Fußball : Als "echter" Erster zum Premierenkick

Mittelrheinliga: Beeck tritt am Sonntag bei Blau-Weiß Friesdorf in Bad Godesberg an. Das tut der FC seit Mittwochabend als "richtiger" Tabellenführer, weil da der bis dato relativ besser dastehende VfL Alfter nur 1:1 beim SV Siegburg spielte.

In der 90. Minute des Nachholspiels gegen den VfL Alfter am Mittwochabend machte sich Siegburgs Julian Fälber indirekt auch um den FC Wegberg-Beeck verdient. Denn da schoss der SV-Stürmer den späten Ausgleich zum 1:1, womit er dem Aufsteiger nicht nur einen Punkt rettete, sondern den Kleeblättern eben auch zur "richtigen" Tabellenführung verhalf. Denn bis dahin stand der von Weltmeister Jürgen Kohler trainierte VfL relativ gesehen besser da als Beeck - bei jetzt gleicher Anzahl von Spielen sind die Kleeblätter nun aber echter Ligaprimus.

Als solcher reisen sie am Sonntag zu einem Premierenspiel in den Bonner Süden. Denn mit dem in Bad Godesberg beheimateten FC Blau-Weiß Friesdorf haben die Schwarz-Roten noch nie die Klingen gekreuzt - zumindest nicht in einem Pflichtspiel. 2015 feierten die Blau-Weißen den erstmaligen Aufstieg in die Mittelrheinliga - in der folgenden Saison kickte Beeck aber in der Regionalliga.

Gespielt wird übermorgen aber nicht auf dem Friesdorfer Sportplatz, sondern im Sportpark Pennenfeld an der Mallwitzstraße. Den Grund erläutert Friesdorfs Geschäftsführer Heiko Kraus: "Pennenfeld ist ein richtiges Stadion, eine sehr schöne Anlage. Und da Friesdorf ein Stadtteil von Bad Godesberg ist und wir der ranghöchste Verein sind, wollen wir diese Anlage nun häufiger nutzen - sofern es die Witterung zulässt." Denn im Unterschied zum etwas älteren Kunstrasen in Friesdorf wird im Sportpark Pennenfeld auf Naturrasen gespielt.

Worüber Beecks Coach Friedel Henßen, der Friesdorf beim 4:0 in Rheinbach beobachtete, naturgemäß nicht gerade traurig ist: "Das ist für uns sicherlich kein Nachteil. Davon abgesehen wollen wir auch dort wieder das Spiel bestimmen." Personell kann Henßen aus dem Vollen schöpfen - auch der gegen Rheinbach grippekrank fehlende Danny Richter dürfte nun wieder einsatzfähig sein. Das ist auch Youngster Karim-Abdel Kassi aus der Reserve, der gegen Rheinbach überraschend in der Anfangsformation stand und so sein Mittelrheinliga-Debüt feierte. "Der Junge gibt immer 100 Prozent. Diesen Einsatz hatte er sich vollauf verdient", erläutert Henßen.

Darüber hinaus sendete dieser mit Kassis Aufstellung ein wichtiges Signal an all die weiteren ambitionierten und wirklich leistungswilligen eigenen Nachwuchskräfte, die ebenfalls nach oben wollen und dafür auch bereit sind, richtig reinzuklotzen - nämlich dergestalt, dass das vor der Saison proklamierte Ziel, nicht nur in der Reserve (da sowieso), sondern verstärkt auch in der Ersten Mannschaft auf eigene Kräfte zu setzen, kein leeres Gerede war, sondern nun auch kräftig mit Leben gefüllt wird.

Bestes Beispiel dafür ist Lorenz Klee, im Sommer aus der eigenen A-Jugend gekommen. Klee hat sich einen Stammplatz in der Innenverteidigung erkämpft. Natürlich unterlaufen dem 19-Jährigen noch Fehler wie beim Gegentor in Hürth. Nur: Diese Fehler werden ihm auch zugestanden, der Youngster wird deswegen nicht direkt in Frage gestellt. Auch das ist sehr wichtig - Geduld gehört nun mal einfach dazu, wenn man auf die Jugend setzt.

Was in Friesdorf, das im zweiten Jahr von Giuseppe Brunetto trainiert wird (der coachte vorher einige Jahre den VfL Leverkusen und wäre als Spieler um ein Haar auch mal in Beeck gelandet), nicht anders ist. "Unser Kader hat ein Durchschnittsalter von 21,4 Jahren. Ziel ist wie in der vergangenen Saison wieder der Klassenerhalt", betont BW-Geschäftsführer Kraus.

(emo)
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