Spielbetrieb : Coronavirus: So gehen Amateursportler mit der Krise um

Nach einem Wochenende ohne sportliche Aktivitäten haben die Vereine erste Schritte beschlossen, wie es weitergeht.

Nach den Entscheidungen vieler Sportverbände am vorigen Donnerstag und Freitag ist der Spielbetrieb im Amateursport übers Wochenende auch in der Region komplett zum Erliegen gekommen. Am Montag brachen dann auch noch die Mönchengladbacher Sportkegler ihre laufenden Stadtmeisterschaften ab, geplant ist, sie im Spätsommer fortzusetzen. Doch nicht nur um ihre Aktiven und Mannschaften müssen sich die Vereine im Hinblick auf deren sportliche Entwicklung Gedanken machen, auch auf sie selbst als Gesamtkonstrukt kommen große Herausforderungen zu. Das gilt teils auch für Verbände. Ein Überblick.

Vereine/Verbände Der ASV Süchteln, mit über 3000 Mitgliedern der größte Sportverein in der Region, hat in allen Abteilungen den Trainingsbetrieb eingestellt. Davon betroffen ist auch das große Kursangebot, wo insbesondere in den Herzsport- und Rehagruppen das Risiko besonders groß gewesen wäre. „Da gibt es einfach zu viele Teilnehmer mit Vorerkrankungen“, sagt ASV-Geschäftsführer Björn Siegers. Vorab gezahlte Teilnahmegebühren werden anteilmäßig zurückerstattet, Rehasportler zahlen über die Krankenkassen ohnehin nur für jede wahrgenommene Stunde. „Da gehen uns einige Einnahmen verloren“, erklärte Siegers. Beim 1. FC Mönchengladbach steht am 25. März eine wichtige Mitgliederversammlung an, eine Opposition um Ralf Vander und Uwe Röhrhoff möchte den amtierenden Vorstand um Christian Oh ablösen. Doch der Termin im Theater im Gründungshaus (TiG) kann wohl nicht gehalten werden. „Angesichts der aktuellen Lage gehe ich davon aus, dass die Versammlung nicht stattfinden kann. Aber wir sind noch in den Überlegungen“, sagte Oh als amtierender Vorsitzender. Der Stadtsportbund Mönchengladbach reagierte am Montag und teilte in einer Pressemitteilung mit, dass sämtliche Veranstaltungen, darunter auch Aus-, Fort- und Weiterbildungskurse, bis zum 19. April ausfallen. Dazu gehört, dass das Haus der Sports für Publikumsverkehr geschlossen ist, zudem sagte das Sportbildungswerk bis zum 1. Mai sein komplettes Kursangebot ab.

Fußball Im Amateurbereich haben viele Vereine ihren Trainingsbetrieb sowohl im Senioren- als auch im Jugendbereich vorerst komplett eingestellt. Sehr unterschiedlich sind indes die Zeitfenster, in der diese Regelung gilt. In einigen Klubs soll in Trainersitzungen entschieden werden, wann es wieder weitergeht. Auch Borussia hat das Jugendtraining komplett eingestellt. Der Trainingsbetrieb der U17 bis U19 ruht nun zunächst einmal bis zum 29. März, die Mannschaften U9 bis U16 machen gar Pause bis zum 13. April.

Beim FC Wegberg-Beeck ruht komplett der Trainingsbetrieb - zumindest bis 19. April – und damit exakt so lange, wie der Spielbetrieb im FVM ruhen wird. „Ich persönlich gehe davon aus, dass wegen Corona auch danach nicht Fußball gespielt werden kann“, sagte Beecks Geschäftsführer Thomas Klingen. Ein Gutes hat die Zwangspause für Beeck aber auch: Der seit Herbst durch Schnakenlarven völlig ramponierte Rasenplatz des Waldstadions bekommt so die nötige Zeit für seine vollständige Regeneration - das Derby vorigen Freitag gegen Freialdenhoven hätte darauf nicht stattfinden können. „Die Grashalme haben mittlerweile immerhin wieder ordentlich Wurzeln geschlagen. Was nun einfach noch fehlt, ist eine längere Trockenphase“, meinte Platzwart Manfred Schneider..

Handball Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hatte der TV Korschenbroich seinen kompletten Trainingsbetrieb schon am vergangenen Freitag eingestellt. Diese Regelung gelte laut des sportlichen Leiters Klaus Weyerbrock vorerst bis zu den Osterferien. Beim Verbandsligisten TSV Kaldenkirchen gibt’s noch keine langfristige Planung: „Ich habe am Montagabend erfahren, dass wir jetzt zumindest für eine Woche nicht trainieren, hatte aber noch keine Möglichkeit, meiner Mannschaft etwas mit auf den Weg zu geben. Wie lange die Pause nun letztendlich wird, ist natürlich noch nicht abzusehen“, sagte Rüdiger Winter. Beim Ligakonkurrenten TV Geistenbeck ist die Lage ähnlich: „Ich habe der Mannschaft zumindest für diese Woche frei gegeben. Dananch werden wir von Woche zu Woche entscheiden, ob wir den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen“, sagte Coach Thomas Laßeur.

Hockey und Tennis Beim Gladbacher HTC ruht das komplette Vereinsleben – und das in einer Zeit, in der sich die Aktiven normalerweise auf die Feld- und Außensaison vorbereiten. „Bei dem derzeitigen Wetter würden normalerweise in zwei Wochen die Tennisspieler wieder auf der Anlage anfangen“, sagte der GHTC-Vorsitzende Frank Steimel, der auch die Ostercamps absagen musste. Die ersten Hockey-Herren bereiten sich derweil mit individuellen Lauf- und Athletikvorgaben auf die Rückrunde der Feldsaison vor, die frühestens Anfang Mai gespielt wird. „Irgendwann müsste natürlich das hockeyspezifische Mannschaftstraining wieder aufgenommen werden. Doch wir haben ja auch einige Familienväter. Auch unser Trainer Marcus Küppers ist zuletzt Vater geworden, da trainiert er aus Vorsicht derzeit sicher kein ganzes Team“, sagte Steimel.

Volleyball Beim Oberligisten VC Ratheim war die Erleichterung groß, als sich der Westdeutsche Volleyball-Verband am Donnerstag dazu durchgerungen hatte, den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung auszusetzen. Schließlich war der VC im Vergleich zur Konkurrenz besonders benachteiligt, weil er schon mehrere Wochen nicht trainieren konnte. „Der Verband hat sich die Möglichkeit offen gehalten, dass die Spiele noch nachgeholt werden können. Ich rechne aber nicht damit, dass die Saison regulär beendet wird“, sagt VC-Trainerin Hendrike Spaar. Sollte es so kommen, wäre es für sie die fairste Lösung, die Saison zu wiederholen.