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Fußball: Beeck reist "volle Lotte" zu Spitzenteam

Fußball : Beeck reist "volle Lotte" zu Spitzenteam

Regionalliga: Auf den FC wartet morgen eine äußerst knackige Aufgabe: Ab 14 Uhr spielen die Kleeblätter beim VfL Sportfreunde Lotte, dem aktuellen Tabellenzweiten und Dauer-Aufstiegsaspiranten aus der Nähe Osnabrücks.

Die gerade einmal rund 14.000 Einwohner zählende Gemeinde Lotte an der Grenze zwischen NRW und Niedersachsen, knapp zehn Kilometer von Osnabrück entfernt, ist überregional in erster Linie durch zwei Dinge bekannt: das Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück, das die A1 und die A 30 verbindet, und den Fußballverein VfL Sportfreunde Lotte. Dessen 7500 Zuschauer fassendes Stadion liegt direkt am Autobahnkreuz - passenderweise heißt es daher Sportpark am Lotter Kreuz.

Genau dorthin reist morgen der FC Wegberg-Beeck. Und wie am vergangenen Samstag zum Spiel beim SC Verl fährt der Mannschaftsbus auch morgen bereits um 9 Uhr im Beecker Waldstadion ab. Bis zum Lotter Kreuz sind es schließlich 215 Kilometer - und damit exakt so weit wie nach Verl.

Ob Beecks fünfte Regionalliga-Dienstfahrt "volle Lotte" (mit dieser Redewendung kokettiert der VfL selbst sehr gerne) das erste Erfolgserlebnis bringt, darf ein wenig bezweifelt werden - am Lotter Kreuz werden die Trauben für die Kleeblätter sehr, sehr hoch hängen.

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"Der VfL ist eine absolute Spitzenmannschaft, die nicht von ungefähr auf Platz zwei steht. Die Sportfreunde stehen leistungsmäßig auf einer Stufe mit Tabellenführer Rödinghausen - mehr brauche ich wohl nicht zu erzählen", sagt Beecks Teamchef Friedel Henßen. Torjäger des VfL ist Kevin Freiberger (bislang fünf Treffer). "Wir müssen wieder so fighten wie gegen Viktoria Köln - nur so können wir bestehen", sagt derweil Beecks Keeper Patrick Nettekoven, der gegen die Kölschen bärenstark gehalten hatte.

Anfang des Monats schlug Lotte Rödinghausen 1:0, ist aktuell punktgleich mit dem SV und hat noch ein Spiel mehr auszutragen - relativ gesehen stehen die Blau-Weißen also sogar ganz vorne. Was Henßen nicht zuletzt an seinem dortigen Kollegen festmacht: "Seitdem Ismail Atalan Trainer ist, haben die Lotter doch kaum noch verloren."

Stimmt. Anfang 2015 übernahm der 35-Jährige den VfL, der eine - für Lotter Verhältnisse - ausgesprochen maue Hinrunde gespielt hatte: Das Team stand zur Winterpause gerade mal auf Platz elf. Atalan führte das Team in der Rückrunde als da viertbeste Mannschaft bei nur einer Niederlage noch auf Rang sechs. Und auch in der laufenden Saison setzte es für den VfL bislang nur eine Niederlage: Im Nachholspiel vor einer Woche beim ebenfalls hochgehandelten Rot-Weiß Oberhausen unterlag Lotte 0:2.

Vergangenen Samstag dürfte die Enttäuschung beim VfL aber noch um einiges größer ausgefallen sein. Denn gegen Aufsteiger TuS Erndtebrück reichte es daheim völlig überraschend nur zu einem 1:1. "In beiden Partien waren wir einfach nicht konsequent genug", bemängelt Atalan. Vor drei Tagen fand sein Elf mit dem 2:1 bei der bislang überraschend starken SG Wattenscheid aber in die Erfolgsspur zurück.

"Natürlich wollen wir gegen Beeck den nächsten Sieg holen", sagt Atalan und tut Kollege Henßen - ein wenig zu dessen Leidwesen - aber nicht den Gefallen, für eine kleine Extra-Motivationsspritze in Form einer verbalen Geringschätzung nach der Art "Die können nix, gegen das Schlusslicht ist ein Sieg Pflicht" zu sorgen. Stattdessen sagt auch Atalan über Beeck brav das, was so oder so ähnlich alle seine Kollegen in den vergangenen Wochen zum FC angemerkt haben: "Beeck kommt immer besser in der Liga an, wird von Spiel zu Spiel stärker. So leicht wird das für uns nicht. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Beeck die ersten Punkte holt."

Bis auf die vergangene Saison lief Lotte in den vergangenen sechs Spielzeiten immer unter den ersten Drei der Regionalliga ein. 2013 wurde der VfL gar Meister - und wusste in der folgenden Relegation gegen den "Brause-Klub" RB Leipzig bundesweit alle Fußball-Traditionalisten hinter sich. Es reichte allerdings nicht ganz: Das 0:2 aus dem Hinspiel in Leipzig egalisierte Lotte im denkwürdigen Rückspiel in der fünften Minute der Nachspielzeit mit dem 2:0. Doch in der Verlängerung brach ein Eigentor zum 2:1 dem VfL praktisch das Genick - Endstand 2:2. Bundesweite Beachtung fand Lotte auch im vergangenen Monat: In der ersten Runde des DFB-Pokals verkauften sich die Sportfreunde gegen Bayer Leverkusen gut, ließen sich beim 0:3 nur durch Stefan Kießling sowie zwei Elfmeter bezwingen.

(emo)