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Fußball: Aufregung um Boykott-Aufruf im Internet

Fußball : Aufregung um Boykott-Aufruf im Internet

Auf Borussias Seite bereits zum vierten Mal beim Kick im Waldstadion dabei war Innenverteidiger Roel Brouwers.

Der Niederländer, zusammen mit Marco Reus in der Vorsaison mit acht Toren Borussias bester Bundesliga-Torschütze, war nun direkt etwas aufgefallen: "Der Kunstrasen war letztes Jahr noch nicht da. Das ist wirklich eine schöne Anlage hier."

Der 28-Jährige stand in der zweiten Halbzeit auf dem Platz und verlebte geruhsame 45 Minuten, weil beim FC die Kräfte spürbar nachließen. "Beeck hat in der Halbzeit ja nicht so viel gewechselt wie wir, und das hat sich dann auch deutlich bemerkbar gemacht", meinte er. Zum eigenen Spiel merkte er an: "Angesichts der Temperaturen können wir mit der zweiten Halbzeit zufrieden sein. Da haben wir den Ball gut laufen lassen." Sprach's und spurtete zum startklaren Mannschaftsbus — Duschen taten die Profis bereits wieder im Borussia-Park. Die zehn nach der ersten Halbzeit ausgewechselten Akteure hatte das Gefährt bereits zur Pause umgehend dorthin zurückkutschiert.

Zufrieden mit dem Test zeigte sich auch Borussias Coach Michael Frontzeck, schränkte aber ein: "Wir hätten noch das ein oder andere Tor mehr erzielen können."

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Für viel Aufregung hatte im Vorfeld des Spiels bei Beecks Verantwortlichen ein Eintrag auf der Internetseite des Gladbacher Fanprojekts (www.fanprojekt.de) gesorgt. Wegen der Höhe der Eintrittspreise (zwölf Euro für einen Stehplatz) wurde dort am Freitag mehr oder weniger direkt zum Boykott des Spiels aufgerufen — um am Samstagvormittag kräftig zurückzurudern: "In einem Gespräch mit dem Beecker Geschäftsführer (Helmut Waldhaus, die Red.) am Samstagmorgen stellte sich heraus, dass sowohl Borussia- als auch Fanprojektmitglieder einen vergünstigten Eintrittspreis von nur sechs Euro bezahlen. Dieser Preis ist selbstverständlich vollkommen angemessen", hieß es da nun.

Goodwill-Aktion

Auf Nachfrage der RP bestätigte Waldhaus den Sachverhalt — eine Art Goodwill-Aktion des FC für Borussia-Fans: "Ich kann diesen Aufruf daher überhaupt nicht verstehen. Borussias Fanclubs haben bei uns schon immer den reduzierten Eintrittspreis bezahlt. Bislang war es auch durchaus üblich, dass diese im Paket die Tickets geordert haben — da hat es nie Probleme gegeben."

Für Beecks Vorsitzenden Günter Stroinski ist das Thema damit noch nicht erledigt: "Der Verantwortliche der Homepage ist hauptberuflich bei Borussia angestellt — da geht so was doch gar nicht. In dieser Woche werde ich mit Borussias Verantwortlichen darüber reden." Während Beecks Boss in dieser Hinsicht also einen dicken Hals hat, kann er in ganz anderer Hinsicht sehr zufrieden sein: Mittlerweile hat er satte 33 Kilogramm abgenommen. "17 weitere sollen noch folgen", kündigt er an — womit der "magische Zentner" geschafft wäre.

Ab sofort ist Stroinskis Hauptfirma Basi übrigens auch Beecks Trikotwerbepartner und löst somit den Printmanagement-Dienstleister impress media ab. Dieses Mönchengladbacher Unternehmen war vor zwei Jahren anlässlich des DFB-Pokalspiels gegen Alemannia Aachen eingestiegen und beendete nun die Zusammenarbeit.

Derweil läuft beim FC auch organisatorisch die Vorbereitung auf die NRW-Liga auf Hochtouren. Die endgültige Zusammensetzung der Liga steht wegen der beim Bonner SC nach wie vor im Raum stehenden Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zwar nach wie vor nicht fest — in diesem Fall stünde der BSC automatisch als erster Absteiger fest.

Einen Wunsch für den Auftaktgegner haben die Kleeblätter beim Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband in Duisburg aber schon mal eingereicht. "Wir haben mitgeteilt, dass wir als Aufsteiger gerne mit einem Heimspiel gegen Rot-Weiß Essen, Fortuna Köln oder Sportfreunde Siegen starten würden", sagt Waldhaus — also gegen ein Team, das ordentlich Zuschauer mitbringen würde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Borussia siegt 5:0 gegen Wegberg-Beeck

(RP)