Bilanz des Jahres 2023 So viele Einsätze hatte das Hauptzollamt

Kreis Heinsberg · 2023 hat das Hauptzollamt Aachen Zölle und Steuern in Höhe von 414 Millionen Euro eingenommen. Wie sich diese zusammensetzen und wie sich die Einsätze verteilen.

 Der Zoll hatte im Jahr 2023 viel zu tun.

Der Zoll hatte im Jahr 2023 viel zu tun.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Im Jahr 2023 hat das Hauptzollamt Aachen Zölle und Steuern in Höhe von 414 Millionen Euro eingenommen. Das teilt das Hauptzollamt Aachen mit. „Ich freue mich sehr, dass die Beschäftigten meiner Dienststelle durch ihr Engagement und ihren Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Bundeshaushalts geleistet haben“, sagt Bernadette Bader, Leiterin des Hauptzollamts Aachen. Schließlich fließen diese Gelder in Projekte, die dem Gemeinwohl zu Gute kommen. Investitionen erfolgen in den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Forschung und Umweltschutz.

Die Zollämter in Aachen, Düren und Heinsberg bearbeiteten 33.427 Einfuhr- und 346.303 Ausfuhrsendungen. Dabei prüften die Beschäftigten, ob Zollvorschriften, außenwirtschaftsrechtliche Bestimmungen, Verbote und Beschränkungen eingehalten wurden. Im Rahmen der Postabfertigung zogen sie 140 Sendungen aus dem Verkehr, da die Waren nicht einfuhrfähig waren. Überwiegend wurden Produktfälschungen und Arzneimittel beschlagnahmt. In einigen Fällen fehlte die entsprechende CE-Kennzeichnung. Das Zollamt Heinsberg kontrolliert und fertigt regelmäßig Waren und Personen auf der Nato Airbase ab. Aufgrund der verstärkten Verlegungsaktivitäten der Flotte und den damit einhergehenden Personen- und Warenbewegungen sind die papiermäßigen Abfertigungen zur Ausfuhr um mehr als 1000 Prozent angestiegen.

Die Vollstreckungs- und Verwertungsstelle des Hauptzollamts Aachen bearbeitete im Kalenderjahr 2023 über 240.000 Vollstreckungsfälle. Neben den zolleigenen Forderungen (zum Beispiel Zölle, Kraftfahrzeugsteuer, Energiesteuer) übernimmt der Zoll auch die Beitreibung von Forderungen von zum Beispiel der Bundesagentur für Arbeit, Krankenkassen, Berufsgenossenschaften. Die Summe der beigetriebenen Forderungen betrug knapp 91 Millionen Euro.

Die Beschäftigten der Kontrolleinheit Verkehrswege bekämpfen den grenzüberschreitenden Schmuggel und kontrollieren im Rahmen der Steueraufsicht Shisha-Bars und Postverteilzentren in der Region. Sie sind im grenznahen Raum zu den Niederlanden und Belgien entlang der 211 Kilometer langen Grenze rund um die Uhr im Einsatz. Im Jahr 2023 überprüften sie 5678 Fahrzeuge – Lkw, Kleintransporter, Pkw, Busse – und 6607 Personen. In 388 Fällen beschlagnahmten die Zöllner Betäubungsmittel, darunter 24 Kilogramm Amphetamin, 10.000 LSD Trips, 4,7 Kilogramm Ecstasy und 2,5 Kilogramm neue psychoaktive Stoffe. Außerdem verhinderten sie die Einfuhr von zehn Waffen und 59 Schuss Munition. Sie beschlagnahmten 276 Kilogramm Wasserpfeifentabak und mehr als 62 Liter Substitute für Tabakwaren, sogenannten Liquids, die in E-Zigaretten genutzt werden.

Die Beschäftigten der Strafsachen- und Bußgeldstelle des Hauptzollamtes Aachen ahnden Verstöße gegen das Außenwirtschafts- und Markordnungsrecht sowie gegen zollrechtliche und steuerliche Bestimmungen. Im vergangenen Jahr bearbeiten sie 7248 Strafverfahren und 1926 Ordnungswidrigkeitenverfahren. Aufgrund der seit Anfang Januar 2023 geltenden Zuständigkeitsregelungen für das Postverteilzentrum in Frechen bearbeiteten die Beamten allein über 1800 Strafverfahren wegen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln im innergemeinschaftlichen Versand. Die Gerichte verhängten Freiheitsstrafen von vier Jahren und Geldstrafen von mehr als 47.000 Euro. Außerdem stellten Gerichte Verfahren unter Auflagen durch Zahlung von Geldbeträgen in Höhe von 131.000 Euro ein. Die Summe der erhobenen Verwarnungs- und Bußgelder betrug 303.040 Euro.

(mwi)