Shopping in Wassenberg-Rothenbach: Einkaufstour ohne Grenzen

Shopping am Grenzübergang Rothenbach : Einkaufstour ohne Grenzen

Kaffee, Kuchen und Käse: Tag für Tag reisen deutsche Tagesausflügler zum Shoppen in die benachbarten Niederlande. So auch in das an Wassenberg grenzende Vlodrop, das vor allem über Ostern viele Besucher anzieht.

So ein Grenzübertritt hat schon etwas Besonderes. Die Zeiten der Grenzkontrollen sind vorbei, sodass sich die Überquerung heutzutage fast schon unmerklich vollziehen kann. Mit einem Schritt ist man im Nachbarland, und sofort kommt Urlaubsstimmung auf – selbst wenn nur wenige Stunden auf der anderen Seite der Grenze verbracht werden.

Davon profitieren nicht nur Tagesausflügler, sondern auch Grenzhändler, die ihr Angebot zum Großteil nach dem ausrichten, was in Deutschland schwer auffindbar oder bedeutend höher versteuert ist. Bei „Rothenbach Shopping“, neben dem niederländischen Nationalpark „De Meinweg“, reihen sich neben typischen Fisch- und „Friet“-Imbissen auch Blumengeschäfte, Gartencenter, ein Obst- und Gemüsehändler, ein Supermarkt sowie Modegeschäfte, Cafés und Restaurants aneinander.

Viele der Besucher, wie etwa Wolfgang Loppe aus Wegberg, genießen die gute Stimmung, die dort herrscht. „Die Leute in den Niederlanden sind einfach entspannter“, findet Loppe. Dass viel Wert auf eine „familiäre Atmosphäre“ gelegt wird, betont auch Lars Strikers, Geschäftsführer des Supermarkts „Rothenbach“. „Alle Händler hier arbeiten eng zusammen. Wir vermeiden zum Beispiel Überschneidungen im Sortiment.“ Das sei auch der Grund dafür, dass Strikers in seinem Supermarkt weder Obst und Gemüse noch Blumen anbietet.

Was genau Deutsche zu ihm in den Supermarkt zieht, erklärt Strikers auch: „In den Niederlanden haben wir zum Beispiel kein Dosenpfand. Kaffee und die meisten Medikamente sind hier viel günstiger, und es sind mehr Medikamente frei erhältlich.“ Ein wichtiger Punkt sei auch, dass die Geschäfte in den Niederlanden auch sonn- und feiertags geöffnet hätten. Zudem seien viele Kunden in der Nähe der Grenze aufgewachsen und hätten dadurch eine persönliche Verbindung zu den Niederlanden.

Zum Beispiel Horst und Helene Küppers, die drei- bis viermal jährlich aus Mönchengladbach anreisen. Hauptgrund ist für sie neben dem Backfisch bei „Eurofish“ der Kaffee. „Bestimmte Sorten sind in Deutschland einfach zu teuer“, sind sie sich einig. Auch Wendy Meenenga aus Luchtenberg, die alle zwei Wochen zum Einkaufen über die Grenze fährt, fühlt sich den Niederlanden verbunden. „Früher bin ich von hier aus regelmäßig zum Surfen nach Roermond rübergefahren“, erinnert sie sich. Jetzt ist aber eher Shoppen angesagt: In Wendy Meenengas Einkaufswagen liegt neben Kaffee und Käse auch englische Marmelade. „Englische Marmelade und andere in England beliebte Produkte kriegt man in den Niederlanden besser“, stellt die gebürtige Engländerin fest.

„Hier fühlt man sich wie im Urlaub“, sagt Wolfgang Loppe aus Wegberg. Foto: Alexis Dimitriou

Lars Strikers, dessen Familie nun schon in fünfter Generation an der Grenze handelt, ist stolz auf sein heutiges Sortiment. Gleichwohl sei der Job aber nicht immer einfach. „Der Grenzhandel ist und bleibt ein risikoreiches Geschäft, da wir zu großen Teilen von ‚Steuerlücken’ abhängig sind“, erklärt er.