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Fußball: 5:3 - Beeck landet auf Miniplatz den Pflichtsieg

Fußball : 5:3 - Beeck landet auf Miniplatz den Pflichtsieg

Mittelrheinpokal: In einem munteren Spiel siegt der Regionalligist beim SV Nierfeld. Die Gastgeber halten eine Halbzeit prima mit.

Marko Karamarko konnte es nicht fassen: "Was, dieser Platz ist zugelassen?", entfuhr es dem etatmäßigen Linksverteidiger des FC Wegberg-Beeck, als er am Samstagmittag den ihm bis dato noch unbekannten sehr kleinen Kunstrasen des SV Nierfeld in der Gemünder Kloska-Arena erblickte. Er selbst gehörte dann nicht zu den Akteuren, die zum gewohnt fröhlichen und torreichen Gewusel mit Beecker Beteiligung auf dem Miniplatz beitrugen - der Deutschkroate erhielt ebenso eine schöpferische Pause wie Stammkeeper Patrick Nettekoven sowie die Feldspieler Simon Küppers und David Azin. Dafür stand unter anderem nach langer Zeit mal wieder Marcus Weber in der Anfangsformation.

Nach unterhaltsamen 90 Minuten war der Regionalligist beim wackeren Landesligisten seiner Favoritenrolle gerecht geworden, gewann seine Erstrundenpartie um den als Bitburgerpokal gespielten FVM-Pokal mit 5:3 (1:1). "Wir haben die Pflicht erfüllt, stehen in der zweiten Runde", bilanzierte knapp Beecks Teamchef Friedel Henßen.

Nach einem ungefährdeten Erfolg hatte es zunächst nicht ausgesehen - im Gegenteil: Eine von Dominik Wergen flach hereingegebene Ecke netzte Michael Jansen per Direktabnahme zur frühen Führung des SV ein (8.). Beecks Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Einen an Fabio Ribeiro verursachten Elfmeter nutzte Vizekapitän Johannes Walbaum zum raschen Ausgleich (15.). Danach war Beeck zwar überlegen und zeigte auch die reifere Spielanlage, doch die wackeren Gastgeber spielten keineswegs wie ein Landesliga-Abstiegskandidat, sondern setzten immer wieder Nadelstiche - häufig über Haisem Mohamed Taha, der nicht nur wegen seines ausgeprägten Diskussionsbedarfs auf sich aufmerksam machte.

Kurz vor der Pause gelang Beeck die Führung: Eine langgezogene Rechtsflanke des diesmal auch Offensivqualitäten verratenden Stefan Thelen grätschte der agile Danny Richter zum 2:1 ins Tor (43.). Binnen elf Minuten schraubte der Gast nach dem Seitenwechsel das Resultat flott auf 5:1. Zunächst schnürte Kapitän Arian Berkigt einen Doppelpack: Erst traf "Ari" nach klasse Richter-Pass in die Tiefe (56.), dann drückte er eine Flanke von Sebastian Wilms über die Linie (58.). Danach traf Thelen mit einem trockenen Weitschuss in den Knick (67.) - Nierfelds tüchtiger Torwartoldie Dirk Scheer (43), der auch dank seines Outfits mit markantem Schnäuzer in jedes Panini-Bundesliga-Album der 80er Jahre passen würde, hatte jeweils keine Chance.

Wären die Kleeblätter danach nicht einige Male zu verspielt gewesen, hätte es für Nierfeld ein echtes Debakel geben können. Stattdessen fuhren die Schwarz-Roten im Gefühl des sicheren Sieges ihre Konzentrationsmaschine deutlich runter. Was Nierfelds Maik Esser (68.) und Wergen (85.) noch zu zwei Toren nutzten.

Sehr aufgeräumt war trotz der (erwarteten) Niederlage Nierfelds Kulttrainer Achim Züll: "Die Viertelstunde nach der Pause haben wir total verpennt - das war entscheidend. Doch auch danach haben meine Jungs nicht aufgegeben, haben klasse gekämpft. Das war heute klar ein Schritt in die richtige Richtung, und die hat sich geändert. Denn heute habe ich mal ein paar Leute rausgelassen, die nicht zum Training gekommen sind - und das wird auch künftig so sein." Völlig enttäuscht zeigte sich Züll aber von der Besucherzahl: Nur 170 waren zum "Spiel des Jahres" (so der Stadionsprecher bei seiner Begrüßung) gekommen. Züll: "Absolut enttäuschend. Ich hatte mit 300 bis 400 gerechnet." Dabei zeigten sich die freundlichen Nierfelder wieder als prima Gastgeber - samt bemerkenswertem kulinarischen Angebot, für das viele Helfer sorgten. Fazit: Der SV ist ein sympathischer Verein.

Sehr nett ging für Beeck der Tag danach auch weiter. Rechtzeitig zum Anpfiff des Spiels der Beecker Reserve gegen Breberen war der Tross im Waldstadion zurück, feuerten die Regionalliga-Kicker fortan speziell Alex Jansen an, ihre "Dauer-Leihgabe" an die Zweite Mannschaft. Höchste Phonstärke erreichte die Unterstützung, als ausgerechnet Jansen das 1:0 köpfte. "Alex Jansen - Fußballgott!", schallte es da über den Kunstrasenplatz. Am Ende gewann Beeck II 4:0 - beste Voraussetzung also für den anschließenden gediegenen Mannschaftsabend in der Neusser Skihalle . . .

Beeck: Nöhles - Ribeiro, Weber, Ajani, Wilms - Lambertz (61. Karakas), Thelen, Walbaum, Richter (72. Wirtz) - Berkigt, Dagistan (68. Bolivard)

(emo)