Iris Mauderer siegt bei EM: Auf dem Schlitten zum Titel

Iris Mauderer siegt bei EM: Auf dem Schlitten zum Titel

Iris Mauderer musste lange warten: Seit 30 Jahren mischt sie mit ihren Huskies bei Meisterschaften vorne mit. Bei der EM holte sie nun ihren ersten großen Titel.

Immer wieder haben Iris Mauderer nur Bruchteile von Sekunden zum ganz großen Erfolg gefehlt. Zweimal wir sie Vize- Europameisterin, ebenso häufig schrammte sie bei Weltmeisterschaften ganz knapp am Titel vorbei. Nun hat sich das Blatt aber zugunsten der 44-Jährigen gewendet: Bei der Europameisterschaft im italienischen Millegrobbe hatten Mauderer und ihre Huskies Joker, Elvis, Köbes und Charly in der Vier-Hunde-Klasse nach drei Läufen und rund 30 Kilometern mit 3,6 Sekunden die (Hunde)-Nase vorn. "Drei Jahrzehnte harte Arbeit und Training und im Jahr meines 30. Dienstjubiläums dann der erste Europameistertitel. Das ist einfach unfassbar und nicht zu glauben", sagt Iris Mauderer nach ihrem Titelgewinn mit Tränen in den Augen zu Protokoll.

Bis allerdings im Ziel gejubelt werden konnte, vergingen qualvolle lange 20 Minuten, da Iris Mauderer bei starkem Schneetreiben mit ihrem Gespann nicht als Letzte auf die sehr anspruchsvolle Strecke gegangen war. Zwar hatte die Heinsbergerin am ersten Renntag 39 Sekunden auf ihren österreichischen Konkurrenten Christopher Klöckl herausgefahren, doch am zweiten Renntag musste die 44-Jährige ein Schlittenhundeteam, das quer auf der Strecke stand, überholen und in den Tiefschnee ausweichen. "Das hat mich gefühlte 30 Sekunden gekostet", erinnert sich Iris Mauderer, "ein Alptraum für jeden Schlittenhundesportler."

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Und das spiegelte sich auch im Tagesergebnis wider: Der von Rang drei gestartete Niederländer Arie Verschoor erwischte einen extrem guten Lauf, schob sich im Gesamtklassement mit 11,6 Sekunden Vorsprung vor Christopher Klöckl und 14 Sekunden vor Iris Mauderer — die Karten für den Finaltag waren damit neu gemischt. Und der wartete mit einer bösen Überraschung auf: Heftiger Schneefall und eine ganz tiefe Strecke, machten das Rennen um den EM-Titel zusätzlich spannend und forderten den Schlittenhunden ganz viel Kraft, Ausdauer und Disziplin ab. "Nach zwei extrem schnellen Renntagen dachte ich, dass ich auf der Stelle festklebe und nicht wirklich vorwärts komme", sagt Iris Mauderer, "meine Leithunde suchten sich aber stets die festesten Stellen und kämpften vorbildlich. Das hat mich echt angespornt, so dass ich alles gegeben habe." Dennoch dachte die 44-Jährige im Ziel nicht im Traum daran, dass es zum ersten großen Titelgewinn reichen würde, "umso größer war meine Überraschung, als ich rund 20 Minuten später meinen Namen auf dem ersten Platz auf der Anzeigentafel sah".

Nach Addition der drei Läufe lag die zwölffache Deutsche Meisterin 3,6 Sekunden vorne. "So knapp wie ich dieses Mal gewonnen habe, so knapp habe ich in den vergangenen drei Jahrzehnten je zwei WM- und EM-Titel verpasst", sagt Iris Mauderer, "vielleicht ist das so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit."