Kommunalwahl 2014: So viel Arbeit macht das Auszählen der Stimmen

Kommunalwahl 2014 : So viel Arbeit macht das Auszählen der Stimmen

Mindestens fünf Stunden werden Hunderte Wahlhelfer am Sonntag die Stimmen der Europa- und Kommunalwahl auszählen. Die Briefwahlzahl ist in Erkelenz schon jetzt auf einem Höchststand.

Ein großer Wahlabend steht am Sonntag bevor. Fünf unterschiedliche Stimmzettel müssen in den Wahllokalen ausgezählt werden. Die Situation ist einmalig, und so liegen in den Städten keine Erfahrungen in der Organisation eines solchen Wahlabends vor. Um 18 Uhr schließen die Wahllokale. Erste Ergebnisse, die der Europawahl, könnte es gegen 19 Uhr geben. Erst danach werden die Stimmen der Landrats-, Kreistags-, Bürgermeister- und Stadtratswahlen ausgezählt. "Mein Tipp als sportliches Ziel: 23 Uhr", sagt der Hückelhovener Beigeordnete Helmut Holländer augenzwinkernd. 2009 war's kurz nach 21 Uhr.

Intensiv sind in der vergangenen Woche in einer Abendveranstaltung die Wahlhelfer in Erkelenz geschult und informiert worden. Hetzen sollen sie sich Sonntagabend auf keinen Fall. Das macht Hans Bongartz vom Wahlamt deutlich: "Es gilt der Grundsatz: ,Korrektheit muss bei der Wahlergebnisfeststellung immer Vorrang vor der Schnelligkeit haben'." 315 Wahlhelfer werden in Erkelenz in den 33 Wahllokalen im Einsatz sein, in Hückelhoven sind es 180 in 26 Wahllokalen und für die vier Briefwahlbezirke. Hinzu kommen dort 16 Wahlhelfer für EDV, Telefon- und Fahrdienst. In Erkelenz sind es sogar 40 Wahlhelfer für sechs Briefwahlbezirke. Dazu erklärt Hans Bongartz: "Bei den Kommunalwahlen 2009 wurden 3503 Wahlbriefe versandt, bei einer Bundestagswahl waren es mal 5300. Jetzt sind es bereits etwa 8000 Briefwahlanträge, davon 3950 für die Europawahl und 4050 für die Kommunalwahlen. Das ist eine außergewöhnlich hohe Anzahl."

Neben den Wahlhelfern werden auch in Erkelenz weitere Menschen benötigt, um den Wahlabend reibungslos über die Bühne zu bringen. Dazu gehören sechs Fahrer, die die Wahlunterlagen transportieren, und 28 Mitarbeiter, die in Rathaus und Stadthalle dafür sorgen, dass die Wahlergebnisse korrekt übermittelt werden. "Insgesamt ist somit die Arbeit von 389 Kräften vom Wahlamt zu koordinieren", erläutert dessen Leiter Hans Bongartz.

"Wir haben die Wahlvorstände nicht aufgestockt, allerdings das Verzehrgeld erhöht, weil sie mehr arbeiten", sagt Helmut Holländer. Er erwartet keine Probleme. "Das Gute: Es gibt nur eine Stimme pro Wahlschein, und jede Wahl hat eine andere Farbe, das lässt sich gut sortieren." Unhandlich seien die Europawahl-Scheine mit 80 Zentimetern Länge, da müsse man bis ganz unten nach dem Kreuz schauen. Holländer setzt auf ein gutes Team: "Das sind alles erprobte Leute."

Spannung liegt in den Stadtverwaltungen und im Kreishaus aber dennoch in der Luft - nicht nur, weil die Rathauschefs und der Landrat gewählt werden, sondern auch, weil der Wahlsonntag besonders wird, wie Hans Bongartz in Erkelenz betont: "Die aktuelle Situation mit den verbundenem Wahlen stellt sich als einmalig dar. Erfahrungen, auf die man für die Organisation einer solchen Veranstaltung hätte zurückgreifen können, liegen nicht vor." Geben wird es die dann am 25. Mai ab etwa 23 Uhr - wenn Helmut Holländer mit seinem Tipp Recht behält, dass dann alle Stimmzettel ausgezählt sind.

(RP)
Mehr von RP ONLINE