks Mehdi Reichert geschossenen Ball unter der Sohle ins Tor kullern. Allein: Das Spiel war gar nicht unterbrochen - das Tor zählte (64.). Quasi im direkten Gegenzug standen darauf die TuS-Akteure Spalier für Beecks scheidenden Vizekapitän Simon Küppers, der so völlig ungehindert den alten Zwei-Tore-Abstand wiederherstellen konnte - eine ganz große Fairplay-Geste. Für Küppers war es zudem sein erstes Saisontor - ein passender Abschluss vor seiner im Herbst beginnenden Weltreise.

"Kompliment für Erndtebrück. Das hätte nicht jedes Team so gemacht", zeigte sich Beecks Teamchef Friedel Henßen von der Aktion beeindruckt. "So ein Tor wollten wir dann doch nicht geschenkt haben", merkte TuS-Coach Florian Schnorrenberg zum praktizierten Fairplay an. Weit weniger angetan war er vom Spiel seiner Schützlinge: "Beeck hat zweifellos verdient gewonnen. Bei uns mangelte es an vielem - auch an der Einstellung."

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Von heute bis Donnerstag weilt ein Großteil des Teams zum Mannschaftsausflug auf Mallorca, bevor Pfingstmontag in Erndtebrück das (entspannte) Endspiel um den Westfalenpokal gegen Zweitligaaufsteiger SC Paderborn ansteht - entspannt deswegen, weil beide Teams schon für den DFB-Pokal qualifiziert sind. "Die Jungs können froh sein, dass sie die Flüge schon gebucht haben. Sonst wären sie nach dieser Leistung nämlich hier geblieben", grollte Schnorrenberg. Naturgemäß weit zufriedener war Kollege Henßen: "Wir wollten den Sieg mehr als der TuS, haben sicher auch den besseren Fußball gespielt."

Das war von Anpfiff weg zu spüren. Bereits nach wenigen Sekunden gab Thomas Lambertz Beecks ersten nennenswerten Torschuss ab. Kurz darauf fiel auch schon die Führung: Marius Müller bediente den mit dem Rücken zum Tor stehenden Shpend Hasani, der drehte sich blitzschnell und traf mit einem sauberen Flachschuss ins rechte Eck - sein elftes Saisontor (7.). Erndtebrücks Johannes Ludmann unterlief dann von der Strafraumgrenze ein Eigentor zum 2:0, nachdem "Lumpi" Lambertz ihn angeschossen hatte (23.). "Das war eine überragende Aktion von Thomas", kommentierte Henßen den Treffer mit kräftigem ironischen Unterton. Das Schleifchen um Beecks siebten Saisonsieg band am Ende Joshua Holtby: Sein Freistoß aus 28 Metern senkte sich in die Torwartecke zum 4:1-Endstand (83.).

Apropos schöne Geste: Da wollte auch Henßen nicht zurückstehen und wechselte kurz vor Schluss Nils Kochan an, der mit einem Kreuzbandriss die komplette Saison verpasst hatte. Ob Kochan in Beeck bleibt, ist dagegen noch offen.

Beeck: Zabel - Passage, Fäuster, Küppers, Tobor - Wilms - Lambertz (86. Kochan), Drevina, Holtby, Müller (78. Czichi) - Hasani (84. Dagistan)

(emo)
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