Fußball 2:5 - Beeck patzt erneut krass bei Standards

Bochum · Regionalliga: Der FC verliert in Wattenscheid unter Wert. Gleich vier Tore kassiert er nach ruhenden Bällen. Erstes Saisontor für Holtby.

 9. Minute: Geburtstagskind Danny Fäuster (Mitte) schraubt sich nach einer Ecke Joshua Holtbys hoch, köpft Richtung Wattenscheider Tor.

9. Minute: Geburtstagskind Danny Fäuster (Mitte) schraubt sich nach einer Ecke Joshua Holtbys hoch, köpft Richtung Wattenscheider Tor.

Foto: Michael Schnieders

Ein Einwurf, eine Ecke, ein Freistoß und ein Elfmeter - in erster Linie mithilfe des gesamten Standard-Programms schlug die SG Wattenscheid den FC Wegberg-Beeck in einem eigentlich recht ausgeglichenen und abwechslungsreichen Spiel 5:2. Noch weit krasser als beim 1:5 im Jahresauftaktspiel beim SC Wiedenbrück brach den Schwarz-Roten damit erneut eine katastrophale Schwäche bei gegnerischen Standards das Genick.

 70. Minute: Thomas Lambertz (l.) hat für Beeck die ganz große Chance zum 3:3, doch SG-Akteur Serdar Bingöl (r.) kratzt den Ball noch von der Torlinie.

70. Minute: Thomas Lambertz (l.) hat für Beeck die ganz große Chance zum 3:3, doch SG-Akteur Serdar Bingöl (r.) kratzt den Ball noch von der Torlinie.

Foto: Michael Schnieders

"Wir waren nicht drei Tore schlechter, sondern drei Tore dümmer", brachte es Beecks stellvertretender Vizekapitän Danny Fäuster nach dem munteren Spiel vor 325 Zuschauern im Eisschrank Lohrheidestadion, durch das vor allem ein eisiger Sturm wehte, äußerst treffend auf den Punkt.

Auch angesichts der ohnehin schon vielen Nachholpartien wollten beide Teams unbedingt spielen - der Rasen war zwar schneebedeckt und teils auch vereist und alles andere als leicht zu bespielen, insgesamt waren die Bedingungen aber durchaus regulär. Das sah zur Erleichterung beider Teams auch der gute Unparteiische Selim Erk so, der nach der Platzbesichtigung eine gute Stunde vor dem Anpfiff grünes Licht gab - mit einem Laubbläser wurden daraufhin die Linien vom Schnee "freigepustet". Die Haupttribüne war übrigens nicht gestreut worden. "Ich muss Sie daher darauf aufmerksam machen, dass Sie die Tribüne auf eigene Gefahr betreten", sagte der Ordner am Eingang.

Anders als in Wiedenbrück begann Beeck im vertrauten 4-4-2 - mit dem zurückgezogenen Simon Küppers in der Innenverteidigung für Niklas Hunold und Marius Müller als zweiter Spitze. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der die SG quasi aus dem Nichts in Führung ging: Nach einem Einwurf, den etwas unnötig Keeper Stefan Zabel verursacht hatte (dazu war dieser Ball auch noch in Zeitlupentempo erst gegen die Eckfahne geprallt und erst dann ins Aus gegangen, ohne dass ein Beecker nachgesetzt hätte), durfte Jeffrey Obst recht ungestört vors Tor flanken, Jonas Erwig-Drüppel schoss den Ball freistehend direkt ein (32.).

Die Freude währte aber nicht lange. Denn im Gegenzug gelang Joshua Holtby mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze (Thomas Lambertz hatte gut aufgelegt) auch schon das 1:1 - "Joshs" erstes Saisontor (33.). Pech hatte kurz vor der Pause Shpend Hasani: Sein Schuss klatschte an den Außenpfosten (44.).

Statt einer also durchaus möglichen Führung lag Beeck acht Minuten nach der Pause dann 1:3 hinten. Nach einer Ecke, bei der Zabel keine gute Figur abgab, herrschte allgemeines Tohuwabohu im Fünfmeterraum, Norman Jakubowski bugsierte den Ball zum 2:1 über die Linie (49.). Dann köpfte Demir Tumbul einen Freistoß zum 3:1 ein - Mark Szymczewski hatte ihn aus den Augen verloren (53.). Geschlagen gab sich Beeck aber noch lange nicht: Mit einem 25-Meter-Schuss in den Winkel (der Wind tat da wohl sein Übriges) verkürzte Sebastian Wilms (65.). Kurz darauf hatte Lambertz das 3:3 auf dem Fuß, war schon an Keeper Steffen Scharbaum vorbei, doch Serdar Bingöl holte den Ball noch von der Linie (70.). Statt des Ausgleichs fiel zwei Minuten später durch SG-Torjäger Joseph Boyamba das 4:2 - Wattenscheids einziges Tor aus dem Spiel heraus (72.). Einen von Simon Küppers an Mael Corboz unnötig verursachten Elfmeter nutzte Kapitän Nico Buckmaier noch zum 5:2 (87.).

Nach der sicher viel zu hohen Niederlage war Beecks Teamchef Friedel Henßen bedient: "Wir haben gut mitgespielt, hatten auch noch Pech mit dem Pfostenschuss. Doch in der zweiten Halbzeit haben wir viel zu viele einfache Fehler gemacht. Da fehlte auch die letzte Konsequenz, waren wir in einigen Situationen zudem nicht clever genug." Nicht lange mit einer Analyse aufhalten wollte sich SG-Coach Farat Toku: "Es war arschkalt da draußen. Trotzdem haben die Zuschauer ein gutes Spiel mit vielen schönen Toren und einem verdienten Sieger gesehen", befand er kurz und bündig.

Beeck: Zabel - Passage (84. Post), Fäuster, Küppers, Tobor - Wilms, Holtby - Lambertz, Szymczewski (60. Czichi) - Müller (66. Dagistan), Hasani

(emo)
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