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Schulstart im Erkelenzer Land: 19 Positiv-Fälle am ersten Schultag

Schulstart im Erkelenzer Land : 19 Positiv-Fälle am ersten Schultag

Am ersten Unterrichtstag nach den Sommerferien wurden in mehreren Schulen des Erkelenzer Landes 19 Schüler positiv auf das Coronavirus getestet. Für große Aufregung sorgte das aber nicht. Die Einschulungsfeiern liefen wie geplant.

An den Schulen im Erkelenzer Land hat am Mittwoch nach sechseinhalb Wochen Sommerferien der Präsenzunterricht wieder begonnen. Vor dem Unterrichtsstart stand für die Schüler ein Corona-Test auf dem Programm. Wie das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg mitteilte, fielen dabei im gesamten Kreisgebiet 19 Schnelltests positiv aus. Die von einigen befürchtete große Infektionswelle ist damit vorerst ausgeblieben. Während an den weiterführenden Schulen mit Antigen-Schnelltests gearbeitet wurde, bei denen das Ergebnis in 15 Minuten vorliegt, kamen an den Grundschulen die Lolli-Tests zum Einsatz, deren Ergebnisse aus den Laboren frühestens für den späten Mittwochabend erwartet wurden.

Die betroffenen Schüler und direkten Kontaktpersonen an Schulen mit Positiv-Fällen mussten sich in Quarantäne begeben. Für große Aufregung sorgten diese Fälle jedoch nicht. Mittlerweile habe sich im Umgang mit der Pandemie eine gewisse Routine an den Schulen eingestellt, berichten mehrere Schulleiter. Das NRW-Schulministerium gab kürzlich bekannt, dass bei Corona-Fällen künftig nicht mehr die gesamte Schulklasse in Quarantäne muss, sondern nur noch direkte Kontaktpersonen. Im Klassenverbund sind damit die vier Sitznachbarn rechts, links, vor und hinter dem betroffenen Schüler gemeint. Zusätzlich muss – wenn es einen engen Kontakt gegeben hat – auch das Lehrpersonal in Quarantäne. Vollständig geimpfte Sitznachbarn sind grundsätzlich von der 14-tägigen Quarantäne ausgenommen, wenn sie ohne Symptome sind.

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An der Erkelenzer Hauptschule fiel von den 500 durchgeführten Tests kein einziger positiv aus. „Ich bin sehr erleichtert. Damit hatten wir nicht unbedingt gerechnet“, sagte Schulleiter Erich Konietzka. Noch keine Gewissheit gab es hingegen an den Grundschulen. „Ich habe schon vor dem Schulstart eindringlich an alle Eltern appelliert, ihre Kinder vor dem Schulstart testen zu lassen. Ich hoffe, sie haben das auch getan“, sagte Monika Natrup, Sprecherin der Erkelenzer Grundschulen. Ausschließen, dass am ersten Schultag unter den Grundschülern zahlreiche Infizierte sitzen, ließ sich mit den Lolli-Tests schließlich nicht. Markus Kalberg, Leiter der Luise-Hensel-Schule, sagte dazu nur: „Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung nicht treffen musste. Ich habe aber großes Vertrauen, dass die Experten wissen, was sie tun.“ Grundsätzlich sei die Stimmung zum Auftakt sehr gut gewesen: „Die Kinder hatten einfach wieder richtig Lust, ihre Klassen wiederzusehen.“ Was er auch bemerkte: „Ich hatte das Gefühl, auch schon vor den Ferien, dass die Kinder richtig stolz sind, dass sie durch die Tests auch etwas beitragen können und beim Thema Corona nicht immer nur die Erwachsenen machen lassen müssen.“

An der Edith-Stein-Realschule in Wegberg fand am Mittwoch die Einschulungsfeier mit rund 220 Menschen unter Beachtung der 3G-Regelgungen (geimpft, getestet oder genesen) statt. Regulär sollen in den Schulen zweimal pro Woche Corona-Tests gemacht werden. „Angesichts der vielen Reiserückkehrer nach den Ferien und steigender Inzidenzzahlen im Kreis Heinsberg werden wir in dieser Woche unsere 392 Schüler sogar dreimal testen lassen“, kündigte Schulleiter Christoph Scholz an. Unter strengen Schutzmaßnahmen stand am Mittwoch auch die Einschulungsfeier am Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Wegberg. Nach den langen Sommerferien und nach den vorherigen Phasen des Wechsel- und Distanzunterrichtes steht jetzt in den ersten Schultagen laut Schulleiterin Maj Kuchenbecker das Ankommen für die Schüler im Mittelpunkt. Klassenarbeiten sollen – wie in vielen anderen Schulen auch – in diesem Monat noch nicht geschrieben werden. Von positiven Tests am ersten Tag in der Schule berichtete Maj Kuchenbecker zwar nicht, allerdings seien einige Kinder und Jugendliche am ersten Unterrichtstag erst gar nicht in die Schule gekommen, weil sie sich bereits in den vergangenen Tagen testen ließen und in Quarantäne befänden.

Nachdem die Jahrgangsstufen 2 bis 4 der Erich Kästner Grundschule Wegberg mit dem Teilstandort Merbeck am Mittwoch den Präsenzunterricht wieder aufgenommen haben, begrüßen Schulleiterin Helene Neumann und ihr Team am Donnerstag die i-Dötzchen. „Die Schulneulinge sind alle getestet, und für die Einschulungsfeiern gelten die 3G-Regelungen“, sagt sie. Damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig in der Aula aufhalten müssen, werden am Donnerstagvormittag am Standort Wegberg zwei Einschulungsfeiern hintereinander angeboten.

Nach sechs Einschulungen hatte Karin Hilgers, Schulleiterin der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg, etwas Zeit, um Luft zu holen. aus ihren Worten klang auch Erleichterung: „Am ersten Schultag hat es keinen einzigen positiven Test gegeben. Jedoch stand bereits vor dem ersten Schultag fest, dass sich ein Dutzend Schülerinnen und Schüler unserer Schule in Quarantäne befinden.“ Die Schulleiterin nahm noch am ersten Schultag disziplinierte Szenen zur Kenntnis: „Auf dem Schulhof tragen viele Schülerinnen und Schüler ihre Maske, obwohl sie es nicht brauchen. Da ist ein sehr diszipliniertes Verhalten erkennbar.“ Karin Hilgers ist froh, dass die Schüler in Präsenz unterrichtet werden können. „Ich bin allerdings auch keine Wahrsagerin und weiß nicht, wie sich die Lage entwickeln wird.“

Arnold Krekelberg, Leiter des Gymnasiums in Hückelhoven, war mit dem Schulstart zufrieden. Bei einem von 850 Schülern habe es einen positiven Schnelltest gegeben, sagt er. Das werde nun mit einem PCR-Test überprüft. Die Schüler der Oberstufe hatten sich im Vorfeld alle selbst testen lassen müssen, ebenso die neuen Fünftklässler, die mit ihren Eltern zu einer kleinen Einschulungsfeier kamen. Die Schüler der Mittelstufe wurden in der Schule getestet. „Wir haben den Hygieneplan etwas verändert und sind zum Stunden- und Pausenmuster wie vor der Pandemie zurückgekehrt“, sagt der Schulleiter. Das sei ein kleiner Schritt zurück zu mehr Normalität im Schulalltag. Für die Schüler der Sekundarstufe 2 gibt es das Angebot des Impfzentrums, auch in die Schule zu kommen. Derzeit werde die Nachfrage geprüft, sagt Krekelberg. Je mehr sich impfen lassen würden, desto mehr würde sich die Situation an den Schulen erleichtern, ergänzt er.